Review: Super Mario Party Jamboree Nintendo Switch 2 Edition + Jamobree TV
Toad, ich bin im Fernsehen!
Nicht alle Switch 2-Updates von Titeln der Original-Konsole erhöhen nur die Frame-Rate oder die Auflösung. Manche Updates sorgen dafür, dass die einzigartigen Features der neuen Konsole ins Rampenlicht gesetzt werden. Aktuelles Beispiel: Das Update zu Super Mario Party Jamboree für die Switch 2, das mit Jamboree TV einige spannende Neuerungen verspricht. Aber sind diese wirklich ein Grund für den Aufpreis? Lest selbst!
Verwirrung vorprogrammiert
Startet ihr Super Mario Jamboree Nintendo Switch 2 Edition + Jamboree TV, müsst ihr gleich zu Beginn eine Entscheidung treffen: Wollt ihr Mario Party spielen – oder Jamboree TV? Was der Unterschied ist? Nun, hinter Super Mario Party Jamboree erwartet euch das Original-Spiel (inklusive der zusätzlichen Minispiel-Modi), wie wir es bereits auf der Switch 1 gespielt haben (lest unseren Test hier). Hier erwarten euch keine neuen Inhalte, keine neuen Figuren oder Spielbretter, keine neuen Spiele – und auch keine neuen Ideen, die nur auf der Switch 2 möglich gewesen wären. Nicht einmal eine höhere Auflösung oder HDR wurde diesem Modus spendiert. Aber Moment, hieß es nicht, dass die neue Version auch die Kamera und die Maussteuerung integrieren werden? Ja, das tut sie auch. Allerdings müsst ihr dafür zunächst Jamboree TV starten, wo (neben anderen neuen Minigames, zu denen wir gleich kommen werden) auch eine Version des klassischen Mario Party-Spiels (hier auch in höherer Auflösung) auf euch wartet. „Gut“, sagt ihr jetzt, „dann können wir einfach das Original ignorieren und die neue Version spielen?“. Auch nicht ganz. Ja, die Jamboree TV-Fassung von Mario Party ist jene, wo auch euer Kamera-Bild genutzt wird oder wo optional Minigames mit der Mausfunktion gespielt werden können. Dafür fehlen hier wieder die Original-Minispielmodi, wie die Rhythmusküche oder der Flugmodus, es ist von vornherein alles freigeschaltet (auch wenn es auch hier keine neuen Figuren oder Spielbretter gibt), es werden keine Highscores getrackt und auch die Pro-Regeln, die ein weniger zufallsbasiertes Spiel erlauben, sind weg. Dafür gibt es zwei neuen Regelsets: Eine erlaubt ein schnelles Spiel mit nur fünf Runden (ihr bekommt hier zu Beginn einige Boni, sogar einen Stern); die zweite ist für Teamspieler gedacht, bei dem ihr zwar getrennt zieht, aber als Duo Sterne, Münzen und Items verwaltet. Beides sind nette Alternativen zum klassischen Spiel (und vor allem ersteres erlaubt weitaus schnellere Runden als das Original), aber warum Nintendo hier nicht gleich eine ultimative Edition mit allen Inhalten gebastelt hat und stattdessen zwischen Original und Update derart unterscheidet, ist uns ein wenig ein Rätsel. Ja, vielleicht könnte man noch mit der Kompatibilität beim Spielen mit Switch 1-Besitzern argumentieren oder dem Gameshare-Modus, aber da in letzterem die Möglichkeiten noch weiter eingeschränkt sind, sind wir auch von dieser Antwort nicht ganz überzeugt.
Ich bin im Fernsehen!
