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Review: Kirby Triple Deluxe

Es ist Frühling, überall essen Leute Eis – überall? Nein, im Traumland ist es genau andersrum; dort läuft eine kleine, an Erdbeereis gemahnende Kugel umher und frisst ihrerseits alles, war ihr vor die Knubbelfüße kommt. Nintendo-Kenner ahnen es schon: Der rosafarbene Vielfraß kann nur Kirby sein. Und sein neues Abenteuer passt zum 3DS wie das Stanitzel zur leckeren Kaltspeise.

Ab in den Himmel
Oh, es gibt sogar eine Story, die erklärt, warum sich Kirby aufmacht, um durch die knalligen Levels zu flattern, springen und kämpfen sowie einen auf Staubsauger zu machen. Diesmal wächst spontan eine Bohnenranke unter seinem Haus und hebt ihn samt Heim in himmlische Höhen, wo er sich – warum auch immer – zur Rettung seines Rivalen König Nickerchen aufmacht. Dieser wurde nämlich von einem sonderbaren Gesellen entführt – und mehr Grund für ein Jump’n’Run braucht man gewöhnlich nicht.

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Im Hauptspiel geht es daher mit Kirby durch zahlreiche Welten, unterteilt in einzelne Levels, die – zugegeben – in Sachen Hand-Augen-Koordination nicht unbedingt die Forderndsten sind. Affenartige Reflexe wie in einem Donkey Kong Country Returns 3D braucht man nicht, um ans Ziel zu kommen, vielmehr ist der Weg dahin das solche Die Passagen sind nur so vollgestopft mit lustigen Einfällen und spaßigen Auflockerungen, dass man eigentlich gar nicht so schnell damit fertig sein will. Zumeist aufgebaut in mehreren Ebenen, die den 3D-Effekt schön nutzen, geht es horizontal sowie ab und an auch mal vertikal durch das wolkige Reich. Dabei könnt ihr von Kirbys Macht, die Eigenschaften mancher eingesaugter Gegner anzunehmen, Gebrauch machen.

Schluckt der Klops beispielsweise einen Ritter, dann dürft ihr, so lange ihr nicht Schaden nehmt, mit einem Schwert auf eure Widersacher und Level-Hindernisse losgehen, verspachtelt Kirby einen Nashornkäfer, kann er kurz darauf selbst buchstäblich alles in seinem Weg auf die Schaufel nehmen. Mit knapp 30 findbaren Kräften hat man also einiges an Abwechslung und es bei den Bossen auch einfacher. Verliert man hingegen diese Power-Ups durch Unachtsamkeit, verändert sich das komplette Spielprinzip. Dann müsst ihr wie in den allerersten Teilen der Kirby-Reihe Gegner oder Objekte einsaugen und auf Gefahren spucken. Besonders die Bosse werden dadurch kniffliger.

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Auch erfährt das Spiel mehr Anspruch, wenn ihr euch gezielt auf die Suche nach Sonnensteinen macht. Diese sind mal besser, mal schlechter versteckt, müssen durch Geschicklichkeitseinlagen oder das Lösen von Rätseln ergattert werden und dienen der Freischaltung der Boss-Zonen und weiterer Levels. Bei den Rätseln kommt öfters übrigens der Bewegungssensor des 3DS zum Einsatz: Dann kippt ihr das Gerät beispielsweise, um eine Zündschnur, die in einem rutschigen Block versteckt ist, zusammenzusetzen, damit die Flamme ihren Weg zur abzuschießenden Rakete findet. Auch fein: Oft seht ihr im Hintergrund auf einer anderen Ebene des Levels schon lange interessante Objekte oder Rätsel, die ihr erst dann besuchen könnt, wenn ihr zum dorthin transportierenden Warp-Stern kommt.

