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Review: Devil’s Third

Tomonobu Itagaki, der ehemalige Leiter von Tecmos Team Ninja und damit Verantwortlicher für Dead or Alive und den Reboot von Ninja Gaiden, kündigte Devil’s Third 2010 als sein nächstes Projekt an. Daraufhin erging es dem Spiel nicht besonders gut. Der vorgesehene Publisher THQ schlitterte in die Pleite und das eigens gegründete Entwicklerstudio Valhalla Game Studios musste mehrmals die Spielengine wechseln. Im Rahmen der E3 2014 verkündete Nintendo schließlich, dass Devil’s Third ausschließlich für Wii U veröffentlicht wird. Anders als die Rettung von Bayonetta 2 hätte sich Nintendo diesen Exklusivdeal allerdings getrost sparen können.

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Guilty ohne Pleasure
Es gibt diverse Spiele und Filme, die dermaßen beschissen qualitativ minderwertig sind, dass sie auf eine gewisse Art und Weise auch schon wieder unterhaltsam sind. Devil’s Third gehört nicht dazu. Dabei hätte es eigentlich das Zeug dazu. Als Hauptcharakter fungiert der russische Terrorist Ivan, eine dermaßen coole Sau, dass er niemals seine Sonnenbrille abnimmt, sich mitten in Feuergefechten eine Zigarette anzündet und eine Allergie gegen alle Kleidungsstücke hat, die seinen mit Tattoos „verzierten“ Oberkörper verdecken könnten. Diese leere Hülle von einer Person muss ans Werk, als ein mysteriöser Schurke plötzlich Satelliten zum Absturz bringt und auch Ivans ehemalige Terror-Kollegen auf ihn loslässt.

Laaaaangweilig!
Der Plot könnte den Aufhänger für einen wilden Ritt voller Explosionen, Blutfontänen und witzigen One-Linern bieten, liefert stattdessen aber langweilige Kampfmechaniken, Optik auf PS2-Niveau und unspannende Szenarien. Die grundlegenden Spielmechaniken in Devils’s Third sind mit anspruchslosen Schwertkämpfen und hakeliger Bedienung der Schusswaffen dermaßen unspektakulär, dass die Umgebungen, Gegner und Storyentwicklungen mit abgedrehten Sequenzen á la Bayonetta oder Asura’s Wrath in Szene gesetzt werden müssten. Stattdessen gibt es eintönige Schlauchlevels, gehirnamputierte Gegner und Bosse, die mit einer Mischung aus Ausweichen und stumpfem Button-Mashing besiegt werden können.

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Pay-to-Win in einem Vollpreistitel
Während dem Einzelspielermodus vielleicht noch im schwer angetrunkenen Zustand ein bisschen Spaß zu entlocken ist, muss man sich in der Mehrspielerkomponente beleidigt fühlen. Zwar hat man sich sichtlich Mühe gegeben, neben den Standards (Deathmatch und Co.) abgedrehte Modi wie etwa einem Chicken-Modus (in dem es dem Namen entsprechend um Hühner geht) zu integrieren, doch aufgrund des unausgegorenen Kampfsystems ist der Multiplayer keine Sekunde Lebenszeit wert. Der Gipfel der Frechheit sind Mikrotransaktionen, mit denen man sich einfach die besten Waffen kaufen und die Konkurrenz niedermähen kann.

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Review Overview

Wertung - 3

3

Devil's Turd

Nach Itagakis tollem Ninja-Gaiden-Reboot hätte man sich von seinem nächsten Projekt ein besseres Spiel als Devil’s Third erwartet. Es hätte nicht einmal besonders gut sein müssen, nur eben besser als dieser Unfall von einem Spiel, der mit einer miesen Story, einem anspruchslosen Kampfsystem und grottiger Optik daherkommt.

Genre: ActionDevil's Third - [Wii U]
System: Wii U
Entwickler: Valhalla Game Studios
Erscheint: erhältlich
Preis: ca. 55 Euro

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