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Review: Captain Marvel 1: Eine für alle, alle für eine

Captain Marvel ist zurück!

Dies nicht nur als altes/neues Stammmitglied der Avengers in der gleichnamigen monatlichen Heftserie, sondern auch als Soloserie. Dabei inszeniert das Kreativduo um Kelly Thompson (Uncanny X-Men, Hawkeye) als Autorin und Carmen Carnero (Punisher, Dragon Age, Lara Croft) als Zeichnerin eine für diese Figur typische Frauenpowergeschichte.

Ohne zu eindimensional in der Erzählweise zu werden, werden emanzipatorische Themen in spannende Superheldenkost verpackt. Carol Denvers muss nach den Ereignissen in Civil War II und ihrer „Auszeit“ von der Erde als Chefin von Alpha Flight ihre Rolle als Superheldin auf der Erde neu finden. Wie wird eine Frau mit solch gewaltigen Kräften in der Öffentlichkeit wahrgenommen? Wie lässt sich Beruf/Superheldinnendasein mit Freundschaft und Privatleben verbinden? Welche Rolle soll ihre alte Liebe zum (vormals) verstobenen Jim Rhodes spielen? Welcher Gewalt und Unterdrückung durch Männer sind Frauen auch heute noch ausgesetzt?

Bereits im ersten Sammelband, welcher die US-Ausgaben 1-5 beinhaltet, werden nicht nur diese Fragen thematisiert. Der Sammelband enthalt dabei den ersten vollständigen Run dieses Neustarts. Die Darstellung von Captain Marvel ist vom Inhalt zeitgemäß und modern, ohne jedoch die langjährige und vielschichtige Geschichte dieses Charakters auszublenden. Im Gegenteil: dem Künstlerteam gelingt eine Synthese der jüngsten mit ganz klassischen Inhalten dieser beliebten Heldin. Neben Anspielungen auf jüngere Ereignisse in Civil War II, spielen im ersten Run besonders zwei der größten Traumata von Carol Denvers eine entscheidende Rolle.

Im Run droht Carol Denvers ein neuer Missbrauch bzw. eine weitere Vergewaltigung. Erstmals musste Carol sich dieser Situation in der Serie Avengers (Nr. 197-200) stellen. In der damaligen Storyline von David Michelinie war sie das Opfer von Marcus und wurde letztendlich sogar von ihren „Freunden“ bei den Avengers im Stich gelassen.

Des Weiteren muss sich Denvers ihrer Nemesis Rogue stellen. Selbige stahl in der Story „By Friends—Betrayed! aus dem Jahr 1963 vom Starautor Chris Claremont Captain Marvels gesamte Kräfte und machte sie hilf- und wehrlos. Dadurch verstärkte Rogue noch die Auswirkungen des Missbrauchs durch Marcus. Die Angst vor dem Verlust ihrer Kräfte ist seit dem ein beständiges Damoklesschwert über Carols Kopf. Wer Lust auf mehr weibliche Superkraft hat, erhält in dieser Story den Bonus von vielen Gastauftritten, u.a. von She-Hulk.

Fazit:

Carol Denvers ist mit Macht, einer großartigen und zeitgemäßen Storyline auch als Solocharakter zurück auf der Erde. Das Comic lässt sich gut lesen, ohne zu anspruchslos zu sein. Die Zeichnung von Carmen Carnero wissen zu überzeugen. Von mir eine klare Kauf- und Weiterlesempfehlung! (Gastbeitrag: Stefan Schulz)

Infos:

Zeichner: Carmen Carnero
Autor: Kelly Thompson
Charaktere: Captain Marvel, Iron Man, She-Hulk
Einsteigerfreundlich: Ja
Format: Softcover
Kategorie: Comics
Marke: Captain Marvel
Seitenzahl: 132
Serienstart: Ja
Storyline: Captain Marvel (2020)
Storys: Captain Marvel (2019) 1-5

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