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Review: Deathloop

Arkanes retrofuturistischer Zeitschleifen-Shooter rockt die PS5!

Mit Dishonored und Prey haben sich die französischen Arkane Studios einen guten Namen gemacht und besitzen den Ruf, bekannte Genres mit jeder Menge frischer Ideen in zu bereichern. Bei Deathloop ist das bereits auf den ersten Blick genauso, in dem Openworld-Shooter seid ihr in einer Zeitschleife gefangen, die ihr nur durchbrechen könnt, wenn ihr acht bestimmte Zielpersonen ausschaltet. Und das klingt einfacher und klassischer als sich das hervorragend geschriebene und inszenierte Spiel schlussendlich dem Spieler erschließt.

Das Zeitschleifen nicht nur im Kino bei Und täglich grüßt das Murmeltier funktionieren, sondern auch in Videospielen, konnten etwa The Sexy Brutale, Minit oder zuletzt auch Twelve Minutes unter Beweis stellen. Deathloop ist als AAA-Produktion aber gleich ein ganz anderes Kaliber und fühlt sich an vielen Stellen jedoch noch immer wie ein frisches, aber auch geglücktes Experiment an. Wenn ihr Arkanes frühere Action-Rollenspiele, insbesondere Dishonored, gespielt habt, wird euch die Mischung aus First-Person-Stealth und Kampf in Deathloop sofort bekannt vorkommen. Aber Vorsicht, Deathloop hat jedoch einen ganz anderen Ton, und das ändert alles. Es lehnt sich an das Zeitschleifen-Konzept an und wirkt an einigen Stellen fast wie eine Parodie von Arkanes eigener Formel, die normalerweise jede deiner Bewegungen mit moralischen Implikationen belastet hat. Wo Dishonored seine Welt mit einer Rattenplage verseuchte, wenn man zu schießwütig wurde, gibt es in Deathloop groovige Musik und ein High-Five.

Im Gegensatz zu den meisten Zeitschleifengeschichten wissen alle Charaktere des Spiels, dass sie sich in einem sich wiederholenden Zyklus befinden und die meisten sind für eine ewige Party da. Auf der nordischen Insel Blackreef führt eine Anomalie dazu, dass ein einziger Tag immer wieder zurückgesetzt wird und ein Syndikat von elitären „Visionären“ hat eine Art utopischen Forschungsaußenposten eingerichtet, dem sich eine Schar wohlhabender „Eternalisten“-Anhänger angeschlossen hat, die eine Art Unsterblichkeit suchen. Der ganze Ort ist teils wissenschaftliche Basis, teils hedonistisches Paradies – ein 60er-Jahre-Resort in Lila-Orange, verrückter Kunst und Halluzinogenen, wo alles erlaubt ist.

Hier schlüpft ihr in die Rolle von Colt, der ganz klassischen zu Beginn des Spiels eines Morgens am Strand von Blackreef erwacht… natürlich, wie könnte es anderes sein, mit Gedächtnisverlust. Noch wissen wir nicht was geschehen ist und wie wir die Zeitschleife knacken können, dafür werden wir sofort gejagt und das Spiel legt gleich voll los. Keine Sorgen, nach und nach nimmt euch das Spiel mit kleineren Tutorial-Loops an die Hand und ihr bekommt ein Gefühl für die grundlegenden Gameplay-Mechaniken, auch die Hintergrundgeschichte erschließt sich sukzessive.

Jeder auf der Insel vergisst seine Erfahrungen jedes Mal, wenn sich der Zyklus wiederholt, mit Ausnahme von Colt, der nur manchmal sein Gedächtnis verliert, und der geheimnisvollen Julianna, die alles zu wissen scheint. Zu Beginn des Spiels hat Colt es wieder mal vergessen, aber er erinnert sich schnell daran, dass er die Schleife unterbrechen muss und aus irgendeinem Grund ist Julianna darauf fixiert, ihn aufzuhalten. Dank dieses Szenarios kann Colt seine Verwirrung schnell ablegen und ordentlich durchstarten, es entsteht ein Wettstreit mit der ebenso temperamentvollen Julianna. Das reicht aus, um zu Beginn jeder Mission den nötigen Ansporn zu geben, ordentlich Chaos anzurichten.

