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Review: Injustice (Animated Movie)

Eigentlich ist ja Verlass auf die DC-Animationsfilme. Egal ob das Finale des vorigen Universums in Justice League Dark: Apokolips War oder der neuen Kontinuität, die mit Deathstroke: Knights & Dragons, Superman: Man of Tomorrow und Justice Society: World War II gestartet wurde  die Qualität ist praktisch immer hoch oder sehr hoch. Zuletzt konnte auch die Adaption des Kult-Comics Batman: The Long Halloween in zwei Teilen überzeugen. Doch mit der Filmadaption der Story der Injustice-Videospiele und -Comics hat DC offensichtlich so seine Probleme. Die eigentlich fantastische Prämisse wird im neuen Animationsfilm einfach nicht würdig auf den Bildschirm gebracht.

Die Prämisse ist bereits seit dem ersten Game bekannt, der Film hält sich daran: Als seine gesamte Welt an einem Plan des Joker zerbricht, will Superman für Weltfrieden sorgen. Und das um jeden Preis. Der Mann aus Stahl stellt sich gegen Diktatoren, löst den Nachost-Konflikt und beendet Waffengewalt. An sich hehre Ziele, doch es stellt sich unweigerlich die Frage: Wo liegt die Grenze zur Diktatur? Bewegt sich die Schwelle des Denkbaren, je mehr Superman seine ungebändigte Macht ausspielt. Wo endet die Utopie und wo beginnt die Schreckensherrschaft?

Ein Held stellt sich bereits früh gegen Superman: Batman. Die Mitglieder der gespaltenen Justice League müssen sich für eine Seite entscheiden und so kämpfen ehemals Verbündete in einer tödlichen Schlacht um Freiheit gegeneinander. Injustice hat das amerikanische R-Rating erhalten, richtet sich mit seiner teils expliziten Darstellung also an Erwachsene. Auch wenn die Gewalt manchmal wie ein Selbstzweck wirkt.

Es ist traurig, doch die Videospiele haben die Story fast besser erzählt als dieser Film. Es wird versucht, einfach viel zu viel Handlung in etwas mehr als eine Stunde Laufzeit zu quetschen. Statt der schleichenden Entwicklung verschiedener Charaktere von der einen Seite zur anderen Seite des Gut-Böse-Spektrums geht einfach alles viel zu schnell. Viele Charaktere haben ihren Auftritt (und tatsächlich bessere Kostüme als in den Games), doch damit gehen eine Reihe an Handlungssträngen einher, die zwar angeschnitten, aber kaum zu befriedigenden Abschlüssen geführt werden.

Die Sprecher sind der einzige Bereich, in dem der Film wirklich gut ist. Justin Hartley stellt im englischen Original einen müden, emotional rauen Superman dar und macht das Beste aus dem einschränkenden Drehbuch. Auch Faran Tahirs Ra’s al Ghul ist ein unerwartetes Highlight. Selbst mit Schauspielern wie Gillian Jacobs (Harley Quinn) und Kevin Pollak (Joker), die ihre Rollen ziemlich klassisch anlegen, haben die Macher ein gutes Händchen bewiesen. Sie hätten alle eine stärkere Story verdient gehabt.

Wertung

Fazit - 4

4

Injustice versucht, viel zu viel des Ausgangsmaterials in einen Film zu stopfen, was ihn zwingt, eine große Menge an Charakterentwicklung und wichtigen Handlungspunkten auf dem Weg zu opfern. Das Ergebnis ist ein Film, der sich leer und emotional hohl anfühlt. Man ist besser damit beraten, die Games zu spielen oder die entsprechenden Comics zu lesen.

Kurzinformationen
Filmlänge: 78 Minuten
Land, Jahr: USA, 2021
Genre: Animation, Action
Regie: Matt Peters

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