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Review: Astro Bot

A5081 aka Captain Astro ist wieder da, der kleine Roboter hatte 2013 in der The Playroom-Demo seinen ersten Auftritt, begeisterte in Astro Bot Rescue Mission in einem der besten VR-Spiele überhaupt und überzeugte ebenso in der kostenlosen Beigabe Astro’s Playroom zum Start der PlayStation 5. Nachdem uns Sony den Wunsch nach einem PlayStation VR2 Spiel mit A5081 nicht erfüllen wollte, kommt nun jedoch der größte Auftritt des kleinen Helden: Astro Bot, ein farbenfrohes 3D Jump´n Run, das selbstbewusst zum Vollpreis ein Genre erobern soll, das seit vielen Jahren fest in der Hand von Nintendo ist.

Astro Bot fühlt sich an wie ein Spiel, das sich von den jüngsten 300-Millionen-Dollar-Blockbustern, die sich ohne zusätzliche Monetarisierung nicht tragen,  entfernt und sich auf das konzentriert, was Spiele so besonders macht: den Spaß! Bei Astro’s Playroom haben wir damals geschrieben: „genau so muss es aussehen und anfühlen, wenn Nintendo einmal ein VR Super Mario Spiel entwickeln würde!“ und bei Astro’s Playroom waren wir von den verrückten Ideen und natürlich vor allem auch der fantastischen Einbindung der Fähigkeiten des DualSense Controllers. Astro Bot serviert euch nun über 80 Level auf mehr als 50 Planeten in sechs Galaxien und serviert euch oft in einer Stunde mehr Gameplay Ideen als andere Spiele in 10 Stunden. Dieses Spiel ist nicht ein weiteres kreatives Experiment für zwischendurch, Astro Bot ist eines der besten PlayStation Spiele der letzten Jahre und gleichzeitig eine großartige und manchmal auch etwas selbstironische Reise durch 30 Jahre PlayStation-Geschichte!

PlayStation hat in den letzten Konsolengenerationen einige erstaunliche Abenteuer hervorgebracht und erzählt, die zwar zu großartigen Geschichten, fantastischen Serien und Filmen führten, aber nicht unbedingt zu unbeschwertem Spaß. Astro Bot hat einen Weg gefunden, den Spaß zurück auf die PlayStation zu bringen, und das ist in einigen Moment geradezu magisch. Genau diese Art von Magie, die man vor allem bei Nintendo oder aber auch Walt Disney noch immer beherrscht. Wer schon einmal Disneyland betreten und sich bei der einen oder anderen Attraktion wieder wie ein Kind gefühlt hat, weiß was ich meine. So fühlt sich dieses Fest des PlayStation-Vermächtnisses, das Astro’s Playroom nicht unähnlich ist, wie ein Hauch aus der Vergangenheit früherer Konsolengenerationen an, als Spiele dieser Art noch keine Seltenheit waren. Aber während sein Vorgänger eher wie technische Demos oder interaktive Museen wirkten, sind Astro Bot’s grafische Präsentation und vor allem das Gamedesign stark genug, um für sich selbst zu stehen, Nostalgie beiseite. Dies sind einige der am besten ausgearbeiteten Levels, die ich in den letzten 30 Jahren sehen durfte.

Jede Welt, die ihr erkundet, bietet neue Mechaniken und Herausforderungen, die das Spiel frisch wirken lassen, während ihr euch durch die Herausforderungen und Gameplay-Systeme in Astro Bot arbeitet. Dabei setzt das Spiel auf eine wunderbar  designte Lernkurve, die euch nach und nach immer mehr Möglichkeiten in die Hand gibt. Es versucht euch auch nie mit zu vielen neuen Möglichkeiten zu überfordern, sondern schafft es immer frisch und reizvoll zu bleiben und euch so ein Gefühl der Befriedigung zu geben, wenn ihr ein weiteres Level abschließt. Das gilt auch für die fantasievoll gestalteten Endgegner, auch hier steigt die Herausforderung stetig an.

Für ein von God of War inspiriertes Level borgt Astro Kratos‘ legendäre Leviathanaxt!

Im Laufe des Spiels erhaltet ihr auch öfter Items, die euch für einen gewissen Levelabschnitt komplett neue Fähigkeiten geben. Etwa die Möglichkeit euch wie ein Ballon aufzublasen und zu fliegen oder Boxhandschuhe, die ihr rechts und links an Federn befestigt und ähnlich wie in ARMS auf der Nintendo Switch abfeuern könnt. Ein weiterer Teil des fesselnden Gamedesigns von Astro Bot besteht darin, dass keines dieser Gameplay-Gimmicks überstrapaziert wird. Sobald der Level beendet ist, verschwindet etwa der Air Dash-Lufsprung den euch die Bulldogge Barkster verliehen hat und wird durch etwas anderes ersetzt. Bei einer Spielzeit von fünf bis 10 Minuten pro Level müsst ihr euch also keine Sorgen machen, dass euch etwas auf die Nerven geht, da bald wieder etwas neues abwechslungsreiches ins Spiel kommt. In einem Konstruktionslevel müßt ihr Metallstangen mit einem Magneten einsammeln, um Plattformen zu bewegen. In einem anderen gilt es ein riesiges Fischglas zu zertrümmern und das Wasser herauszulassen.