Zu guter Letzt sei noch auf den größten Special-Effect im Spiel eingegangen: die Meganova-Verwandlung Kirbys. Wenn er eine spezielle Frucht verschnabuliert, kann der winzige Kerl kurzzeitig plötzlich fast das gesamte Level aufsaugen. Riesige Gegner, Steinblöcke und sogar Bäume verschwinden im Nu in seinem Mund. Man möchte sich an dieser Stelle gar nicht vorstellen, was am nächsten Tag bei Kirbys Toilettenbesuch abgeht. (Vermutlich viel; ruft schon mal einer Klempner Mario?) Eindrucksvoll inszeniert und lustig zu spielen sind die Meganova-Stellen aber auf jeden Fall.

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Prall wie ein rosa Ballon
In Sachen Umfang bekommt man von HAL wieder das volle Programm geboten. So ist man bereits länger mit dem Hauptspiel beschäftigt, überhaupt, wenn man sich daranmacht, die dort verborgenen Pixel-Schlüsselanhänger zu suchen. Diese stellen Objekte aus älteren Kirby-Games dar und sind eine hübsche Erinnerung für Fans der Reihe. Witzig: Im Betrachtungsmodus schwingen sie hin und her, wenn man den 3DS bewegt.

Nicht ohne Grund lautet der Untertitel des Spiels „Triple Deluxe“. So darf man sich neben der Story auch an einem Geschicklichkeitsspiel erfreuen, wo man mit König Nickerchen über Trommeln hüpft, um auf Highscore Münzen einzusammeln. Und auch ein an Super Smash Bros. erinnernder Kampfmodus hat es auf das Modul geschafft. Dort dürft ihr euch alleine gegen den Computer oder (auch via Download-Spiel) mit drei weiteren Freunden prügeln, was sich als ganz pfiffig erweist. Und als wäre das noch nicht genug, bekommt ihr nach Abschluss der Story zwei noch knackigere Modi spendiert, die wir an dieser Stelle nicht spoilern wollen, aber euch nahelegen, das Game durchzuzocken, damit ihr in ihren Genuss kommt.

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Optisch rund!
Visuell ist Kirby Triple Deluxe ebenso zuckersüß wie in Sachen Gameplay. Das Art-Design funktioniert wie eh und je und in 3D kann es sich dank der klaren Linien auch sehen lassen. Außerdem muss man in den Vordergrund stellen, dass die Entwickler nichts ausgelassen haben, um die dritte Dimension zu nutzen. Gegner werfen von einer hinteren Bildebene Objekte nach vorne, Baum-Bosse lassen ihre Ranken in euer Gesicht schnellen oder kleinere Level-Monster fliegen schon mal auf euch zu, um Kirbys Ereignishorizont und so seinem gefräßigen Maul zu entfliehen. Kurzum: Das Spiel ist ein solch visuelles Gustostückerl, dass man sich nicht wundern bräuchte, wenn Kirby um die Ecke böge, um es gierig zu mampfen.

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Review Overview

Wertung - 8

8

Panik auf der Bohnenranke!

Fans greifen zu … ha ha, im Ernst: Wenn ihr knackige Jump'n'Runs sucht, bei denen ihr so gefrustet seid, dass ihr oft kurz davor steht, den Controller von euch zu werfen, solltet ihr einen Bogen um Kirby machen. Damit kann Nintendos Vielfraß leider nicht dienen; vielmehr ist der Titel eine unaufgeregte, mit tollen Ideen und erfreuender Grafik bestückte Reise durch einen Traum von einem Spiel. Wenn man genug von überhektischen Hüpf-Games hat und einfach mal relaxt ein paar lustige Passagen sowie durchdachte Level-Rätsel lösen will, dann kann man mit Kirby allerdings nichts falsch machen. Und will man es dann doch eine Spur wilder, nimmt man sich einfach einen der Zusatzmodi vor, immerhin hat Kirby für seinen 3DS-Auftritt so viel Inhalt aufgesaugt, dass man lange davon zehren kann.

 

81KH8K5wALL._SL1500_Genre: Jump’n’Run
System: 3DS
Entwickler: HAL
Erscheint: 16. Mai
Preis: ca. 40 Euro
Alter: 7+

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