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Review: Gears 5

First Party-Titel sind für viele das Salz in der Suppe der Videospiel-Industrie. Sie reizen die Hardware aus und schieben die technische Entwicklung an. Und während Sony mit Horizon: Zero Dawn, God of War oder Spider-Man von Erfolg zu Erfolg eilt, verlor Microsoft hier immer weiter an Boden. Kann Gears 5 die Trendwende bringen?

Frischer Wind

God of War hat im vergangenen Jahr etwas vollbracht, was wohl nur wenige zuvor für möglich hielten: Es hat dem Franchise, das als abgeschlossen und auserzählt galt, neues Leben eingehaucht. Vor einer ähnlichen Herausforderung stand das Entwicklerstudio The Coalition mit Gears 5 wohl auch.

Eines vorweg: Die Kampagne, die in einzelne Akte und Kapitel unterteilt ist, erfindet das Rad nicht neu. Sie ändert auch nicht grundlegend die Formel hinter Gears of War. Und trotzdem schafft sie es, frischen Wind in das angestaubte Franchise zu bringen. Wie sie das macht? Ganz einfach! Sie erzählt eine kurzweilige Geschichte mit interessanten Charakteren.

Kait Diaz ist auf der Suche nach Antworten

Alpträume

Die Ausgangslage ist simpel: Die bekannte Truppe um Marcus und James Fenix ist zurück. Diesmal rückt aber Kait Diaz in den Mittelpunkt des Geschehens. Diese ist von schrecklichen Alpträumen geplagt, die mit starken Kopfschmerzen einhergehen. Hier sieht Kait allerhand Abscheulichkeiten und dystopische Zukunftsszenarien. Was hat es damit auf sich? Könnten sich diese als Visionen herausstellen?

Wie bereits erwähnt, erzählt Gears 5 eine spannende und kurzweilige Geschichte. „Kurzweilig“ sollte jedoch nicht wörtlich verstanden werden. Bietet doch die Kampagne des Third Person Shooters alleine zwischen zwölf und 15 Stunden Spielspaß und bombastische Action. Ein Quality Drama sollte man sich jedoch nicht erwarten. Gears 5 ist vielmehr ein gut gemachter Sommer-Blockbuster – mit allen Stärken und Schwächen, die dieser Umstand mit sich bringt.

Die Grafik in Gears 5 kann sich sehen lassen

Altbekannte Stärken

Fans der Reihe werden sich beim Gameplay schnell gut aufgehoben fühlen. Verändert The Coalition hier doch recht wenig im Vergleich zu den Vorgängern. Dies soll jedoch nicht unbedingt als Kritik aufgefasst werden. Immerhin eignen sich die zugrundeliegenden Gameplay- und Shooter-Mechaniken ideal sowohl für Neueinsteiger als auch für Veteranen der Serie. Und spätestens, wenn das beliebte Mk. II Lancer-Sturmgewehr mit integriertem Kettensägen-Bajonett zum Einsatz kommt, werden alle Skeptiker überzeugt sein.

Die meisten Stellschrauben wurden aber mit dem Roboter JACK gedreht. Dieser ist ein treuer und nützlicher Begleiter im Kampf gegen den Schwarm. Per einfachen Knopfdruck holt er Munition, macht Diaz feuerfest oder versetzt den Gegnern einen paralysierenden Stromstoß. JACK ist eine sinnvolle Ergänzung und macht die Gefechte strategischer und abwechslungsreicher im Vergleich zu den Vorgängern. Mit Modulen, die auf dem Weg eingesammelt werden können, lässt sich der blecherne Gefährte weiter ausrüsten und upgraden.

Der Schwarm hatte noch nie gute Laune

Wunderschön

Gears 5 ist ein Triple A-Titel, womit auch nicht lange hinter dem Berg gehalten wird. Das Spiel bietet eine wunderschöne Grafik mit atemberaubenden Bildern sowie großartigen Lichteffekten und -Stimmungen. Zudem ist es wunderbar in deutscher und englischer Sprache vertont.

Leider übernimmt es auch etliche Spiel-Mechaniken aus anderen, vergleichbaren Blockbuster-Titeln. So kommen kurze Button-Mash-Quick-Time-Passagen ebenso wie die bekannten Räuberleiter-Szenen aus beispielsweise Uncharted 4 darin vor. Einige Schauplätze im zweiten Akt der Kampagne ähneln zudem erstaunlich der Open World von Horizon: Zero Dawn. Das ist jedoch nicht weiter schlimm. Ärgerlich ist hingegen schon, dass  bei diesen hohen Produktionswerten nicht immer die Umgebung, die als Deckung für die Feinde benützt werden kann, zerstörbar ist.

Wird Marcus Fenix ihr helfen können?

Horde, Versus und Escape

Gears 5 ist ein sehr umfangreiches Spiel. So bietet es neben der Kampagne noch die Modi Horde, Versus und Escape, die allesamt auf den Multiplayer ausgerichtet sind.

Im Horde-Modus müssen Spieler 50 Gegner-Wellen überstehen, was doch einige Zeit und Nerven in Anspruch nehmen kann. Hierfür werden zwölf Maps von The Coalition zur Verfügung gestellt. Weitere könnten noch kostenlos folgen.

Bei dem sogenannten Escape-Modus müssen drei Spieler zusammenarbeiten, um zu entkommen. Andernfalls werden sie von einem tödlichen Gas heimgesucht – und das wäre doch schade.

Anders als Escape ist der Versus-Modus aus den Vorgänger-Spielen bekannt. Hier wurden einige Erleichterungen für Neueinsteiger geschaffen, die aber nichts an dem ursprünglichen Spielspaß des Modus verändern.

Fazit

Wertung - 8.5

8.5

Gears 5 erfindet das Rad und auch die Serie nicht neu. The Coalition baut jedoch auf den bekannten Franchise-Stärken auf und fügt eine interessante Geschichte mit opulenter Grafik und tollem Sound hinzu. Am Ende steht wohl eines der besten Microsoft-exklusiven Spiele dieser Konsolen-Generation.

User Rating: 4.55 ( 1 votes)
Kurzinformationen
Entwickler: The Coalition
Genre: Third Person Shooter, Action
System: Xbox One und Windows PC
Erscheinungstermin: 6. September 2019
Preis: ca. 70 Euro

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