Jedes Level startet damit, dass ihr mehr oder weniger lang mit einem an den DualSense Controller angelehnten „Dual Speeder“ auf das Level zufliegt, um meist eine Bruchlandung hinzulegen. Gesteuert wird diese Sequenz über die Bewegungssteuerung (diese kann übrigens auch deaktiviert werden). Die grundlegende Aufgabe des Spiels ist es nach der Zerstörung des „PS5-Mutterschiffs“ in jedem Level eine gewisse Anzahl an Robotern zu retten und zum anderen Puzzlesteine zu bergen, die neue Maschinen und Funktionen am Basisplaneten freischalten. Beides soll dazu führen, das Raumschiff zu reparieren und nebenbei jede Menge PlayStation Historie zu erleben. Es ist durchaus die Regel, dass ihr beim ersten Durchlauf das eine oder andere überseht. Damit hier kein Frust aufkommt, habt ihr die Möglichkeit beim zweiten Durchlauf für ein paar Münzen der Ingame-Währung einen Robotervogel freizuschalten. Dieser agiert dann wie ein Sonar und zeigt euch wo in etwa die noch fehlenden Robots bzw. Steine zu finden sind. Doch keine Sorge, alleine schon die mundgerechten Erlebnisse werden euch dazu bringen wieder zurückzugehen und das Level noch ein Mal zu spielen, anstatt euch über die mögliche Langeweile einer überfüllten Sammeljagd zu sorgen.

Unter den Robotern befinden sich auch 150 ikonische PlayStation-Helden, darunter auch einige Third Party Charaktere, selbst der heute zu Microsoft gehörende Chrash Bandicoot darf hier als ehemaliges inoffizielles PlayStation Maskottchen nicht fehlen.

Was uns schon bei Astro’s Playroom begeisterte wird bei Astro Bot nun auf ein komplett neues Level gehoben: Die Integration des DualSense Controllers. Die Fazination von Astro Bot besteht darin, wie selbstverständlich es die einzigartigen Funktionen von DualSense nutzt, ohne aufgesetzt zu wirken und dafür sorgt, dass sich alles nahtlos in das Spielerlebnis einfügt. Die Geräusche aus dem Lautsprecher, kleine Variationen des Rumblemotors und die haptische Rückmeldung der Drigger arbeiten alle perfekt zusammen, um jeden geschlagenen Feind, jede eingesammelte Münze, das Schlittern von Kuven auf dem Eis oder das Knirschen von Sand unter eueren Füssen in ein Gefühl der puren Freude zu verwandeln! Das haptische Feedback, die adaptiven Auslöser, das Gyro-Zielsystem und der eingebaute Lautsprecher verstärken das Eintauchen in das Spiel, ohne jemals aufdringlich zu wirken. Dieses Zusammenspiel sorgt für eine unglaubliche Immersion!

Kostenloser Nachschlag

Team Asobi verspricht auch noch dieses Jahr einen kostenlosen DLC zu veröffentlichen, der die Speed-Runner unter euch erfreuen dürfte.  Wir tippen hier auf Anfang Dezember, wenn die erste PlayStation ihren 30. Geburtstag feuern wird.

Fazit

Wertung - 10

10

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal ein PlayStation-Spiel gespielt und mich dabei so glücklich gefühlt habe. Hier muss keine Tochter sterben, um eine emotionale Bindung zu dem Charakter aufzubauen, den ihr am Bildschirm spielt. Es ist eine gewaltige Dosis von jenem fröhlichen Spielspaß, den heutzutage vor allem noch einige Indiestudios und natürlich primär Nintendo beherrschen. Astro Bot ist skurril, reizvoll und macht vor allem jede Menge Spaß und ist vor allem auch Fenster in die bald 30 jährige Geschichte der PlayStation und in eine Zeit, in der Sony ebenfalls in diesem unbekümmerten Genre für die ganze Familie mitmischte. Anstatt sich auf Nostalgie zu verlassen und Hardcore-Fans zuzuzwinkern, verleiht das Sammeln von Figuren aus der Vergangenheit der Plattform den Sammelobjekten eine zusätzliche Bedeutung. Jeder neue Bot, z. B. einer, der auf dem Protagonisten von Journey basiert, ist wie ein Spaziergang in die Vergangenheit, bei dem man auch vergangene Konsolenepochen besucht, in denen Spiele wie Astro Bot nicht so selten waren. So kann man nur hoffen, dass dieses großartige Spiel seine Käufer finden wird und Sony das geöffnete Fenster nicht gleich wieder schließt. Unter der Leitung von Team Asobi hat man auf jeden Fall eines besten Entwicklerteams bei den Japan Studios, das Naughty Dogs oder auch Rare zu ihren Glanzzeiten in nichts nachsteht.

Genre: Jump´n Run
Entwickler:Team Asobi
System: PlayStation 5
Erscheint: 6. September
Preis: ca. 70 Euro 

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