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Review: Assassin’s Creed Valhalla: Zorn der Druiden

Ausflug nach Irland

Knapp ein halbes Jahr ist es nun her, seit wir mit Eivor in die gewaltigen Weiten des mittelalterlichen Englands aufgebrochen sind. Nun wird die Wikinger-Saga per DLC um ein neues Kapitel erweitert. Serientypisch war zu erwarten, dass dieser die Geschichte weitererzählt, das Spiel erweitert und vielleicht stark ins Mythologische abdriftet – erinnern wir uns nur an untote Pharaonen oder die Story rund um Atlantis aus den Vorgängern. Zorn der Druiden hält sich hier allerdings etwas zurück: Weder erzählt es die Geschichte von Eivor nach dem Ende der Hauptstory weiter noch driftet es zu stark ins Fantastische ab. Stattdessen bietet es vor allem mehr von dem, was Assassin’s Creed Valhalla ausgemacht hat – und bringt einige klassische Ideen zurück.

Der Cousin von Nebenan

Die Geschichte beginnt, als Eivor eine Nachricht von ihrem Cousin Barid bekommt, der zum König von Dublin aufgestiegen ist. Familienbande und das Versprechen von Reichtümern für unsere Siedlung lassen unsere(n) Wikinger(in) bald in Richtung Irland aufbrechen. Doch dort im Land der grünen Hügel ist nicht alles eitel Sonnenschein: Barid will sich einem neuen Hochkönig anschließen, der alle Reiche Irlands vereinen will, was nicht überall auf Gegenliebe stößt. Vor allem ein böser Druidenkult stellt sich gegen den neuen Herrscher, der ihrer Meinung nach zu sehr auf das Christentum und zu wenig auf die alten Bräuche setzt. Es ist wohl nicht überraschend, dass Eivor bald alle Hände voll zu tun hat, um Barid in des Hochkönigs Gnaden zu halten und die Bedrohung durch die Druiden aufzuhalten.

Falls ihr zu jenen gehört, die Assassin’s Creed Valhalla noch nicht beendet haben, aber euch dennoch schon auf einen Ausflug nach Irland freut, können wir euch beruhigen: Der DLC spielt nicht nach dem Ende des Grundspiels und erfordert es auch nicht, Eivor auf Endgame-Niveau gebracht zu haben. Stattdessen kann der Ausflug schon recht bald nach dem Beginn der Original-Kampagne in Angriff genommen werden. Im Gegenzug heißt das aber auch, dass das, was in Irland passiert, in seiner eigenen kleinen Bubble spielt – ihr unterbrecht einfach eure Abenteuer in England für eine Reise auf eine andere Insel, die euch rund zehn Stunden (für die Mainstory) beschäftigen wird. Vieles, was ihr dort erlebt, wird euch bekannt vorkommen, auch wenn wir natürlich nun auf einer (vor allem auf NextGen-Konsolen) schön anzusehenden, deutlich grüneren Insel mit anderem Baustil unterwegs sind. Wer einfach „mehr“ Valhalla wollte, kann sich hier auf etlichen spannenden Content freuen. Wer sich bahnbrechende Weiterentwicklungen erwartet hat, könnte aber enttäuscht sein.

Handeln wie anno dazumal

Ganz ohne neue Ideen geht es allerdings doch nicht – wobei man „neu“ hier ein wenig in Anführungszeichen setzen muss, denn ein wichtiges neues Gameplayelement erinnert an etwas, das wir aus früheren Teilen der Serie kennen: Dublin soll nach dem Willen Barids zur großen Handelsstadt werden – doch dafür benötigen wir Waren. Der Schlüssel dafür sind Handelsposten, die Eivor nach und nach auf ihren Reisen erobern kann. Dabei handelt es sich um einen Prozess in zwei Schritten: Zunächst müssen wir den Posten erkunden und von Gegnern befreien; danach gilt es (auch wenn sich das für einen Wikinger seltsam bürokratisch anfühlt) aber noch die Besitzurkunde zu erbeuten, die an einem anderen Ort zu finden ist – offensichtlich muss auch im alten Irland auf den Papierkram geachtet werden. Gehört der Handelsposten endlich euch, liefert er Waren – und kann danach noch mit verschiedenen Gebäuden ausgebaut werden. Mit den Gütern können wir dann von Dublin aus diverse Handelsaufträge erfüllen, die den Level unserer Stadt ansteigen lassen und uns netten Loot liefern. Im Endeffekt ist dieser Gameplay-Loop an keinem Punkt außergewöhnlich, aber er motiviert trotz seiner Einfachheit und erinnert an ähnliche Konzepte aus längst vergangenen Assassin’s Creed-Tagen.