So, damit aber wirklich zu den Neuerungen: Um Jamboree TV wirklich ausnutzen zu können, solltet ihr eine Kamera an die Switch 2 angeschlossen haben, denn hier seid ihr als Besucher im TV-Studio Teil des Spiels. Gleich zu Beginn wählt ihr jenen Bildausschnitt, in dem euer Gesicht zu finden ist – und solltet euch danach tunlichst nicht mehr bewegen, denn obwohl die Switch 2 im GameChat Gesichter tracken kann, ist Mario Party hier weniger flexibel. Dumm gelaufen, wenn ihr ein Minispiel mit Mausfunktion wählt und euch so auf den Boden oder an einen Tisch setzen müsst – schon seid ihr nicht mehr zu sehen. Verschmerzbar? Ja. Unelegant? Leider auch. Apropos Maus-Funktion: Vor allem die neuen Maus-Minigames wissen fast durchgehend zu gefallen, egal ob ihr Toads durch ein Labyrinth lotsen müsst, ohne sie Stromstößen auszusetzen oder als Team Eisbestellungen abarbeitet. Die Steuerung ist präzise, die Spiele kurzweilig genug, dass die nicht ganz so ergonomische Maushaltung nicht zum Problem wird.
Achterbahn und Bühnenstar
Das hilft auch dem ersten neuen Minispiel-Modus: Bei der Jubelbahn setzt ihr euch in eine Achterbahn (es gibt mehrere Strecken bzw. Designs zur Auswahl) und verbindet eine spaßige Fahrt samt Zielschießen (eben per Maussteuerung) mit Minigames, bis ihr in der Station ankommt oder euch die Zeit ausgeht. Das Resultat ist eine kurzweilige, flotte Unterhaltung, der allerdings auf Dauer ein wenig die Abwechslung fehlt. Noch kritischer wird die fehlende Abwechslung bei der Bowser-Bühne: Hier nehmt ihr (per Kamera mit eurem digitalen Ebenbild) an einer Gameshow mit Bowser & Sohn teil. Die Minigames sind dabei aufgeteilt auf solche, die das Mikrofon der Switch 2 nutzen, und jene, die auf die Kamera zugreifen, um controllerlose Bewegungsspiele zu ermöglich. Das Resultat hat Charme, zum Beispiel wenn ihr Goombas auf eurem Kopf stapeln müsst, erinnert aber auch ein wenig daran, dass solche Spiele aus guten Gründen seit den Zeiten von EyeToy und Kinect in der Versenkung verschwunden sind. Außerdem gibt es einfach viel zu wenige Minispiele für diesen Modus, wodurch die Abwechslung schon nach wenigen Partien nicht mehr gegeben ist.
Fazit:
Wertung: - 8
8
Tolles Spiel, aber zu wenig durchdachte Add-ons
Super Mario Party Jamboree + Jamboree TV hätte die ultimative Edition des jüngsten Mario Party-Teils sein können. Doch irgendwie scheitert die Umsetzung an wenig durchdachten Entscheidungen: Warum müssen das alte und das neue Spiel unbedingt aufgeteilt als separate Spielteile realisiert werden, die dann noch dazu beide eine eigene Version des Mario Party-Modus beinhalten, von denen aber keine das volle Featureset bietet? Warum nutzt GameChat Gesichtstracking, während das Spiel darauf verzichtet, was bei einem Titel, bei dem man sich naturgemäß dann doch immer wieder mal bewegt, keine besonders elegante Lösung darstellt? Warum stattet man neue Modi wie Bowser-Bühne mit so wenigen Minispielen aus? All das trübt den ansonsten guten Eindruck, den Jamboree hinterlässt: Das Originalspiel ist und bleibt solide, die neuen Spielmodi für Mario Party eine willkommene Abwechslung und die neuen Mausspiele überzeugen - das alles rettet dem neuen Paket die Wertung. Deshalb: Habt ihr Mario Party Jamboree noch nicht in eurer Sammlung, liebt aber diese witzige Partyserie, schlagt zu – ihr bekommt ein tolles Mehrspielergame mit ein paar netten Bonusinhalten (alternativ könntet ihr aber auch die wesentlich billigere Switch 1-Version kaufen ...). Habt ihr hingegen schon das Switch 1-Original daheim, solltet ihr gut überlegen, ob der gesamt eher enttäuschende Zusatzcontent die Mehrkosten wert ist.
Entwickler: Nintendo
Erscheint: 24. Juli
System: Switch 2
Preis: ca. 80 Euro







