HighlightNewsVideogame-ReviewVideogames

Review: Battlefield 2042

So mancher Launch eines großen Multiplayerspiels in der Geschichte der Videospiele ist schon in die Hose gegangen und auch Battlefield 2042 sollte vorerst in diese Kerbe schlagen. Erste Review-Events verhießen nichts Gutes und auch direkt nach dem Launch mehrten sich Meldungen, die dem Spiel einen mehr als holprigen Start attestierten. Wir haben das Spiel nun seit dem Launch gespielt und noch das Update vom 25.11. abgewartet, um dieses gleich in unser Review einfließen lassen zu können.

Die Battlefield Formel

Nachdem uns die beliebte Spielereihe die letzten beiden Teile wieder zurück in diverse Weltkriege führte, springen wir dieses Mal wieder ein paar Jahre in die Zukunft, was sich wie üblich bei den Waffen, den Maps sowie den Gadgets bemerkbar macht. Auf den sieben Maps bekriegen wir uns auf einem Schiffsfriedhof, in modernen Städten, einem Raumbahnhof, einem Hafen samt massenhaft Containern, und einigem mehr, wobei alle Maps sehr geräumig, teilweise fast schon zu groß angelegt sind.

Imposante Gebäude und genug Platz zum kämpfen.

Im Gegensatz zu vorherigen Teilen gibt es nicht mehr die üblichen Klassen, sondern sogenannte Specialists, die jeweils über eigenen Spezialfertigkeiten verfügen die jenen der nicht mehr vorhandenen Klassen in etwa entsprechen, die Bewaffnung kann dabei jedoch komplett frei gewählt werden. So kann ein Medic auch mit einem Scharfschützengewehr und ein Sturmsoldat mit einer Pumpgun ausgerüstet werden, was ich sehr begrüße, da man sich so einen für sich passenden Kämpfer basteln kann. Bei den Spezialfertigkeiten finden sich zum Beispiel Pistolen um auf Distanz heilen zu können, aufstellbare Standgeschütze, ballistische Schilde und viele mehr. Auch wenn man die Loadouts, die Ausrüstung, frei konfigurieren kann, optisch ist nur wenig drin und da es nur wenige Specialists gibt, laufen auf dem Schlachtfeld die ewig gleichen Gestalten herum, was im Kampfgeschehen weniger auffällt und deshalb den Spielspaß nicht groß trübt.

Die Specialists bieten viel Variation.

Bei den Modi bleibt EA DICE teilweise klassisch, man versucht aber auch Neues. Bei den großen All-Out-Warfare Schlachten bleibt man mit Durchbruch und Eroberung den bekannten Modi treu. Gilt es in ersterem entweder zwei Punkte zu erobern bzw. zu verteidigen und so immer weiter in Feindesgebiet vorzurücken oder dies zu verhindern, versucht man in Eroberung Flaggen einzunehmen und so lang es geht zu halten. Vor allem in Eroberung sind hierbei die Karten sehr groß angelegt, was ohne Fahrzeug und bereits im Kampf befindlichem Squad in sehr, sehr langen Läufen durch leere Gegenden endet. Besonders lustig ist das, wenn man dann endlich am Ziel ankommt und aufgrund einer kleinen Unachtsamkeit gleich von einem feindlichen Scharfschützen ausgeschalten wird. Durch Fahrzeugabwürfe kann man die Laufwege zwar reduzieren, wobei ich mir dann oft den vierbeinigen Roboter als Support schicken ließ und so erst zu Fuss gehen musste. Reine Infanterie Maps fehlen hier bislang, wobei es dafür sicher genug Fans gäbe. Auch wenn sich auf PS5, Xbox Series X sowie dem PC nun 128 Kämpfer*innen auf dem Schlachtfeld befinden (PS4 und Xbox One „nur“ 64), die Gebiete zwischen den neuralgischen Punkten hätten ruhig etwas kleiner ausfallen können. Was dieses Jahr neu ist, man kann diese beiden Modi auch gegen eine KI bestreiten, auch im Online-Koop, wobei der Schwierigkeitsgrad der Bots an das eigene Können angepasst werden kann. Die Erfolge und Freischaltungen können dabei auch für den Online-Modus verwendet werden. Eine sehr gute Möglichkeit um einer bisschen zu trainieren bzw. wenn man online einfach nur abkackt aber Battlefield 2042 trotzdem spielen möchte.