Aber noch ein Element erinnert an alte AC-Zeiten: Kleinere Aufträge müsst ihr nicht erst umständlich vom Questgeber abholen, sondern werden euch per Brieftaube zugestellt. Solltet ihr also gerade eine Zusatzaufgabe erledigen wollen, braucht ihr also nur einen Taubenschlag aufsuchen. Diese Aufgaben beinhalten auch optionale Zusatzziele, wie zum Beispiel den Auftrag, einen Meuchelmord unerkannt zu erledigen. Auch dabei handelt es sich aber eigentlich um Standardkost für die Assassinen-Reihe – und nur einen etwas generischen Ersatz dafür, dass sich Irland nicht nur in Sachen Nebenaufgaben etwas zu leer anfühlt.

Eher Scarecrow als Miraculix

Wie schon erwähnt ist der wichtigste Gegenspieler der Handlung der namensgebende Druidenkult. Es ist dieser, der Zorn der Druiden ein beinahe übersinnliches Element verleiht. Eure Gegenspieler haben nämlich scheinbar magische Kräfte, die sie gegen euch im Kampf einsetzen können. Zwar gibt es für diese eine rationale Erklärung, aber es sorgt dennoch dafür, dass sich diese Kämpfe spannend anders anfühlen. Das ist eine willkommene Abwechslung dazu, dass der Druidenkult ansonsten im Grunde genommen wie der Orden der Ältesten im Basisspiel funktioniert und leider ein wenig blass bleibt. Aber das fasst auch irgendwie das gesamte Add-on zusammen: Mehr vom altbekannten Valhalla-Gameplayprinzip mit einigen wenigen frischen Elementen auf einer neuen Insel in der gewohnten Assassin’s-Qualität, aber auch den althergebrachten Problemstellen.

Fazit

Wertung - 8

8

neue Insel, alte Ideen

Assassin’s Creed Valhalla: Zorn der Druiden ist kein Gamechanger, kein Add-on, das euch völlig neue Erfahrungen bietet. Es ist eher ein Zusatz für all jene, die noch mehr Inhalt im bewährten Valhalla-Stil erleben wollen. Ja, es gibt Tweaks und Ideen, die im normalen Spiel nicht vorkommen, aber nichts davon ist so gravierend, dass man sagen würde „das haben wir noch nie in Assassin’s Creed gesehen“. Das ist aber nichts Schlechtes, denn das Add-on ist gelungen und liefert atmosphärische Charaktere sowie eine nette Storyline für all jene, die noch nicht genug von den Wikingern haben. Wer auf mehr Abwechslung und neue Ideen gehofft hat, wird allerdings enttäuscht werden.

Genre: Action-Adventure
Entwickler: Ubisoft Montreal
System: PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series
Erscheint: erhältlich
Preis: ca.  25 Euro

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Florian Scherz

Bereits früh entwickelte Florian zwei große Leidenschaften: Videospiele und Theater. Ersteres brachte ihn zu einem Informatikstudium und zu Jobs bei consol.MEDIA und Cliffhanger Productions; zweiteres lässt ihn heute (unter anderem) als Schauspieler, Regisseur, Komponist und Lichtdesigner arbeiten. Wenn er gerade keine Musicals inszeniert, spielt oder schreibt, vermisst er auf Shock2 Videospiele von anno dazumal in seiner Blog-Reihe "Spiele, die ich vermisse".

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