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Review: Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin

Zeit wieder den Rathalos zu besteigen!

Als Capcom 2017 mit Monster Hunter Stories überraschend neue Wege einschlug und ihr beliebtes Monster Hunter-Universum in ein Monster-Sammel JRPG verfrachtete, war ich begeistert. Denn es wurde nicht etwa die bekannte Pokémon-Formel einfach kopiert oder ein generisches Japano-Rollenspiel abgeliefert, sonder ein innovatives, rundenbasiertes Gameplay auf das bekannte Franchise maßgeschneidert. Während der damalige Ableger für den 3DS (und später auch für Android und iOS) aber noch in knuffiger Chibi-Optik daherkam, soll Monster Hunter Stories 2 nun eher einen jugendlichen Stil ála Dragon Quest anstreben. Während Capcoms Mut zur Innovation nun zwar etwas abgeflaut scheint, wird dafür eine solide Weiterentwicklung der bekannten Stärken angestrebt.

Nicht gerade PETA aber ok.

An dem bekannten Grundkonzept wird entsprechend nicht gerüttelt und so ist euer selbst erstellbarer Spielercharakter Teil eines Stammes an Monster-Reitern, die sich im Gegensatz zu den aus den Hauptteilen bekannten Jägern auch gerne mal mit den wilden, hier Monsties genannten Kreaturen ihrer Umgebung anfreunden. Um so ein Monstie zu befreunden kann jedoch nicht einfach eines aus der freien Wildbahn gefangen werden, sondern es muss ein Ei gestohlen und anschließend per Bindungs-Stein mit einem Reiter verknüpft werden.

Dickkopf-Monster

Das besondere an der Reihe ist nun aber, dass der Spieler nicht etwa einfach als Trainer hinter seinen Zöglingen steht, sondern aktiv mit Rüstung und Waffe an ihrer Seite kämpft. Das Monstie lässt sich auch nicht einfach kontrollieren, sondern trifft in den rundenbasierten Kämpfen seine eigenen Entscheidungen, während es am Spieler ist, die richtige Aktion als auch das richtige Monstie für die Situation zu wählen. Das Kampfsystem spielt sich dann nämlich in mehreren Schichten ab, von denen die Grundebene das typische Schere-Stein-Papier Prinzip in Form von starken, schnellen und technischen Attacken darstellt.

Kenne das Monster sowie dein Monstie

So ist es wichtig sowohl sein eigenes Monstie, als auch das gerade bekämpfte zu kennen um einschätzen zu können, welche Art von Attacke es wohl als nächstes einsetzen wird. Wer sich gut mit seinem Monstie arrangiert kann so mächtige Kombo-Attacken vom Zaun brechen, welche die gegnerischen Manöver teils abschwächen oder sogar unterbrechen können. Zusätzlichen spielen aber auch die typischen elementaren Schwächen und Stärken ála Blitz gegen Wasser usw. eine Rolle und erlernbare Fertigkeiten von sowohl dem Spieler als auch den Monsties können durch die sich je nach Aktion schneller oder langsamer aufladende Bindungs-Energie ausgelöst werden.

Jetzt hab ich mal die Zügel in der Hand!

Ist die entsprechende Bindungs-Energieleiste voll aufgeladen, lässt sich das Monstie dann auch im Kampf reiten um so kurzfristig die volle Kontrolle zu erlangen und optisch imposante Bindungs-Attacken auszulösen. Um den steten Sammeltrieb nicht abflauen zu lassen, ist auch nicht jedes Monstie vom selben Typ gleich und so gibt es wieder einen Gen-Pool der Fertigkeiten und Boni eines Monsters bestimmt und stellenweise sogar durch ein freispielbares Ritual übertragen werden kann.

Ich besiege dich nicht nur…ICH ZERSTÖRE DICH!

Zusätzlich zu diesem bereits recht komplexen, wenn auch gut erklärten Kampfsystem immigrieren nun auch die zerbrechbaren Monster-Teile aus der Haupt-Serie in das rundenbasierte Gameplay. So lassen sich von größeren Monstern Kopf, Beine, Schwanz, Brust und Flügel mit jeweils der richtigen Waffen-Art zerstören um so gewissen Effekte auszulösen. Dafür gesellen sich neben Großschwert, Hammer, Jagdhorn, Schwert und Schild nun auch ein Bogen und eine Gewehrlanze hinzu um zusätzlich zum Schneiden und Schlagen auch die Option zum Stechen zu ermöglichen.