Eine riesige Map bevor es los geht.

Im neuen Hazard Zone Modus gilt es in einem Vierer-Team Datenlaufwerke aus einem Gebiet zu sichern und sich dann wieder abholen zu lassen. Dabei tritt man gegen ein zweites Vierer-Team und teilweise gegen Bots an. Hier ist wesentlich bedachter vorzugehen, der Tod führt nicht oft zum Ausscheiden, wobei ein erneutes Absetzen im Kriegsgebiet freigespielt werden kann. Im Gegensatz zu den großen Modi kann hier jeder Specialist nur einmal eingesetzt werden, was zu einer gewissen Balance führen soll/kann, spielen alle Mitglieder eines Squads auch wirklich zusammen, was in dem Modus dringend notwendig ist. Für mich hielt sich der Spaß hier leider in Grenzen, entweder hatte ich kaum bis keinen Feindkontakt, stürmte mit meinen Kollegen das Gebiet, holte die Datenlaufwerke und verdünnisierte mich wieder, oder ich war nach einer Minute des Laufens zum Zielgebiet tot und die Partie war vorbei, weil irgendwo ein Camper mich ausschaltete. Ich kann den Reiz dieses Modus durchaus verstehen, das taktische, teilweise besonnene Vorgehen, ich bin halt mehr der Haudrauf-Typ.

Da heißt es schnell sein.

Und zu guter Letzt beschert uns EA Dice mit Portal einen Modus, in dem man auf Maps alter Teile diverse Modi von damals spielen kann. Ob auf Karten von Battlefield 1942, Bad Company 2, Battlefield 3 und einigen mehr, das Spielen der Modi von damals macht auch heute noch großen Spaß. Dabei stehen auch genau die gleichen Klassen zur Verfügung und die Maps wurden auch optisch ordentlich aufgehübscht. So bekommen die Spieler*innen sehnlichst herbeigesehnte Modi wie Team Deathmatch oder Free-for-All auf andere Art und Weise nachgeliefert. Über ein Tool können dann auch eigene Kreationen erstellt werden, wobei hier auch verschiedene Teile der Reihe miteinander kombiniert werden können, was durch ein umfangreiches Ändern der Regeln zu wahnwitzigen Mischungen führen kann. So habe ich auf den Ardennen ohne jegliches User Interface  gekämpft und rein gar nichts gesehen, auf einer anderen Map traten die Spieler gegen zig sehr schnelle KI-Zombies an, was sich als großer Spaß erwies.

Keine UI, in Portal geht sowas.

Bei der Anzahl der Waffen hält man sich derzeit noch zurück, knapp über 20 Waffen, das kennen wir ganz anders. Jedoch kann man sich sicher sein, dass hier noch mehr nachkommen wird. Ein Problem war jedoch, dass viele Waffen zum Start zu sehr streuten, Treffer teilweise nicht registriert wurde, das Gunplay nicht wirklich Spaß machte. Seit dem ersten großen Update hat sich hier einiges getan, die Waffen machen nun wesentlich mehr Spaß, das Balancing hat sich hier zum guten entwickelt. Hier findet Ihr die gesamten Patch-Notes.

Fahrzeuge spielen immer noch eine Hauptrolle.

