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Review: Gloomy Eyes

Nightmare before Christmas 2: Direct to VR-Edition

Bei Betrachtung des “Elevator-Pitch” von Gloomy Eyes werden wohl dem ein oder anderen die Augen vor Vorfreud zu leuchten begonnen haben. Ein “Burton-esquer” VR-Kurzfilm bei dem ein von Collin Farrel-vertonter Erzähler den Zuschauer durch eine in kleinen Dioramen erzählte post-apokalyptische Liebesgeschichte führt, klingt ja durchaus interessant. Leider schafft es Gloomy Eyes aber nie wirklich seinem großen Potential gerecht zu werden.

Der erste WOW-Faktor

Derweil beginnt alles sogar noch vielversprechend. Die mit vielen kleinen Details versehenen Szenen wirken in VR tatsächlich wie ein lebendig gewordenes Diorama und Collin Farrels- angenehme Erzählstimme baut die kribbelige Atmosphäre einer Lagerfeuer-Geschichte auf.

Burtons Warm Bodies

Die waage Handlung wird dafür schnell umrissen. So ist die Sonne der Menschheit überdrüssig geworden und hüllt sie daher in Finsternis. Besagte Finsternis ließ daraufhin die Toten aus ihren Gräbern wieder auferstehen und einer dieser Zombies, genannt Gloomy hat etwas besonderes an sich. Seine leuchtenden Augen wecken das Interesse des kleinen Menschen-Mädchens Nina und die sich daraus entwickelnde ungewöhnliche Romanze, sowie Ninas Onkel der begnadete Zombie-Jäger stehen im Mittelpunkt des Geschehens.

360 With Scope

Optisch wird daraufhin vor allem mit dynamischen Übergängen von Diorama zu Diorama gespielt, wodurch sich das Geschehen wirklich in 360 Grad um den Zuschauer aufbaut und je nach Blickwinkel andere Details freigibt. Daher empfiehlt es sich aber auch, die jeweils etwa 10 minütigen Folgen entweder im Stehen oder zumindest auf einem drehbaren Stuhl mit etwas Platz zu verfolgen, da die Bewegung des eigenen Kopfes teil des Konzepts sind.

Achja und der hatt noch….

Leider hört es an dieser Stelle aber auch schon auf mit den Lobpreisungen. So ist die Story nicht nur völlig konfus sondern springt oft willkürlich hin und her als ob noch etwas vergessen wurde, was bei einer Handlung von je nach Rechenart 3-6 Charakteren fast schon eine Leistung ist. Fragen werden immer nur aufgeworfen ohne jemals wirklich beantwortet zu werden, die Dioramen wirken viel zu separiert um wirklich Ausschnitte einer zusammengehörigen Welt darstellen zu können und die Beweggründe selbst der Haupt-Charaktere werden nur marginal ausgeleuchtet.

Der arme Mörder…

Auch der Versuch eine Geschichte zu erzählen in der vorwiegend der Mensch das “Böse” ist, dass die ungewöhnliche Liebe der beiden zerstören will und damit die “Sonne” erzürnt, geht gefühlt schon ab dem Punkt nicht mehr emotional und moralisch auf, wenn Gloomy bereits in seiner Einführung ein Liebespärchen im Autokino umbringt.

Ach egal, wird schon keiner merken…

Zusätzlich variiert die Qualität der Animationen stark und während manche Bewegungen wie vor allem die von Ninas Onkel herrlich flüssig und wundervoll grotesque aussehen, wirken andere wiederum abgehackt und inkonsistent. Unschöne Clipping-Fehler bei denen Gegenstände versehentlich in den Boden oder Wände hineinstehen, setzen dem ganzen dann noch das I-Tüpfelchen auf. Was bei kleinen Indie-Titeln noch verkraftbar ist, wirkt bei einem statischen Animations-Film mit gut einem Dutzend Animateuren und 3D-Artists einfach halbherzig.

Fazit:

Wertung: - 6.5

6.5

Watery Eyes

Ich liebe das Konzept von Gloomy Eyes und hoffe inständigst, dass dieses noch von vielen vielen anderen Studios und Entwicklern aufgegriffen wird, die es dann hoffentlich besser umsetzen. Was hier aber geboten wird, ruht sich viel zu sehr auf Collin Farrel und dem Novum-Faktor des Mediums aus. Die Präsentations-Form hätte mehr Engagement verdient und die Geschichte mehr Konsistenz sowie ein besseres Pacing. Da Gloomy Eyes wegen einiger unnötig verstörender Momente leider aber auch für ein junges Publikum eher ungeeignet ist, ist der Kaufpreis hier maximal für Enthusiasten gerechtfertigt, die dann ein wenig davon träumen können, was mit der Idee noch alles umzusetzen wäre.

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Genre:  VR-Animationsfilm
Entwickler: Arte
System: Oculus Rift & Quest, Steam VR
Erscheint: Erschienen
Preis: ca. 7 Euro
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