Um den Kreislauf zu durchbrechen, muss Colt nun die acht Visionäre hinter dem Projekt innerhalb desselben Zyklus ausschalten, was komplexer ist, als es klingt. Auf der Insel gibt es vier verschiedene Sektoren, die durch eine sichere Zone mit unterirdischen Tunneln verbunden sind. Jedes Mal, wenn Sie zu den Tunneln zurückkehren, um zwischen den Sektoren zu wechseln, durchläuft der Tag eine seiner vier Phasen und begrenzt die Möglichkeiten, die ihr habt, bevor er erneut beginnt. Der Tag- und Nachtzyklus von Deathloop bedeutet auch, dass diese Visionäre nur zu bestimmten Tageszeiten verfügbar sind. Hier muss viele bedacht und geplant werden. Das Spiel macht das Ganze überschaubarer, indem es dem Spieler Questketten gibt, die euch zu wichtigen Informationen führen, die er für die Ausführung des Attentats benötigt. Sie führen Colt oft durch verschiedene Umgebungen und zu unterschiedlichen Tageszeiten. Man braucht etwa den Code für eine Tür in Fristad Rock, aber ein Buch mit diesen Informationen wird in einem anderen Büro aufbewahrt, auf das man nur zugreifen kann, wenn ein Arbeiter die Tür am Nachmittag offen lässt.

Dabei gibt es auf den ersten Blick nicht viel zu tun. Nur vier Bereiche, die Sie immer wieder aufsuchen müssen. Und es ist auch nicht allzu schwierig, ein paar Anführer einzeln auszuschalten, indem man in ihre Verstecke einbricht und sie erledigt. Doch spätestens dann wird euch schnell klar, dass ihr immer noch an der Oberfläche kratzt, man kann eben nicht alle an einem Tag töten.

Diese ersten Erfolge dienen lediglich dazu, die Spezialfähigkeiten Ihrer Ziele zu stehlen und in ihren Büros nach nützlichen Informationen zu schnüffeln. Um das Spiel abzuschließen, müsst ihr tiefer in die Materie eindringen und nach Hinweisen suchen, die euch Aufschluss über die Gewohnheiten und Wünsche Eurer Zielpersonen geben und darüber, wie die Systeme der Insel genutzt werden können, um ihre Bewegungen zu beeinflussen, um sie effizienter auszuschalten. Die Entdeckungen, die ihr macht, lösen dann neue Missionsziele für die folgenden Tage aus.

Vorsicht, wenn ihr in Gebiete zurückkehrt, um Euren Plan voranzutreiben, erweisen sich diese mit unter als größer, als sie zunächst erschienen. Es handelt sich um weitläufige, auch vertikal gestapelte Strukturen, die mehrere Komplexe beherbergen, deren Ebenen sich nach und nach enthüllen. Wie immer bei Arkane, gibt es mehr als einen Weg, um an Orte zu gelangen oder sie zu verlassen. Aber auch jedes Gebiet verändert sich je nach Tageszeit, da bestimmte Wege gefährlicher werden oder sich Türen schließen und stattdessen Alternativen öffnen.

Mit dem Erwerb von stärkeren Schusswaffen und übernatürlichen Kräften, einschließlich des Dishonored-ähnlichen Kurzstrecken-Teleports, vorübergehender Unsichtbarkeit und Telekinese,  erschließt man sich neue Möglichkeiten in vertrauten Räumen. Ihr könnt Engpässe und Fallen erkennen, wisst, wo Munitionslager und hackbare Geschütztürme zu finden sind und lernt Türcodes um Fluchtwege zu verkürzen.

Deathloop ermutigt euch, frech, selbstbewusst und wagemutig zu sein und sich vor allem keine Sorgen zu machen. Wenn ihr den Tod findet, wird die Schleife zwar zurückgesetzt, aber Colts Fähigkeit „Reprise“ rettet ihn bei jedem Ausflug bis zu zweimal vor dem Tod. Außerdem verliert man zwar standardmäßig alle Ausrüstungsgegenstände und Kräfte, wenn man das Spiel neu startet, aber man kann eine Währung verwenden, um ausgewählte Gegenstände bei der nächsten Schleife nicht zu verlieren.