Die Fahrzeuge entsprechen weitestgehend dem, was man sich von Battlefield erwartet. Transporter, Panzer, Helis, Flugzeuge, alles bekannte Kost. Auf den großen Maps ist der Gebrauch der Fahrzeuge wie jeher fast unumgänglich, wobei man zu Fuss gegen einen Panzer oder einen gut gerüsteten Transporter nach wie vor kaum eine Chance hat. Probleme verursachten zu Beginn auch die Luftkissenboote, mit denen man z.B. Hochhäuser hochfahren konnte.

Ein Luftkissenboot im Visier.

Technisch gab es vor allem zu Beginn einige Probleme, wobei sich nach dem Update einiges zum besseren wandte. Bis auf einige Spawns im freien Feld, wobei ich dann sofort vom Feind erwischt wurde und einigen Soldaten die in der Ferne nicht liefen sondern schwebten, hatte ich kaum Probleme, außer das ich zu Beginn kaum Gegner traf. Bug oder Unfähigkeit, entscheidet selbst, ich bin nicht bös. Mittlerweile läuft bei mir alles rund, die Spawnpunkte sind besser, ich treffe etwas mehr und bis auf ein paar Pop-ups von Texturen kommen mir kaum Bugs oder Probleme unter, vielleicht merk ich auch einfach nix davon, weil ich so konzentriert bin nicht sofort zu sterben.

In Portal findet man bekannte Maps.

Grafisch sind die Maps sehr schön gestaltet, vielleicht etwas steril, aber alles andere als hässlich. Auch die Wettereffekte wie Regen oder Stürme sehen wunderschön aus, trüben aber mir zumindest ein wenig den Spielspaß. Wenn man schon aus anderen Gründen nicht mehr ganz vorne mitspielt, ist die eingeschränkte Sicht nicht gerade hilfreich. Aber schön sieht es aus, das steht fest. Beim Sound bekommt man solides geboten, der Kampflärm von 128 Soldaten (PC/PS5/Xbox Series) ist unüberhörbar, das Knattern der Waffen klingt, wie es klingen soll, die gebrühten Befehlen und Anweisungen sind hilfreich.

So ein Tornado kann schon nerven.

Pros

+ Portal Modus
+ Kampf mit Fahrzeugen sehr spaßig
+ Specialist System bietet viel Freiheit
+ Grafik teilweise sehr gelungen (Licht- und Wettereffekte, Setting)

Cons

– Bugs und Probleme im Balancing
– noch sehr wenige Waffen
– riesige Karten = Walking Simulator

Fazit

Wertung - 7.5

7.5

Nach zwei Teilen in diversen Weltkriegen hatte ich mich schon sehr auf die Rückkehr in ein modernes Setting gefreut. Jedoch hat sich EA Dice scheinbar etwas überhoben, ja teilweise sogar vergessen was Battlefield ausmacht. Große Schlachten ja, zu große Schlachten auf denen man mehr herumläuft als zu kämpfen, nein danke. Das bei einem solch großen Spiel Bugs und Fehler kurz nach Start den Launch etwas trüben können ist bekannt, dass Battlefield aber noch etwas Zeit fürs Balancing sowie zur Bereinigung von Bugs gebraucht hätte ist aber auch unbestritten. Das erste große Update hat hier jedoch schon einiges verbessert und so darf man hoffen, dass sich hier noch einiges tun wird, wer hätte den nichts gegen zum Beispiel die beliebte Metro Map. Machen wir uns aber nix vor, Battlefield 2042 funktioniert genau wie seine Vorgänger, die neuen Modi bringen frischen Wind beziehungsweise durch Portal einen grafisch aufpolierten Rückblick in vergangene Teile und viel Spaß. Die 128 Spieler Schlachten auf Next-Gen sowie die verbesserte Grafik holen das Spiel zwar ins Jahr 2021, der ganz große Wurf bleibt jedoch aus.

Genre: Shooter
Entwickler: EA Dice
System: Xbox Series X/S, Xbox, PS4, PS5, PC
Erscheint: erhältlich
Preis: ab 59,99

Jetzt Spiele auf Amazon bestellen und SHOCK2 direkt unterstützen! (Partnerlink)

 

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"