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Review: Maleficent 2 – Mächte der Finsternis

Vor fünf Jahren schwirrte folgende Frage im Raum: Ist es möglich mit Realverfilmungen der beliebten Disney-Zeichentrick-Klassiker an den weltweiten Kinokassen zu reüssieren?
Ein Einspielergebnis von knapp 750 Millionen US-Dollar für Maleficent – Die dunkle Fee, das eigentlich mehr Spin-Off denn Adaption ist, kann wohl als eindeutiges „Ja“ verstanden werden.

Und für die Walt Disney Studios gab es fortan kein Halten mehr: Das Dschungelbuch, Der König der Löwen, Aladdin – kein Klassiker war mehr sicher. Der Konzern eilte (zumindest aus finanzieller Sicht) von Erfolg zu Erfolg. Doch nun wagt sich das Maus-Unternehmen mit Maleficent 2 – Mächte der Finsternis (etwas) auf’s Glatteis, stellt der Film doch die erste Fortsetzung im Kanon dieser Realfilm-Adaptionen dar.

Königliche Hochzeit mit Hindernissen

Aurora (Elle Fanning) ist erwachsen geworden und herrscht über ihr kleines, friedliches Königreich – stets unter strenger Beobachtung ihrer Patin, der dunklen Fee Maleficent (Angelina Jolie). Und als ihr Prinz Philip (Brenton Thwaites) schließlich auch noch einen Heiratsantrag macht, scheint ihr Glück perfekt zu sein.

Doch die Freude währt nicht lange, bedarf eine Hochzeit, insbesondere eine zwischen zwei Königshäusern, doch viel an Vorbereitung und Planung – beginnend mit dem Kennenlernen der jeweiligen Eltern untereinander. Und eines vorweg: Weder Maleficent noch Königin Ingrith (Michelle Pfeiffer) sind von der Idee einer Hochzeit besonders angetan.

Die Konstellation für eine Eheschließung könnte also günstiger sein. Als dann plötzlich zu allem Überdruss König John (Robert Lindsay), Ehemann von Ingrith und Vater von Philip, in einen hundertjährigen Schlaf verfällt, läuft die Situation aus dem Ruder.

Maleficent hält nicht viel von der bevorstehenden Hochzeit | © by The Walt Disney Studios

Mittelmaß

Das Highlight dieses Films ist wohl Michelle Pfeiffer als Königin Ingrith. Ihr macht ihre Rolle als Gegenspielerin von Angelina Jolie sichtlich großen Spaß. Etwas, das vom restlichen Cast nicht zu behaupten ist. Jolies Können wirkt unter ihrer Maske geradezu verschwendet, kann sie doch kaum Emotionen mittels ihrer Mimik transportieren. Natürlich ist ihre Rolle als emotional-unterkühlte Fee auch nicht darauf ausgelegt, große Gefühlsausbrüche zu zeigen. Trotzdem sehen wir hier Potenzial, das nicht genutzt wurde.

Der übrige Cast spult bestenfalls eine mittelmäßige Leistung ab. Wir waren vor allem von Chiwetel Ejiofor (12 Years a Slave, Dr. Strange) enttäuscht. Dieser kann bedeutend mehr – auch, wenn das Drehbuch wohl keine bessere Performance zuließ.

Eine schwache Leistung muss man auch dem CGI-Team attestieren. Ein Märchenfilm, der mit Fabelwesen vollgespickt ist, benötigt entweder ein großartiges Kostüm-Design oder ein bombastisches CGI. Maleficent 2 hat leider keines von beidem. So wird man immer wieder durch schlechte Animationen und uninspirierte Design-Entscheidungen an einem immersiven Erlebnis gehindert. Das wäre gerade bei einem High Budget-Film wie diesem vermeidbar gewesen.

Maleficent ist zornig | © by The Walt Disney Studios

Überfrachtet

Maleficent 2 – Mächte der Finsternis leidet zudem auch unter seinem Drehbuch. Eine belanglose Geschichte mit zu vielen Nebenschauplätzen wiegt schwer auf den Schultern dieses Films. Dieser wirkt hierdurch schlicht überfrachtet und zu wenig fokussiert. Bis zum Abspann bleibt deshalb die Frage offen, wer denn eigentlich die Protagonisten des Sequels sind. Ist es nun Maleficent, die wir auf ihrer Reise begleiten sollen oder doch vielleicht das junge, königliche Brautpaar?

Filmjunkies werden zudem bereits nach wenigen Minuten den Ausgang und die Wendungen des Streifens vorhersehen. Für diese dürfte der Film wohl aber nicht gemacht worden sein. So verkommt der Film als klassisches Kulturgut in diesem Fall sehr deutlich zum schnöden Produkt, zum reinen Konsumgut. Zwar ist dies kein Alleinstellungsmerkmal von Maleficent 2, doch fiel es uns hier besonders stark auf.

Fazit

Wertung - 6

6

Belanglos

Maleficent 2 - Mächte der Finsternis ist nicht der große Wurf geworden. Hierfür verantwortlich zeichnen ein gelangweilter Cast, ein überfrachtetes Drehbuch sowie ein uninspiriertes Charakterdesign und World Building. Fans des ersten Teils gehen ins Kino, der Rest wartet (bestenfalls) auf den Home Release.

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Kurzinformationen
Filmstart: 16. Oktober 2019
Filmlänge: ca. 120 Minuten
Land, Jahr: USA, 2019
Genre: Märchen, Action, Fantasy
Regie: Joachim Rønning
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