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Review: Mario Kart World

Schafft es Nintendo Mario Kart 8 zu toppen?

Mit Mario Kart World hebt Nintendo seine legendäre Fun-Racer-Serie auf ein neues Level. Nach dem enorm erfolgreichen, aber auch über Jahre ausgereizten Mario Kart 8 Deluxe stand die große Frage im Raum: Wie will man das noch toppen? Die Antwort liefert Mario Kart World mit einer Weltreise, einer technischen Frischzellenkur und mutigen Designentscheidungen – mit Licht- und wenigen Schattenseiten.

Ein Nachfolger mit gewaltigem Erbe

Mario Kart 8 Deluxe galt lange als das Maß aller Dinge im Kart-Rennspiel-Genre. Unzählige Strecken und Charaktere sowie unzählige Spielstunden machten es zum Dauerbrenner – auch weil Nintendo das Spiel über Jahre pflegte. Doch der Nachfolger, exklusiv für die Nintendo Switch 2 entwickelt, wagt den Neustart.

Mario Kart World bringt nicht einfach „mehr vom Alten“, sondern strukturiert die Serie teilweise neu: Die klassischen Cups wurden durch eine Weltkarte mit thematisch gestalteten Regionen ersetzt. Nach jeder Strecke gilt es innerhalb der Open-World zur nächsten zu düsen. Dieses Konzept erinnert leicht an Mario Kart Tour, ist aber deutlich umfangreicher und motivierender umgesetzt.

Technischer Sprung: Nintendo liefert endlich Current-Gen

Die neue Nintendo Switch 2 macht sich bezahlt. Mario Kart World läuft mit butterweichen 60 FPS bei 4K-Output im Dock-Modus. Besonders beeindruckend sind die Licht- und Schatteneffekte sowie der dynamische Tag-Nacht-Wechsel und wechselnde Wetterbedingungen, die sich auch auf das Fahrverhalten auswirken können – ein Novum in der Reihe.

Auf dem Display der Switch 2 sieht das Spiel ebenfalls sehr gut aus – allerdings mit Abstrichen bei der Auflösung und geringerer Detailtiefe. Der Wechsel zwischen Dock- und Handheld-Modus verläuft nahtlos, Ladezeiten bleiben erfreulich kurz.

Die Welt als Spielplatz – und ein durchdachter Umfang

Mit 30 Strecken – davon 16 brandneue – bietet Mario Kart World eine kompaktere, aber gezielt kuratierte Auswahl. Die Design-Inspirationen der neuen Schauplätze reichen von Tokyo über Mumbai bis nach Kairo und sind visuell sowie spielerisch sehr abwechslungsreich gestaltet. Vertikale Streckenabschnitte, interaktive Umgebungen und Wettereffekte fordern die Fahrer:innen auf neue Weise.

Besonders gelungen: Die 14 überarbeiteten Klassiker wurden nicht einfach übernommen, sondern visuell modernisiert und an das neue Weltreise-Konzept angepasst. Einige wurden sogar erweitert – etwa durch neue Streckenteile oder alternative Routen – um die neuen Möglichkeiten wie Höhenunterschiede und dynamische Elemente sinnvoll zu integrieren.

Gameplay: Bewährte Formel mit feinen Neuerungen

Mario Kart World bleibt der bekannten Mischung aus Chaos und Kontrolle treu. Die Drift-Mechanik fühlt sich direkter an, das Handling ist spürbar geschmeidiger. Vor allem die neue Sprung-Mechanik erlaubt viele neue taktische Manöver.

Neu ist auch die Möglichkeit, wie in vielen großen Rennspielen heutzutage, zurückzuspulen. Nach Unfällen können Spielerinnen und Spieler somit schneller wieder ins Rennen finden – ideal für das oft turbulente Renngeschehen.

Ein modulares Kart-System im Sinne individueller Anpassungen gibt es nicht mehr. Stattdessen wählt ihr nur mehr eure Fahrer:in und euer Fahrzeug und schon geht das Rennen los. Die fehlende Flexibilität ist verkraftbar dank vieler Fahrzeuge und mehr Charakteren denn je, welche nach und nach freigeschalten werden.

Online & Koop: Deutlich verbessert

Der Online-Modus funktioniert stabil und flüssig. Ein besonders großer Fortschritt gegenüber dem Vorgänger ist die maximale Teilnehmerzahl: Statt zwölf Spieler:innen wie in Mario Kart 8 Deluxe können nun bis zu 24 Fahrer:innen gleichzeitig an Online-Rennen teilnehmen. Das sorgt für deutlich mehr Dynamik, Chaos und Spannung auf der Strecke. Auch das Matchmaking ist spürbar schneller geworden. Die kurzen Wartezeiten werden zusätzlich dadurch versüßt dass ihr nun nicht mehr in einem statischen Bildschirm wartet sondern mit dem Rest der Lobby in der offenen Welt herumdüßen könnt bis es zum nächsten Rennen kommt.

Ein echtes Highlight ist der neue K.O.-Modus: Hier treten die 24 Fahrer:innen in aufeinanderfolgenden Runden gegeneinander an, wobei nach jeder Runde die 4 Letztplatzierten ausscheiden. Dieser Modus bringt einen völlig neuen, kompetitiven Nervenkitzel ins Spiel und eignet sich besonders für ambitionierte Spieler:innen, die sich im direkten Vergleich messen wollen.

Lokal treten bis zu vier Spieler:innen im Splitscreen an – wie auch schon bei früheren Serienteilen. Über lokales Wireless-Play lassen sich bis zu acht Spieler:innen verbinden, sofern mehrere Konsolen vorhanden sind.

