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Review: Marvel‘s Iron Man VR

Ich bin Iron Man!

Das erste Iron-Man-Comic erschien bereits im März 1963, doch erst der Marvel-Film von 2008 mit Robert Downey Jr. als Anthony „Tony“ Stark katapultierte den Charakter in die A-Liste der Comic-Superhelden. Nun hat man dank PlayStation VR erstmals die Möglichkeit, selbst in die Haut des Industriellen, Multimilliardärs und Playboys zu schlüpfen. Und nicht nur in seine Haut, sondern auch in die Iron-Man-Rüstungen!

Ein echtes Spiel? Eine echte Handlung?

Die Handlung von Iron Man VR ist nicht im Marvel Cinematic Universe angesiedelt und auch nicht in den aktuellen Comics. Wer die Marvel-Filme gesehen hat, wird sich jedoch schnell wohlfühlen und vieles wieder erkennen. Auch Comic-Leser dürfen sich auf zahlreiche Anspielungen und Easter Eggs freuen. Im Spiel seid ihr Tony Stark, ihr spielt also als Iron Man, sondern auch etwa in Starks Anwesen in Malibu unterwegs. Oftmals wird auch Tonys innere Stimme eingespielt, um seine Gedanken mit euch zu teilen oder um die Geschehnisse in der übersprungenen Zeitperiode zusammen zu fassen. Dabei setzt die Handlung des Spiels zu dem Zeitpunkt an, als Tony sich dazu entschlossen hat, dass Stark Industries in Zukunft keine Waffen mehr herstellen wird. Nach einem Zeitsprung sehen wir den Tag, an den der Milliardär in den Medien ankündigt, dass in Zukunft Pepper Potts sein Unternehmen leiten soll. Doch die „Freude“ bzw. der Ärger bei Tony Starks Partnerin währt nur kurz, denn ihr Flugzeug wird von der geheimnisvollen Hackerin Ghost angegriffen… mit umfunktionierten Stark-Industries-Waffen. In dieser ersten richtigen Mission kann Iron Man Pepper im letzten Moment aus dem abstürzenden Flugzeug retten, doch es ist nicht der letzte Angriff auf die Firma und das Leben von Tony Stark. Denn Ghost handelt nicht ohne tieferen Grund und schnell muss sich der Held auch seiner Vergangenheit und vor allem der Vergangenheit seiner Firma stellen. In einer Szene an Bord des SHIELD-Carriers fragt Nick Fury: „Erinnere dich daran, warum du aufgehört hast, Waffen zu verkaufen.“ und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Im Laufe des Spiel bekommt ihr nicht nur zahlreiche, sehr abwechslungsreiche Schauplätze zu sehen, sondern bekommt auch eine spannende Geschichte mit einigen Wendungen und Überraschungen geboten. Auch werden immer wieder neue Gameplay-Mechaniken eingeführt, so kommt keinerlei Langeweile auf.

Der Anzug

Eine wichtige Komponente der Vorlage ist auch, dass Tony Stark nicht nur ein Superheld ist, sondern dass er seinen Anzug auch selbst entwickelt und vor allem ständig weiter entwickelt. Dies ist auch ein ganz zentraler Bestandteil im Spiel. In eurer Werkstatt könnt ihr diverse Teile des Anzugs verbessern oder überhaupt austauschen. Ihr könnt etwa als sekundäre Waffe im rechten Arm kleine Lenkraketen ausrüsten und dies auch in der linken Hand tun, oder ihr baut hier einen Laser oder etwa Splitterbomben ein. Das ist nicht nur optisches Beiwerk es verändert euer Kampfgameplay bei der nächsten Konfrontation teilweise enorm. Auch Anpassungen wie das Austauschen der Repulsor-Typen und das Einsetzen neuer Arc-Reaktoren und Düsen können vorgenommen werden. Im Laufe des Spiels sammelt ihr Forschungspunkte. Mit diesen lassen sich immer mehr Waffen und Ausrüstungsgegenstände freischalten. Außerdem schaltet ihr auch ikonische Anzugsdesigns aus Comic-Epochen oder Filmen frei. Über das Hauptspiel, den Vorbestellungsbonus und die Digital Deluxe Edition verteilt gibt es insgesamt 16 verschiedene Rüstungs-Decors (7 im Hauptspiel, 1 durch das Spielen der Demo, 4 durch den Erwerb der Digital Deluxe Edition und 4 weitere durch die Vorbestellung einer beliebigen Edition). Diese reichen von einem „Vintage“-Iron Man bis zum modernen „Hornissen“-Design. Der „Haupt“-Anzug für das Spiel wurde übrigens von Marvel-Künstler Adi Granov designt. Dieser hat nicht nur auch die Rüstung des ersten Marvel-Films erschaffen, sondern als legendärer Künstler des Comics Iron Man: Extremis auch den modernen Iron Man quasi miterschaffen.

