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Review: Marvel Must-Have: Marvel Knights – Spider-Man

„Marvel Knights“ war vor Jahren im Grunde das Marvel-Label für „Erwachsene“, ähnlich wie Vertigo bei DC. Grundsätzlich versuchte Marvel, mehrere Titel unter diesem Banner zu veröffentlichen und seinen Helden einen düsteren Anstrich zu verpassen – darunter natürlich auch Spider-Man. Die ersten 12 Hefte der Serie von Autor Mark Millar sind nun auf Deutsch gesammelt in der Reihe Marvel Must-Have als Hardcover zu haben.

Peter Parkers schlimmster Albtraum ist endlich wahr geworden: Einer der Feinde von Spider-Man hat seine geheime Identität herausgefunden und nutzt dieses Wissen gnadenlos aus, um Peters Familie anzugreifen. Jetzt wurde seine geliebte Tante May entführt – und seine Frau Mary Jane könnte die nächste sein. Spider-Man wird in einen persönlichen Kampf gegen einen mysteriösen Feind gezwungen, der so verschlagen ist, dass er in ein bösartiges Katz-und-Maus-Spiel verwickelt wird. Der aufmerksame Leser wird bemerken: Diese Story findet in einem Parallel-Universum außerhalb der Mainstream-Marvel-Kontinuität statt.

Millar spinnt tolle Storyline mit zwölf Ausgaben (unterteilt in drei Abschnitte) und es ist klar, dass er Peter Parker gut im Griff hat – die Erzählung fühlt sich genau richtig an. Aber wirklich nur für „Erwachsene“ ist der Comic deshalb nicht. Es gibt zwar etwas mehr Gewalt und Blutvergießen als normalerweise bei Marvel, aber Millar schlägt nie ins Extrem. Immerhin gibt es eine Referenz auf Prostitution, was in einem „normalen“ Spidey-Comic einfach nicht zu finden wäre.

Die Zeichner Rachel und Terry Dodson sowie Frank Cho interpretieren Spider-Man nicht wirklich anders – das Kostüm ist kaum von anderen Versionen zu unterscheiden. Auch Mit Ausnahme einiger Schurken sehen alle Figuren so aus, als wären sie im normalen Marvel-Universum angesiedelt. Und auch der Cartoon-Look passt nicht gerade perfekt zur düsteren Handlung.

Fazit

Klar, die Marvel-Knights-Version von Spidey ist ein bisschen düsterer, der Charakter ist hier aber nicht erwachsener als anderswo. Klar, hier und da gibt es etwas mehr Gewalt und ein bisschen Blut, aber – wenn diese stilistischen Attribute entfernt wurden – ist es wirklich nicht nötig, die Story unter dem Banner Marvel Knights laufen zu lassen. Es handelt sich um eine gute Story mit dem Netzschwinger – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Infos:

Verlag: Panini Comics (Marvel)
Seiten: 308
 Hardcover
Autor: Mark Millar
Zeichner: Frank Cho, Rachel Dodson, Terry Dodson
Preis: circa 29 Euro

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