Abgedreht sind auch die Bewohner der Insel, die Eternalisten. Die sollten euch eigentlich jagen, tun dies jedoch nicht immer. Sie sind nämlich keine ausgebildeten Soldaten, sondern reiche Idioten, die die meiste Zeit damit verbringen herumzublödeln. Wenn Ihr über die Insel schleicht, seht Ihr vielleicht ein Pärchen, das sich darauf vorbereitet, einen Freund aus einer riesigen Kanone abzufeuern oder einen einsamen Menschen, der mit seiner Gitarre auf einer Klippe steht und abrockt. Und wie alles andere auch, macht es Spaß, mit ihnen zu spielen und zu … experimentieren. So kann es passieren, dass ihr beim Schleichen entdeckt werdet, es sich aber nicht wie ein großer Rückschlag anfühlt, sondern eher wie eine Einladung zu einem aberwitzigen Amok-Manöver. Lasst euer Selbstvertrauen jedoch nur nicht in Arroganz umkippen. Das eigentliche Spiel wartet mit schwer bewachten Zielen auf, die ihr nacheinander ausschalten müsst, auch gilt es jede Menge knackige Zeitschleifen-Puzzles zu lösen.

Und dann ist da noch Julianna zu berücksichtigen. Sie ist der wichtige Joker des Spiels, der von Zeit zu Zeit  in der Nähe auftaucht, um Euch zu jagen und Euch den Fluchtweg versperrt, bis man eine Antenne gehackt hat. Wenn Ihr im Online-Modus spielt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Julianna von einem anderen Spieler gesteuert wird, was die Aussicht, ihr gegenüberzutreten noch viel nervenaufreibender und befriedigender macht, wenn man sie besiegt.

Erschwerend kommt hinzu, dass euro Ziele wissen, dass Colt es auf sie abgesehen hat, und dass sie alle in irgendeiner Form eine Beziehung zu ihm haben. Eine von ihnen, Julianna, nimmt es auf sich, Colt ein Dorn im Auge zu sein.

Die Grafik von Deathloop lebt von seinem kultigen Art Design, das die 1960er Jahre wiederaufleben lässt. An manchen Stellen des Spiels hat man auch schon einmal das Gefühl Dr. No könnte um die Ecke lauern. Auf der von uns getesteten PS5 Version lief das Spiel mit ruckelfreien 60 FPS bei einer  dynamischen 4K-Skalierung. Wer mit 30 Bildern in der Sekunde leben kann, darf auch gern zusätzliche Raytracing-Effekte einschalten, bekommt dafür aber auch wirklich wunderschöne Küstenlandschaften sowie Wetter- und Lichteffekte serviert. Das es sich um einen konsolenexkusiven PlayStation 5 Titel handelt, merkt ihr auch an der gelungenen Unterstützung des DualSense-Controllers. Untergründe werden hier genauso fein simuliert wie das wuchtige Feedback der verschiedenen Waffen.

Fazit

Wertung - 9.5

9.5

O.k. ich muss zugegeben, obwohl ich mich auf das Spiel gefreut und mich in den letzten Monaten immer wieder mit Deathloop beschäftigt habe, hatte ich zu Beginn des Spiels eigentlich keine Ahnung was mich erwarten würde. Selbst nach zwei Stunden hatte ich das Gefühl nur an der Oberfläche zu kratzen. Das ist jedoch nicht weiter schlimm, den die Arkane Studios haben es verstanden das zugrunde liegende Loop-System geschickt Schicht für Schicht zu erklären und das Ganze auch noch in eine gut erzählte Geschichte zu verpacken. Die Befriedigung neue Informationen zu entdecken, der tadellose Soundtrack und das Gefühl ein Meister-Assassine zu sein, bilden zusammen mit dem Gameplay und der Geschichte eines der innovativsten und beeindruckendsten Spiele seit Jahren. Es macht einfach Spaß die Insel zu erkunden und nach und nach wirklich alle Gegebenheiten und Ereignisse zum eigenen Vorteil zu nutzen. Bethesda liefert mit Deathloop für mich das PS5 Highlight des Jahres!

Genre: 
Entwickler: Arkane Studios
System: PlayStation 5, PC
Erscheint: 14.9.2021
Preis: ca.  60 Euro

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  • Das preisgekrönte Team von Arkane Lyon präsentiert DEATHLOOP - innovative, bahnbrechende First-Person-Action, die euch in typischer Arkane-Manier große Freiheiten lässt
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 18 Jahren
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