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Review: Biomutant

Aufgrund seines einzigartigen und schönen Settings weckte Biomutant schon bei der Ankündigung großes Interesse bei vielen Spielern. Zusätzlich versprach es noch ein komplexes Rollenspielsystem, Aktionkämpfe und umfangreiches Crafting. Doch leider gehen die Ideen nicht ganz auf.

Biomutant spielt in einer Welt, die von den Menschen zerstört wurde und nun von verschiedenen mutierten Lebewesen bewohnt wird. Nun steht die Welt erneut vor dem Untergang. Der Baum des Lebens steht kurz vor seiner Zerstörung durch vier Weltenfresser und es liegt an euch sie aufzuhalten.

Zu Beginn erstellt ihr euch euren eigenen Mutanten. Zuerst wählt ihr eine Rasse aus, die sich in Aussehen und Attributen unterscheiden. Den Körperbau eurer Figur könnt ihr durch die Verteilung der Attribute anpassen. Setzt ihr viele Punkte in Stärke, bekommt eure Figur breitere Schultern und einen kleineren Kopf. Bei hoher Intelligenz ist euer Mutant eher klein und schmächtig und hat dafür einen großen Kopf. Zu guter Letzt wählt ihr noch eine von fünf Klassen aus, die eure Startausrüstung und Fähigkeiten bestimmen. Die meisten Fähigkeiten könnt ihr aber unabhängig von eurer Klasse im Spiel freischalten. Einzig die klassenspezifischen Perks sind für den ein oder anderen Spielstil ganz praktisch, aber können im Endeffekt auch vernachlässigt werden.

Hat man sich einen Charakter erstellt, geht es auch schon in die offene Welt, wo ihr euch erstmal einem Clan anschließen müsst. Zwar gibt es sechs verschiedene Clans, jedoch könnt ihr im ersten Durchlauf nur zwischen einem guten und bösen Stamm auswählen. Die Myriad wollen die Clans vereinen und den Baum des Lebens Retten, während die Jagni an das Recht des Stärkeren glauben und den Baum sterben lassen wollen.

Da sich die Lebewesen in dieser Welt nur mit unterschiedlichen Lauten unterhalten, wird die Geschichte von einem Erzähler begleitet. Zu Beginn ist das eigentlich noch eine nette Idee und fühlt sich frisch an, jedoch nutzt sich das schnell ab und wird eher nervig. Denn oft wiederholen sich Dialoge, nicht nur bei zufälligen NPCs sondern auch bei Story Quests.

Dazu kommt noch, dass die Story keine Überraschungen bereit hält und das Karma System so gut wie keinen Einfluss hat. Habt ihr euch nämlich erstmal für einen Stamm und somit für eine Seite entschieden, habt ihr den Verlauf der Geschichte damit festgelegt. Das Karma System stellt euch auch nicht vor schwierige Entscheidungen, denn meistens sind diese auf leben lassen oder töten beschränkt. So könnt ihr beispielweise bei befreiten Gefangenen entscheiden, ob ihr sie laufen lasst, oder sie nach einem kurzen Moment der Hoffnung einfach selbst umbringt. Je nach Entscheidung steigt entweder eure helle oder Dunkle Aura, doch sonst bleibt es ohne Konsequenzen.  

Auf eurer Reise trefft ihr natürlich auch auf die unterschiedlichsten Gegner, die ihr in coolen Martial Arts Kämpfen besiegen müsst. Mit den verschiedenen Nahkampfwaffen könnt ihr auf die Gegner zustürmen, zwischen ihnen hin und her springen, parieren und ausweichen. Durch Spezialangriffe könnt ihr auch mehrere Gegner gut unter Kontrolle halten und euer Super Wung-Fu aufladen. Im Super Wung-Fu Modus wechselt ihr für kurze Zeit auf eure Fäuste und habt eigene Angriffe, die größeren Schaden verursachen. Außerdem habt ihr auch immer eine Schusswaffe ausgerüstet und könnt Gegner auch aus der Entfernung erledigen. Doch auch wenn die Kämpfe cool aussehen, fehlt es dem ganzen leider etwas an Wucht. Leider wird auch der Nahkampf später überflüssig, da der Schaden stark abfällt, während Schusswaffen deutlich stärker werden. Selbst der Super Wung-Fu Modus ist den Aufwand irgendwann nicht mehr wert.

Mit Hilfe des Crafting Systems könnt ihr einzigartige Waffen zusammenstellen. Überall gibt es die verschiedensten Bauteile zu finden, die nach Belieben miteinander kombinieren werden können. Entweder baut man sich ein recht klassisches Schwert, oder stürzt sich mit einer Klobürste in den Kampf. Waffen können bei Upgrade Bänken verbessert werden. Dafür wird verschiedensten Schrott benötigt, den man durch das Zerlegen von Loot oder beim Zerstören von Ressourcen-Totems sammeln kann.

Die offene Spielwelt ist jedoch eindeutig das Highlight von Biomutant. Die verschiedenen Gebiete sind abwechslungsreich gestaltet und laden zum Erkunden ein. Umso enttäuschender ist es, dass sich besonders Ruinen, oft wiederholen und wenig Variation bieten. Hier und da findet man ein zusätzliches Rätsel, jedoch sind diese so simpel, dass sie keine große Herausforderung darstellen. Im Verlauf der Story schaltet man immer mehr Fahrzeuge frei, die euch die Welt weiter öffnen. Schade ist dabei nur, dass sie meistens lediglich auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt sind.

Bei meinem Test auf dem PC kam es zu keinerlei Bugs oder Abstürzen. Biomutant läuft mit einer stabilen Framerate und sieht grafisch gut aus. Auf den Konsole scheint das leider nicht der Fall zu sein. Fast alle Konsolen kämpfen mit Framerateeinbrüchen und Grafik-Bugs, während auf der PS5 das Spiel sogar regelmäßig abstürzt.  

Fazit

Wertung - 6

6

Obwohl Biomutant mit einigen Problemen zu kämpfen hat, hatte ich trotzdem Spaß damit. Doch leider will das Spiel etwas zu viel. Viele der Ideen und Ansätze sind durchaus interessant und machen zu Beginn auch sehr viel Spaß, doch leider fällt das Ganze mit jeder Spielstunde immer mehr in sich zusammen. Übrig bleibt ein Spiel mit einer wunderschönen Spielwelt, das sonst leider nicht über das Mittelmaß hinauskommt.

Genre: Action RPG
Entwickler: Experiment 101
System: PS4, Xbox One, PC
Erscheint: erschienen
Preis: ca. 60 Euro

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