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Review: Fire Emblem Awakening

Videospiele schaffen es selten uns Charaktere ans Herz wachsen zu lassen und wenn, dann maximal den Hauptcharakter. In Fire Emblem Awakening fiebert ihr mit einer ganzen Gruppe mit – und nicht nur das macht das Game zu etwas ganz Einzigartigem.

Die Strategie-Reihe mit Rollenspielelementen hat eine lange Historie und nach ein paar Jahren Pause meldet sie sich endlich zurück. Awakening (in Japan seit Februar 2012 erhältlich) erzählt serientypisch eine völlig neue Handlung, die sehr traditionell böse Mächte, Prinzessinnen und strahlende Helden beinhaltet. Letztere setzen sich aus dem Prinzen Chrom und seinen Gefolgsleuten zusammen, die das Reich Ylisse vor einer großen Bedrohung beschützen müssen. Auch ein völlig unbekannter Charakter, den ihr vor dem Spiel selbst aus einigen Bauteilen zusammen setzen könnt, spielt eine wichtige Rolle in dieser Geschichte voller Intrigen und Überraschungen.

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Es ist nicht einfach objektiv zu bleiben, wenn einem ständig positive Dinge einfallen, die man im Zusammenhang mit dem Spiel erwähnt haben will. Da ist zunächst die erstmalige Chance für Neulinge recht einfach in die Serie einzusteigen, indem man den permanenten Tod der eigenen Recken deaktiviert. Fällt ein Mitglied eurer Gruppe im Kampf, scheidet er zwar aus dieser Schlacht aus, wird nach einem Sieg aber wieder Teil der Gruppe. Empfehlen würde ich diese Vereinfachung nicht, da der Verlust eines tapferen Mitstreiters emotional einfach zum Spiel (und der Serie) dazugehört und zeigt, wie sehr man sich an die einzelnen Gesichter gewöhnt. Wer aber alle Seitenstränge der Handlung erfahren und nicht jede Mission mehrmals starten will, der findet auf dieser Einstellung einen sehr stressfreien Pfad.

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Das Herz des Spiels sind neben den starken Charakteren in jedem Fall die rundenbasierten Kämpfe. Vor dem ersten Zug bestimmt ihr, wer mit euch in die Schlacht zieht und wie die einzelnen Figuren auf dem Schlachtfeld positioniert werden. Heiler nach hinten, die Kavallerie nach vorne. Dann wird abwechselnd mit der feindlichen Intelligenz gezogen. Die Berücksichtigung der Reichweite eurer Waffen und das bekannte „Stein, Papier, Schere“-Prinzip (z.B. Schwert schlägt Axt) kennt man aus den Vorgängern. Neu sind die verschiedenen „Verstärkungen“, die man sich in der Gruppe holen kann. So ergänzen sich nebeneinanderstehende Charaktere und profitieren mit z.B. einem Schadensbonus von der taktischen Aufstellung zum Feind. Auch kann man zwei Figuren gruppieren – dann können sie zwar nicht mehr einzeln angreifen, ergeben aber eine stärkere Einheit, die punktuell härter zuschlagen kann. Nebeneffekt der „Pärchen“ sind emotionale Bindungen, die sich dadurch ergeben. Kämpfen zwei Figuren oft miteinander und verstehen sich dann auch zwischen den Schlachten gut, verbessert sich ihre Beziehung, was im idealsten Fall zu einer Heirat und Kindern führt, die dann ebenfalls für euer Team rekrutiert werden können. Und genau diese Verschmelzung aus taktischen Kämpfen und den daraus resultierenden emotionalen Gesprächen macht Fire Emblem Awakening so einzigartig.

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Ich könnte noch über die verschiedenen Shops reden, bei denen man Waffen oder Tränke nachkauft, die Side-Quests, die man nicht annehmen muss, die aber überraschende Waffen und neue Charaktere mit sich bringen, oder auch die unglaublich toll gemachten Zwischensequenzen im Anime-Look, die sogar komplett in englischer Sprache vertont wurden. Aber als objektiver Berichterstatter findet man auch am schönsten Spiel ein paar negative Punkte – auch wenn sie zugegebenermaßen gering ausgefallen sind. Da wären etwa ein paar sehr kindliche Textpassagen, sowohl von den Hauptcharakteren, aber speziell von den zahlreichen Bösewichten, die gar klischeehaft ihre Bösartigkeit artikulieren. Auch das Fehlen von Sprachausgabe in den vielen Dialogen könnte man bemängeln, aber gut, es ist nur eingeschränkter Speicherplatz vorhanden. Aber warum um Himmels Willen muss jeder Absatz mit einem Seufzer oder einem schrillen „Yeah“ anfangen? Das nervt schon nach wenigen Minuten, kann wohl auch deshalb in den Optionen deaktiviert werden. Noch was? Ach ja, das Navigieren durch die Menüs und das eigene Inventar ist nicht besonders intuitiv ausgefallen, nach einigen Stunden gewöhnt man sich trotz diverser Umständlichkeiten aber daran.

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Der Vollständigkeit halber sei hier auch noch der Multiplayer-Modus erwähnt, der sich in ein paar verschiedenen Facetten präsentiert. Via StreetPass könnt ihr euch Charaktere von Freunden laden oder gemeinsam mit ihnen in sparsam inszenierten Kämpfen für zusätzliche Gegenstände kämpfen. Weiters sollen DLCs folgen, wo man alte Bekannte der Serie trifft und ebenfalls auf Item-Jagd gehen kann. Wie das genau in Europa aussehen wird, konnte uns bei Nintendo leider bis zu Redaktionsschluss keiner sagen. Die Hoffnung stirbt aber bekanntlich zuletzt. (aa)

Review Overview

Wertung - 9

9

Ein spielerisches Erwachen

Ohne Übertreibung würde ich Awakening als besten Teil der Fire Emblem-Reihe bezeichnen. Die tolle Charakterentwicklung, die vielen kleinen Kniffe im Kampf und der Umfang des Spiels findet man so in nur wenigen Spielen. Deshalb eine klare Kaufempfehlung, nicht nur für eingesessene Fire Emblem-Kenner. Ich muss jetzt weiterspielen.

51lYPHTxnuL._SX385_System: 3DS
Entwickler: Nintendo
Spieler: 1
Erscheint: April 2013
Preis: ca. 40 Euro
Alter: 12+
Sprache: engl.
Text: dt.

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