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Da Capo-Review: Mad Max (PlayStation Plus)

Zwischen 3. April und 1. Mai 2018 gibt es Mad Max im Rahmen der PlayStation Plus Mitgliedschaft für die PlayStation 4. Aus diesem Anlass servieren wir euch das passende Review aus dem September 2015 als Da Capo-Review.

Man kann ja über die vier bis jetzt entstandenen Mad Max-Filme sagen was man möchte, die von George Miller erdachte Saga rund um den Rachefeldzug des ehemaligen Polizisten Max Rockatansky ist nicht nur Kult, sie hatte auch einen medienübergreifenden kulturellen Einfluss. Zahlreiche Filme, TV-Serien, Musicals, Rock- und Pop-Songs bekannter Künstler und vieles mehr wurden von der dystopischen Zukunft, in der die Menschheit um Wasser und Benzin und vor allem ums nackte Überleben kämpft, inspiriert. Aber natürlich auch Videospiele machen vor Anspielungen und dem Szenario nicht halt. Allen voran natürlich die Wasteland– und Fallout-Serien greifen stark auf die Thematik zu. Aber auch Portal, Boarderlands, Twisted Metal, Carmageddon oder Rage können Mad Max als Inspirationsquelle nicht verleugnen. Es verwundert, dass es kaum offizielle Videogames mit der Mad Max-Lizenz gibt. Erst 1990 erschien Mad Max für das Nintendo Entertainment System und griff dafür die Story des zweiten Kinofilms von 1981 auf. Die 1992 erschienen Fortsetzung für Mega Drive und Super Nintendo wurde unter dem Namen Outlander ohne die Mad Max Lizenz veröffentlicht, da die Rechte bereits ausgelaufen waren. Erst 25 Jahre später kommt nun ein weiteres offizielles Videospiel auf den Markt.

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Alleine in der Wüste
Im Intro des Spiels geht es gleich richtig zur Sache und Max fast an Leder. Ausgerechnet sein Wagen, der V8 Interceptor, wird von Lord Scrotus und seiner Horde gestohlen und zu Schrott verarbeitet. Zwar kann er Scrotus töten, wird aber niedergeschlagen und ohne Auto und Kleidung in der Wüste zurückgelassen. Diese Situation hätte schnell das Ende bedeuten können, hättet ihr nicht den buckligen und eher mehr als weniger irren Mechaniker Chumbucket getroffen. Dieser hilft euch nicht nur zu überleben, er möchte für auch den Magnus Opus erschaffen, den perfekten Wagen für Max. Das Grundgerüst hat er bereits zusammengestellt, allerdings fehlt noch der passende Motorblock. Diesen aus einem feindlichen Lager zu besorgen ist euer erster Auftrag.

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Benzinbrüder haben ihre Freude
Das postapokalyptische Ödland von Mad Max präsentiert sich als komplett offene Spielwelt, von der zu Beginn des Spiels jedoch nur etwas mehr als ein Drittel freigeschaltet ist. Ihr startet am Grund eines ausgetrockneten Ozeans und erobert nach und nach weitere Gebiete. Nach und nach baut ihr sowohl Max als auch sein Gefährt mit neuen Eigenschaften und Bewaffnung aus. Wie schon in den Filmen sind nämlich die Wägen die heimlichen Stars. Doch Vorsicht: So effektiv auch etwa ein Flammenwerfer ist, er kostet bei jeden Einsatz auch wertvollen Benzin was die Reichweite schmälert. Die Welt von Mad Max wird von mächtigen Warlords beherrscht, die sich das Land untereinander aufgeteilt haben. Eure Aufgabe ist es, die Gebiete nach und nach zu säubern. Ihr hebt die Lager des Feindes aus, reißt mit eurer Harpune Türme ein (Ubisoft lässt grüßen), um das Bedrohungslevel zu senken, und sammelt Schrott ein, der die gängige Währung und das Wichtigste neben Wasser und Benzin ist.

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Eine Prise Superheld
Eroberte Lager können wieder aufgebaut werden und versorgen euch ab diesem Zeitpunkt regelmäßig mit Benzin und Schrott. Der Kampf Mann gegen Mann spielt sich ein wenig wie eine vereinfachte Version des Freeflow-Kampfsystems aus den Batman Arkham-Games. Inklusive Finishing Moves, mit deutlich weniger Superhelden-Faktor, dafür aber mit gelegentlichem Schrottflinteneinsatz. Leider gibt es sowohl bei den Standard-Gegnern als auch bei den Bossen in den Lagern nur wenige Variationen, schon nach kurzer Zeit habt ihr spielerisch und auch grafisch alles gesehen. So liegt der Schwerpunkt beim Kampf mit den Autos auf der Suche nach Schwachstellen eurer Gegner und den geschickten Einsatz von Nitroboosts, Feuerlanzen und anderen schmutzigen Tricks, die ihr in euren fahrbaren Untersatz bereits integriert habt. Dabei fährt auch euer Mechaniker mit und kann schon mal die Waffen bedienen oder den Magnus Opus reparieren, wenn ihr gerade zu Fuß unterwegs seit.

Aufgaben so eintönig wie das Ödland
Wirkt die Grafik zwangsläufig trist und öde dank des gut umgesetzten Szenarios, so trifft das leider auch auf die Missionen und Aufgaben im Spiel zu. Diese machen zwar Spaß, wiederholen sich aber schon nach kurzer Spielzeit meist ohne große Unterschiede. Selbst der Kampf um Benzin und Wasser der zu Beginn das Spiel geradezu beherrscht, gerät nach einigen Spielstunden in den Hintergrund, ja spätestens wenn ihr die Schnellreisefunktion aktiviert habt, fast schon in Vergessenheit.

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Review Overview

Wertung - 7.5

7.5

Gut, aber kein Knaller

Der größte Pluspunkt von Mad Max ist sicher, dass die Atmosphäre der Kinofilme nahezu perfekt eingefangen wird. Ich habe mir im Vorfeld dieses Reviews Mad Max 2 von 1981 und Mad Max: Fury Road aus diesem Jahr angesehen und das Erlebnis ist medienübergreifend fast stufenlos. Die Warner-Mischung aus Mittelerde: Mordors Schatten und Batman: Arkham Knight mit dem Schuss Ubisoft‘scher Türme-Eroberung weiß vor allem in den ersten 8-10 Stunden durchaus zu gefallen, bietet jedoch auf Dauer zu wenig Abwechslung und vor allem eigene Ideen. Mad Max ist ein gut abgehangenes Open World-Spiel von der Stange mit einer starken Lizenz.

Genre: Actionmad-max-cover
System: PS4, Xbox One, PC
Entwickler: Avalanche Software
Erscheint: erhältlich
Preis: ca. 60 Euro

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