Wie spielt sich Iron Man VR?

Iron Man VR ist nicht das erste Superhelden-Spiel auf PlayStation VR, es ist aber auf jeden Fall jenes, das sich am besten anfühlt. Ähnlich wie bei Tony Stark im ersten Iron Man Film waren unsere ersten Versuche mit der Flug- und Kampfsteuerung eher vorsichtig und unbeholfen. Mit etwas Übung geht die Sache aber schnell in Fleisch und Blut über und ihr interagiert souverän mit den beiden PS-Move-Controllern. Das bedeutet, dass ihr eure Arme hinter euch ausstrecken müsst, um durch die Luft zu flitzen und mit der Handfläche voran auf den Bildschirm zeigen müssen, um Repulsor-Schüsse abzufeuern. Dreht ihr die Handfläche nach unten, aktivieren sich die sekundären Waffensysteme wie zum Beispiel Lenkraketen. Und mit geballten Faust (Über den Trigger im Move Controller) setzt ihr im Nahkampf zum Power-Punch an. Ihr könnt mit etwas Übung auch mit einer Hand fliegen, während ihr mit der anderen Gegner abschießt. Schnell wird hier klar, warum sich die Entwickler ausgerechnet für Iron Man entschieden haben als es darum ging, ein exklusives Marvel-Spiel für PlayStation VR zu entwickeln. Schließlich ist Tony Stark in einen Hightech-Panzeranzug gehüllt, wenn er als unbesiegbarer Superheld agiert, was das Heads-up-Display und das Gefühl, durch ein futuristisches Visier nach draußen zu blicken, rechtfertigt. Es fühlt sich also geradezu natürlich an, dass ihr die PSVR-Brille aufhabt. Wenn man sich daran gewöhnt hat und mit Leichtigkeit schweben und sprengen kann, ist es ein ganz besonderes Gefühl.

Marvel‘s Iron Man VR spielt sich am Authentischen im Stehen, aber auch im Sitzen kann man das Spiel ohne Probleme bedienen. Angesichts der der recht langen Spielzeit dürfte das für die meisten auch angenehmer sein. Eine alternative Steuerung mit dem Joypad ist nicht vorhanden, würde aber extrem viel vom immersiven Spielspaß zerstören.

Iron Man VR kann ausschließlich mit PS VR und zwei PlayStation Move Controllern gespielt werden.

Technisch setzt Iron Man VR auf die Unity Engine. Die Grafik erreicht damit das gehobene PlayStation VR Mittelfeld, ist flüssig und durch den nicht zu realistischen Look eine runde Sache. Was leider wirklich nervt sind die langen und recht oft auftreten Ladezeiten. Das ist echt bitter und stört teilweise massiv den sonst sehr guten Gesamteindruck. Es reißt euch einfach massiv heraus, wenn ihr beim Verlassen eines Raumes schon mal über eine Minute nur Schwarz seht. Beim Laden eines neuen Kapitel dauert das noch deutlich länger, da bekommt ihr jedoch zumindest eine Anzeige oder auch mal Informationen eingespielt. Das macht das Spiel natürlich nicht unspielbar aber zeigt, das man vielleicht besser eine andere Engine als Grundlage für so ein großes Spiel verwendet hätte. Dafür gibt es beim Sound nichts zu klagen. Die Melodien lehnen sich an die typischen Superhelden-Soundtracks an, die Effekte sind wuchtig und auch die deutschsprachige Synchronisation sehr professionell.

Fazit

Wertung - 7.5

7.5

Als großer Fan der Iron-Man-Comics und der gelungen Filmumsetzung habe ich diesem Spiel seit der Ankündigung entgegen gefiebert. Schon die erste Presse-Demo vor über einem Jahr zeigte in die richtige Richtung und ließ die Hoffnung aufkeimen, dass Playstation VR hier noch einen richtigen AAA-Titel bekommt. Die gute Nachricht ist, dass mich zwar Dinge wie die langen Ladezeiten nerven, der gebotene Spielspaß jedoch genau meine Erwartungen erfüllt. In diesem Spiel seid ihr Iron Man und das nicht zu knapp. Iron Man VR ist keine VR-Erfahrung, sondern ein echtes Spiel inklusive einer durchdachten aber auch komplexen Steuerung. Superhelden-Fans mit PlayStation VR kommen an diesem Spiel eigentlich kaum vorbei. Auch wenn Iron Man VR definitiv nicht das beste Spiel für die Plattform geworden ist, gehört es dennoch klar zu den Games, die zeigen, wohin die Reise gehen könnte.

User Rating: Be the first one !
Genre: Action
Entwickler: Camouflaj
System: PlayStation VR (PS4)
Erscheint: 3. Juli 2020
Preis: ca.  50 Euro

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