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Review: Doctor Who Staffel 2 – Glückstag

Doctor Who hat endlich wieder Zähne

Endlich schafft es Doctor Who Sci-Fi zu nutzen um etwas echtes über unsere Welt auszusagen.

Für eine Show, die seit den 70ern immer wieder tagesaktuelle Themen in allegorischer Sci‑Fi-Verkleidung verpackt, hielt sich die beste Show im Universum in den letzten Jahren verhältnismäßig zurück. Als Russel T. Davis frisch aus „Years and Years“ ins Whoniversum zurückkam, lag im Fandom schon die Erwartungshaltung, dass Davis sich nun im Wochentakt mit den brisantesten Themen unserer Zeit auseinandersetzen würde. Es hat 17 Folgen gedauert, aber mit „Glückstag“ ist endlich wieder eine Who‑Folge erschienen, die wie eine direkte Antwort auf aktuelle Schlagzeilen wirkt. Nebenbei werden Charaktere ausgebaut, die es bitter nötig gehabt haben, und die Saat für die kommenden Folgen gestreut…

In „Glückstag“ rückt Ruby Sunday in der zweiten Staffel zum ersten Mal in den Fokus. Hierbei darf Milly Gibson in einer Folge strahlen, die der ehemaligen Companion endlich erlaubt, sich zu entwickeln. Die Abenteuer mit dem Doctor sind nicht spurlos an ihr vorbeigegangen. Sie fühlt sich isoliert und paranoid, und es gibt niemanden, mit dem sie darüber reden kann. Genau als sie es endlich schafft, eine Beziehung zu jemandem Neuen (ausgerechnet einem Podcaster!) aufzubauen, fängt eine furchteinflößende Kreatur an, ebenjenen zu verfolgen.

Photo: BBC Studios/Disney/Bad Wolf

Die „Doctor-Lite“-Folge tanzt erstmals aus dem Rythmus der bisherigen Staffel heraus aber schafft es trotzdem den übergreifenden Handlungsstrang voranzutreiben. Ncuti Gatwa fehlt zwar nicht ganz – er taucht in drei fantastischen Szenen auf – doch der Fokus liegt eindeutig auf Ruby, ihrem neuen Partner und auf UNIT. Das britische Verteidigungsnetzwerk gegen außerirdische Bedrohungen präsentiert sich in dieser Ära der Show als ein stets wiederkehrendes Geflecht von Charakteren. Bald beginnen die Dreharbeiten an der UNIT-Spin-off-Show, die wir wohl 2026 erwarten dürfen – gut, dass bereits genügend Zeit in die Organisation investiert wurde, um das Interesse an diesem Spin-off zu wecken. Jemma Redgrave als Kate Lethbridge-Steward liefert eine elektrisierende Performance, und ihr Charakter sieht sich immer wieder mit schwierigen Entscheidungen konfrontiert. UNIT bietet, wie einst Torchwood, eine düstere Perspektive auf das Doctor Who-Universum, die besonders in „Glückstag“ zum Vorschein kommt.

Photo: BBC Studios/Disney/Bad Wolf

Während wir letzte Woche noch im Horror-Genre unterwegs waren, schleudert uns die TARDIS nun in ein Charakterdrama, das in einen politischen Thriller übergeht. Es gibt ein Monster der Woche, das effektiv eingesetzt wird, um eine weitaus spannendere Geschichte zu erzählen, als man zunächst vermuten würde. „Glückstag“ nutzt die Abwesenheit des Doctors für ein Abenteuer, das nur ohne ihn möglich ist. Gleichzeitig wird uns ohne Scheu der Spiegel vorgehalten, und Doctor Who setzt sein Fantasy-Setting ein, um die Realität unserer Welt deutlich zu machen und herauszufordern. Wer sind die Menschen, die bestimmen, was wir denken, und wie weit gehen sie, um ihre Lügen zu verbreiten? Wie gewinnt man gegen Machthaber, die gegen Impfungen wettern, während sie sich selbst alle COVID-Shots geholt haben? Kann man gewinnen, wenn das Gegenüber nicht an seine eigenen Verschwörungstheorien glaubt, aber dennoch gutes Geld damit verdient? Einfache Antworten auf diese Fragen gibt es nicht einmal in einer Show, in der eigentlich alles möglich ist.

Photo: BBC Studios/Disney/Bad Wolf

Meinung

Glückstag reiht sich in die besten „Doctor-Lite“-Folgen der gesamten Show ein. Pete McTighe – einst verschmäht wegen seines… fehlgeleiteten „Kerblam!“ – nutzt Doctor Who, um endlich etwas Echtes über unsere Welt auszusagen und könnte damit kaum aktueller sein. Im Kontext der Show funktioniert „Glückstag“ als ideale Brücke in die zweite Hälfte der Staffel, die schon bald in einem hoffentlich fulminanten Finale mündet.

Doch zuvor führt uns die TARDIS erstmals nach Afrika – nämlich nach Lagos, wo der Doctor und Belindra in das Netz des Barbers geraten und eine Welt entdecken, in der Geschichten mächtige Kräfte besitzen. Abgesehen vom spannenden Setting (irdische Abenteuer außerhalb der UK und Amerikas sind rar, aber gern gesehen) ist auch der Autor der Folge bemerkenswert: Inua Ellams, selbst Poet und aus Nigeria stammend, wird uns garantiert mit einer einzigartigen Folge von Doctor Who – „Die Geschichte und der Antrieb“ – beglücken.

Sehr ans Herz legen wir allen die Behind-The-Scenes-Einblicke in die Produktion von „Glückstag“:

Wir begleiten euch durch die gesamte zweite Staffel Doctor Who:

 

Daniel Dorner

Ich mach Videospiele und schreib über Videospiele und rede über Videospiele - manchmal spiele ich sie sogar.

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