Bastel-Stunde Light

Die jeweiligen Waffenarten lassen sich ebenso wie Rüstungen genauso wie in der Hauptreihe aus den Teilen erlegten Monster schmieden und bieten jeweils unterschiedliche Boni aber auch Mali und können sogar neue Fertigkeiten freispielen. Das Ganze ist allerdings etwas zusammen kondensiert und so lassen sich die Rüstungsteile nur im Gesamtpaket ausrüsten an statt von Helm bis Handschuh alles beliebig zusammenstellen zu können.

Monstie Riders in the Sky

Neben den Kämpfen dürfen die Monsties natürlich auch wieder beim Erkunden der weitreichenden, wenn auch teilweise recht generischen Arealen geritten werden und gewähren auch hier Zugang zu unterschiedlichsten Spezialfähigkeiten. Während manche springen, sprinten oder sogar fliegen können, ermöglichen andere das Auffinden von sammelbaren Materialien oder lassen einen unsichtbar an den freilebend umherziehenden Kreaturen vorbeischleichen.

Triple-Time Battle

Neu ist diesmal auch, dass die meiste Zeit nicht nur zu zweit mit dem eigenen Monstie, sondern gemeinsam mit einem weiteren Reiter und dessen Gefährten gekämpft wird, der ebenfalls eigenständig agiert und zusammen mit dem Spieler sogar eine extra-spektakuläre Doppel-Bindungsattacken auslösen kann. Damit sich die wunderschön in Szene gesetzten Kämpfe durch die erhöhte Teilnehmerzahl nicht zu sehr in die Länge ziehen, darf die Geschwindigkeit der abgespielten Animationen dafür bis zu verdreifacht werden.

Zwangsbefreundet

Leider ist die KI eurer Begleiter zwar vorhersehbar aber nicht immer sehr intelligent und während sich das eigene Monstie jederzeit taktisch Auswechseln lässt, darf bei den Entscheidungen des Begleiters gar nicht mitgeredet werden. Das schmerzt vor allem im direkten Vergleich zu dem neue Koop-Modus, in dem in leider recht eingeschränkten Multiplayer-Missionen gemeinsam auf Monster-Jagd gegangen werden darf. Hier macht das gegenseitige aufeinander Abstimmen und Erfolgserlebnis beim Gelingen nämlich einen Heidenspaß und wirft zeitgleich die Frage auf, wieso das nicht auch für die Hauptgeschichte ermöglicht hätten werden können.

Ratha-Sitter

Die Geschichte von Monster Hunter Stories 2 dröppelt dann wie auch im Vorgänger so dahin und fokussiert sich wieder auf den Konflikt zwischen Jägern und Reitern, die jeweils die Art des anderen mit Monstern umzugehen nicht nachvollziehen können. Als Enkel eines legendären Reiters namens Red, erbt ihr neben besonderen Bindungs-Talenten auch die Verantwortung auf einen sagenumwobenen Rathalos acht zu geben, der angeblich den Untergang der Welt einleiten könnte. Zeitgleich sorgen im ganzen Land erscheinende, ominöse Lichter dafür, dass an sich friedliebende Monster aggressiv werden und Dorfbewohner angreifen, weswegen ihr durch das Land zieht um der Sache auf der Grund zu gehen.

Zumindest keine Cat-astrophe

Soweit, so generisch schaffen es zumindest sympathische Charaktere und stetige, wenn auch sehr seichte Wortwitze, sowie eine dicke Portion Slapstick-Humor, das Ganze auf einem halbwegs unterhaltsamen Niveau zu halten. Schade nur, für das wohl ebenfalls angepeilte jüngere Publikum keine deutsche Sprachausgabe inkludiert wurde. Die Englische ist aber zumindest solide gelungen.

Fazit:

Wertung: - 8

8

Dragon Hunter Monsters

Monster Hunter Stories 2 ist eine konsequente Weiterentwicklung des Vorgängers und weiß vor allem Dank seiner etwas erwachseneren Optik mitsamt spektakulären Animationen und liebevollen Anime-Umsetzungen bekannter Monster zu überzeugen. Das durchdachte Kampfsystem fühlt sich nach wie vor frisch an und hat dank der zerstörbaren Monster-Teile nun eine weitere Ebene an Tiefgang erlangt. Einzig bei den teils zufallsgenerierten Arealen hätte ein wenig mehr optische Abwechslung und Struktur gut getan, während der im Grunde nur angeteaserte Koop-Modus eine fantastische Alternative zu den leider nicht ganz ideal umgesetzten KI-Partnern darstellen hätte können.

Genre: JRPG
Entwickler: Capcom
System: Nintendo Switch, PC
Erscheint:  9. Juli 2021
Preis: ca. 60  Euro

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