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Review: Asterix in Lusitanien (41)

Unterwegs auf der „calçada portuguesa“: Warum der neue Band als Wirtschaftskrimi, Urlaubsalbum und kleiner Kulturkurs zugleich funktioniert

2024 markierte 65 Jahre Asterix – und das Echo hallt kräftig ins Jetzt: 2025 bekam der Gallier mit Asterix & Obelix: Der Kampf der Häuptlinge erstmals eine Animationsserie auf Netflix, und in diesen Tagen erscheint mit Asterix & Obelix: Mission Babylon auch ein neues Videospiel. Zwischen Serien‑Premiere, Konsolen‑Abenteuer und Comic‑Regal schlägt nun das 41. Album auf – Asterix in Lusitanien. Wir haben den Band vorab gelesen und sind mit Asterix, Obelix und Idefix Richtung Westküste gesegelt.

Am Ruder stehen Fabcaro (Szenario) und Didier Conrad (Zeichnungen). Die deutschsprachige Ausgabe kommt natürlich einmal mehr von Egmont Ehapa Media, übersetzt von Klaus Jöken. Das Heft bleibt dem klassischen 48‑Seiten‑Format treu, wirkt aber frisch: klare Figuren, präzises Timing, viel Mimik – und ein Farbkonzept, das Sonne atmen lässt.

Fabrice Caro (links) besser bekannt als Fabcaro und Didier Conrad

Ein alter Bekannter aus dem gallischen Dorf bittet um Hilfe: Der Lusitanier Schnurres gerät in eine Intrige um Würz‑ und Fischsaucenhandel. Im heutigen Portugal – damals Lusitanien – stolpern Asterix und Obelix in einen handfesten Wirtschaftskrimi: Monopole, Korruption und ein ehrgeiziger römischer Präfekt namens Fetterbonus treffen auf gallische Ermittlungsarbeit. Mittendrin: ein Zenturio Pistorius, der die Dinge militärisch „ordnen“ will. Mehr verraten wir nicht – außer, dass es reichlich Gelegenheit für „Klong!“, „Autsch!“ und intelligente Seitenhiebe gibt.

Zwischen Azulejo‑Kacheln, Fado‑Anklängen und der berühmten „calçada portuguesa“ fängt Conrad Straßen, Plätze und Häfen mit viel Warmton ein. Das ist Urlaubsflair ohne Postkartenkitsch. Der Running‑Gag um den Kabeljau („Bacalhau“) sitzt, doch die Pointe bleibt selten allein: Hinter Fliesen und Fisch stecken stets größere Themen.

Zeitgeist & Satire: Von Tech‑Granden bis Galeeren‑„Davos“

Fabcaro legt den Finger charmant auf die Gegenwart, wenn Figuren wie Elonmus und Marcus Zuckergus durch die Antike spuken – inklusive dekadenter „Konferenzen“ auf hoher See. Das ist nicht immer subtil, aber fast immer zielsicher und im besten Asterix‑Geist: ein Augenzwinkern, das hängen bleibt.

Conrad choreografiert Prügeleien und Verfolgungen übersichtlich, lässt Panels atmen und gönnt den großen Bildern Raum. Besonders stark: die Wechsel zwischen Dialogwitz und kinetischer Action. Kleine visuelle Gags (Schriftzüge, Schilder, Nebenschauplätze) belohnen das Wiederlesen.

Jökens Übersetzung balanciert Lokalkolorit und Lesefluss. Das Spiel mit Lusitanien‑Akzenten, Namen und lautmalerischen Einfällen wirkt organisch – und liefert genug Schmunzler für Veteranen wie Neulinge. Ein paar Kalauer reiben sich gewollt am Zeitgeist; die Mehrzahl sitzt.

Asterix in Lusitanien ist ein Fest Nostalgiker, die mit Asterix groß wurden, ebenso wie für Kids, die gerade entdecken, warum ein kleines Dorf dem Imperium trotzt. Eltern bekommen Vorlesestoff zum gemeinsamen Entdecken, Kinder klare Bilder und knackige Action, Portugal‑Fans liebevolle Details – und alle zusammen einen Band, der mehr kann als nur Urlaubsgrüße.

Meinung:

Asterix in Lusitanien vereint Reisealbum, Krimi und Kommentar zur Gegenwart – leichtfüßig erzählt, liebevoll gezeichnet und thematisch kantig genug, um nachzuhallen. Nicht jede Spitze ist federleicht, doch im Endeffekt liefert das Jubiläums‑Nachjahr ein sehr rundes Abenteuer mit hoher Wiederlese-Quote. Bei Toutatis: Das Dorf bleibt unbeugsam – und wir bleiben dabei.

Info
Seiten: 48
Preis: Softcover ca. 8 Euro, Hardcover ca. 14 Euro
Autor: Fabcaro
Zeichner: Didier Conrad
Verlag: Egmont Ehapa Media

Bilmaterial: Egmont Ehapa Media – ASTERIX®- OBELIX®- IDEFIX® / © 2025 HACHETTE LIVRE / GOSCINNY – UDERZO

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