Kritikpunkte: Übersicht, Item-Balancing & offene Welt

Ein Kritikpunkt, der sich durch mehrere Tests zieht: Die Menüführung ist nicht immer intuitiv, gerade wenn man sich durch die Weltkarte bewegt. Auch die offene Struktur der Welt ist eine gute Idee, wie man sie etwa aus den Forza Horizon-Spielen kennt – doch in der Praxis wirkt sie bislang noch etwas leer. Die Aufgaben und Herausforderungen bieten zu wenig Abwechslung, was auf Dauer den Erkundungsreiz schmälert. Zwar macht das Prinzip grundsätzlich Spaß, aber wir hoffen hier auf mehr kreative Ideen und Inhalte von Nintendo bei zukünftigen Updates. Auch das Balancing der Items ist noch nicht optimal – insbesondere die neue „Warp-Wolke“ wird in Community-Foren und Tests als zu stark kritisiert.

Abseits dessen hält sich der Frust in Grenzen. Mikrotransaktionen oder ein Battle Pass, wie man sie aus dem Mobile-Ableger kennt, gibt es hier erfreulicherweise nicht und wenn Nintendos Strategie der letzten Jahre ein Hinweis auf die Zukunft von Mario Kart World ist, dürfen wir uns auf regelmäßige Content-Updates freuen.

2. Meinung Daniel Dorner

Wie viele andere dachte ich, dass es nach Mario Kart 8 Deluxe nicht mehr besser werden könnte. Und in gewisser Weise stimmte dieser Gedanke auch: Mario Kart World wagt so viel Neues, dass man das klassischere Mario Kart-Prinzip vermissen könnte. Manchmal sehnt man sich nach den vielen Strecken, die den Sprung auf die Switch 2 nicht geschafft haben, ab und zu überfordert die Sprung-Mechanik und das Zero-Gravity-Gimmick hat sich zwar schon abgenutzt, aber doch noch für das eine oder andere spektakuläre Rennen gesorgt.

Dennoch ist Mario Kart World ein triumphaler Start für Nintendos neue Konsole und ein würdiger Nachfolger für den Kart-Racer, der das Genre seit 2013 dominierte. Die offene Welt ist, einfach gesagt, ein Design-Wunder. Jedes Detail strotzt vor Liebe und die Strecken sind Nintendo-Magie auf Höchstform. In anderen Ablegern der Reihe wünschte man sich teilweise, dass man in diesen Strecken einfach stressfrei verweilen kann, und genau das bietet Mario Kart World endlich. Dass die Welt in sich stimmig ist, obwohl sie aus Dutzenden individuellen Teilen besteht, ist nur das i-Tüpfelchen einer Spielerfahrung, die wir noch viele Jahre genießen werden.

Das Herumdüsen in der offenen Welt wirkt zunächst ziellos, aber sobald man sich hineinwagt und anfängt, P-Switches zu aktivieren, „?-Blöcke“ zu finden und Charakter-Kostüme freizuschalten, ist es schwer aufzuhören. Mario Kart World ist das erste „richtige“ Mario Kart seit Teil 7, welches bewusst für einen Handheld entworfen wurde, und der leichte, unerzwungene Erkundungs-Aspekt eignet sich hervorragend für eine 10-minütige Pause zwischendurch. Gleichzeitig ist die offene Welt die Basis für die zwei wichtigsten Modi des Spiels: Den Grand Prix und den K.O.-Tour-Modus. Der Fokus, innerhalb einer riesigen offenen Welt gegeneinander anzutreten, erinnert an das legendäre „Le Mans“-Rennformat und lässt Mario Kart World zu einem einzigartigen Ableger des Franchises werden.  Nintendos Mut zum Neuen hat sich ausgezahlt. „K.O.-Tour“ ist ein Modus, welcher so gelungen ist, dass ich mir ein ganzes Spiel nur um dieses Format herum wünsche. Selten war ich so gestresst während Rennen, aber ich hatte auch lange nicht mehr so viel Spaß in Online-Multiplayer-Sessions. (Jeden Freitag 20:00 auf unserem YoutTube Channel).

Ich habe Mario Kart World seit über 20 Stunden gespielt und entdecke immer noch Neues; ich habe noch lange nicht alle Charaktere oder Karts freigeschaltet. Im Gegenteil: Ich habe eine lange Liste an Zielen, die ich mir selbst gesetzt habe, und ich kann es kaum erwarten, sie alle abzuarbeiten. Für mich ist World genau die richtige Richtung, in welche Mario Kart gehen musste, um nicht nur weiterhin relevant zu sein, sondern die Spitze aller Kart-Racer zu bleiben.

Fazit:

Wertung: - 8.5

8.5

Mario Kart World schafft es, frischen Wind in eine bewährte Formel zu bringen. Das neue World-System, die modernisierte Technik und das kreative Streckendesign sorgen für neue Impulse, ohne Fans der Serie vor den Kopf zu stoßen. Zwar ist nicht jeder neue Impuls ein Volltreffer – vor allem die offene Welt bietet aktuell noch zu wenig Abwechslung und fühlt sich streckenweise leer an. Doch das Spielgefühl, das Balancing-Potenzial und der enorme Spaßfaktor sind unbestritten. Mit zukünftigen Updates könnte Nintendo hier gezielt nachbessern und das Erlebnis weiter vertiefen.

Genre: Fun Racer
Entwickler: Nintendo EPD
Erscheint: erhältlich
System: Nintendo Switch 2
Preis: ab 80 Euro 

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