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Review: Das perfekte Alibi

Schuldig im Sinne der Anklage

Ein Verbrechen ist geschehen und zwei eurer Mitspieler werden verdächtigt, dafür mitverantwortlich zu sein. Es liegt nun an euch, ihre Alibis abzuklopfen und auf ihre Stichhaltigkeit zu überprüfen. Nach zwei intensiven Verhören muss der Oberste Richter nun ein Urteil fällen.

Wer ein kurzweiliges und schnelles Gesellschaftsspiel ab fünf Personen sucht, bei dem es um detektivisches Zusammenarbeiten ankommt und bei dem genaues Zuhören gefragt ist, der wird bei Das perfekte Alibi vermutlich sein Glück finden. Dieses kleine, aber durchaus vielschichtige Spiel aus dem Heidelberger Spieleverlag macht vor allem unterwegs und mit größeren Gruppen ziemlich viel Spaß.

Zu Beginn werden die Spieler in ihre Rollen aufgeteilt:
Ein Oberster Richter und zwei Angeklagte, der Rest der Spieler übernimmt die Rollen der Fahnder.

Die Anklage: Zwei Spieler aus eurer Gruppe werden mit einem Verbrechen konfrontiert, das entweder frei erfunden wurde oder aus den vorgefertigten Verbrechen im Spiel stammt. Danach ziehen beide ein gemeinsames Alibi, das auch den restlichen Spielern laut vorgelesen wird.

Beispiel-Alibi: “Ihr wart im Flugzeug”

Die Isolation: Nun haben die Angeklagten insgesamt nur drei Minuten Zeit, ihr Alibi abzusprechen und möglichst viele Details zu definieren. Je besser und präziser die beiden miteinander kommunizieren und alle möglichen Schwachstellen des Alibis beseitigen, desto schwieriger machen sie es den anderen im weiteren Verlauf.

Beispiel: “In welcher Reihe hatten wir unsere Sitzplätze? Gab es Turbulenzen während des Flugs?”

Während dieser drei Minuten sammeln sich die Fahnder, um gemeinsam einen Fragenkatalog zu definieren. Hierbei gilt ebenso, möglichst präzise Fragen zu stellen und Antworten bereits im Voraus zu antizipieren.

Das Verhör: Nach Ablauf der Zeit, die auch nach Absprache kürzer oder länger ausfallen kann, kommt es zum ersten Verhör. Einer der Angeklagten wird vor den Obersten Richter und die Fahnder zitiert, der zweite Beschuldigte muss derweil noch ausharren und hört nichts vom Gespräch mit. Die Fahnder stellen nun ihre Fragen, können diese spontan noch erweitern und nachhaken und versuchen, möglichst genaue Antworten vom Beschuldigte zu bekommen. Dieser muss nebenbei erwähnt auf alle Fragen beantworten, mögliche Erinnerungslücken sind nicht gültig und werden vom Obersten Richter mit einer verbalen Zurechtweisung quittiert.

Wurden alle Fragen gestellt, kommt der zweite Angeklagte hinzu und muss ebenso seine Aussagen machen. Hier offenbart sich schnell, ob die Alibis gut aufeinander abgestimmt wurden und ob die Fragen der Ermittler weitreichend genug waren, um Differenzen offen zu legen.

Das Urteil: Nun wird es spannend, denn der Richter muss sein Urteil fällen. Er hat die wichtigste Rolle im Spiel, da er die Gruppe sowohl als Moderator als auch objektive Instanz leitet und damit für den Ausgang der einzelnen Runden verantwortlich ist. Nach Prüfung der Einzelnen Antworten auf Übereinstimmungen oder Ungereimtheiten entscheidet er über Frei- oder Schuldspruch und somit über den Ausgang des Verfahrens. Stimmen mehr als die Hälfte der Antworten überein, werden die Angeklagten freigesprochen und gewinnen das Spiel. Überwiegt der Zweifel, gewinnen die Fahnder.

Für mehr Atmosphäre gibt es auch die Möglichkeit, Schlussplädoyers von beiden Seiten halten zu lassen. Bei Spielgruppen ab ca. 15 Spielern besteht auch die Option, drei oder mehr Spieler zu Geschworenen zu ernennen. Diese fällen in der Schlussphase das Urteil.

 

Das Urteil

Wertung - 7

7

Alibis im Kreuzverhör

Das perfekte Alibi eignet sich danke einfacher Regeln, der Schnelligkeit und der gemeinsamen Interaktionen perfekt für größere Spielgruppen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen. Da hier kleine Karten bzw. Schreibutensilien für die Fragen von Nöten sind, eignet sich das Spiel auch perfekt für Reisen. Der Spielspaß hängt stark von der Ausgefallenheit der Verbrechen und Alibis ab, es macht also durchaus Sinn, hier zu improvisieren.

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Genre: Gesellschaftsspiel
Verlag: Heidelberger Spieleverlag
Spieler: 5 bis 20
Preis: ca. 10 Euro

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