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Review: Dark Devotion

Indie-Dark-Souls mit viele Liebe zum Detail

Natürlich hat das Soulslike-Genre dank seiner Metroidvania-Wurzeln seit jeher auch einen Reiz für Indie-Entwickler ausgeübt, die das frische Setup mit einer Dimension weniger aber ähnlichem Charme umsetzen wollten. Auch Dark Devotion, das Erstlingswerk des dreiköpfigen Indie-Teams Hibernian Workshop, fällt in diese Kategorie und setzt dabei vieles geradezu perfekt und weniges etwas unüberlegt um.

Homebrew-Souls-Geist

So ist der Großteil des Spiels von der in verstreuten Bruchstücken erzählten epischen Story über das Gegner-, Boss- und Dungeon-Design bis hin zu dem gnadenlos präzisen Kampfsystem eine überraschend selbstsichere Hommage an die klar geistige Vorlage. Allerdings wurde alles ein wenig glatt gebügelt und reduziert, weswegen es weder ein Inventar noch sinnvolles Grinding in diesem Spiel gibt.

What did it cost?

Das Equipment beschränkt sich hierfür auf zwei Haupt- und zwei Nebenwaffen, die sich jeweils in per Tastendruck wechseln lassen, sowie eine Rüstung und einen Talisman. Zusätzlich werden auf Basis gewisser Aktionen noch Buffs und Debuffs vergeben. Um dennoch den bekannten Bestrafungsfaktor von Souls-likes beizubehalten, verliert der Spieler bei einem der häufigen Bildschirmtode einfach alles, was er gerade bei sich trägt.

Ein stabiles Umfeld

Dieser Rogue-like Einfluss wird jedoch durch zwei Faktoren abgeschwächt. Zum einen gibt es Baupläne zu finden, durch die gewisse Ausrüstungsgegenstände, ohne etwaige Mehrkosten direkt nach dem Wiederauferstehen von einem Schmied geholt werden können. Zum anderen bleibt der Levelaufbau auch nach dem Tod statisch und alle Fallen und Gegner genau dort, wo sie beim ersten Mal überrascht haben.

Wir sehen uns später, du auffällig brüchige Wand

Während der ständige Gang zum Schmied nach mehrmaligem Ableben ein wenig an den Nerven zehrt, fühlt sich die Tatsache, dass sich die tödlichen Gänge, Fallen und Plattformen der komplett durchdesignten Spielwelt bald wie die eigenen vier Wände passieren lassen, sehr befriedigend an. Vor allem weil Souls-like bzw. Metroidvania-typisch der eine oder andere Geheimgang erst im späteren Spielverlauf zugänglich wird.

Gibt es das auch mit Mantel und Kapuze?

Während die so auffindbaren Waffen von magischen Langschwertern über gigantische Schilde bis hin zu mächtigen Zaubern, Bögen und blitzschnellen Dolchen alles abdecken was das Fantasyherz begehrt, lassen die lediglich sechs findbaren Rüstungen etwas die Varianz vermissen. Auch gibt es keinen Charakter-Editor und ihr zieht immer als namenlose Templerin in ähnlichen Outfits in den Kampf.

Alles hat seinen Preis

Die Kämpfe selbst sind dafür spannend, präzise und gut durchdacht. Timing ist hier natürlich alles und da ihr nicht einmal die Fähigkeit habt zu Springen, müssen Rollen und Blocks sogar noch präziser gesetzt werden. Durch die zusätzlich fehlenden Dimension ist nämlich tatsächlich keine Alternative mehr gegeben, den tödlichen Angriffen der Gegner zu entgehen. Fernkampfangriffe wie Bogenschüsse benötigen wiederum Zeit und stark beschränkte Munition bei jedem Schuss, während Zauber immer auch Faith verbrauchen, welche auch für das Öffnen von Kisten und Truhen, Aktivieren von Schaltern und sogar das Heilen von Vergiftungen und Flüchen gebraucht wird. Besonders schnelle oder starke Nahkampf-Waffen bringen immer den Verzicht auf ein Schild mit sich und Rüstungen verhindern zwar, dass euch eure stark beschränkten Herzen abgezogen werden, gehen aber nach wenigen Treffern kaputt und verlangsamen eure Ausdauer-Regeneration.

Befriedigung meiner dunklen Seele

All dies führt zu extrem actiongeladenen und taktischen Auseinandersetzungen, die bei den jeweils 18 Boss-Gegnern des Titels ihren Höhepunkt finden. Diese hinken ihrer geistigen Vorlage an Kreativität, Brutalität und Atmosphäre wirklich nur minimal hinterher und erfinden somit zwar das Rad nicht neu, dürften aber wohl die Sweet Spots der meisten Souls-Fans ins Schwarze treffen. Von gnadenlos brutalen Rittern mit brachialen Schwertern über Riesen, die sich ihre eigenen Gliedmaßen ausreißen, bis hin zu gigantischen, fliegenden Göttinnen und Baum-Dämonen mit gerade frisch auf ihnen geopferten Jungfrauen, wird hier alles an Alptraum-Setups geliefert, was man sich auch von einem Dark Souls-Tribute erwartet.

Jetzt heb das endlich auf!

Optisch werden diese dann auch in schönsten Pixel-Art Animationen und besonders stimmigen Licht-Effekten in Szene gesetzt.  Abzüge gibt es aber leider für die Dungeon-Parts zwischen den Bossen, die leider ein wenig zu dunkel und dadurch nicht besonders abwechslungsreich geraten sind. Auch ist das Aufheben von Gegenständen, Aktivieren von Schaltern und Benutzen von Leitern jeweils immer eine etwas fummelige Angelegenheit. Ein unnötiger Frustfaktor, der sich mit einem etwas größeren Toleranz-Bereich für derartige Aktionen leicht vermeiden hätte lassen.

Fazit

Wertung: - 8

8

Dark (Souls) Devotion

Dark Devotion versucht sein großes Vorbild zu keinem Zeitpunkt geheimzuhalten, präsentiert sich aber als durchaus würdige Hommage. So hat das winzige, französische Indie-Team Hibernian Workshop das Souls-like Prinzip auf das wichtigste zusammen kondensiert und in ein liebevoll animiertes Pixel-Art Gewand mit ein paar gut gesetzten eigenen Ideen gebracht. Während Abwechslung und Freiheit darunter zwar ein wenig leiden und sich das Team auch ein paar kleinere Fauxpasse erlaubte, sind es vor allem die mehr als episch inszenierten Bosskämpfe, die klar im Fokus des Spiels liegen und von Souls-Fans nicht verpasst werden sollten.

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Genre: Action-Adventure
Entwickler: Hibernian Workshop
System: PC
Erscheint: Erhältlich
Preis: ca. 20 Euro
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