Der Traum vom Fliegen ist uralt – kein Wunder, dass viele Spiele sich genau um dieses Thema drehen: Vom Flugsimulator zu einigen verrückteren Ideen ist alles dabei. Aerosurfer verspricht schnellen, intuitiven VR-Spaß mit Fokus auf kompetitive Ideen. Geht das auf?

Nur ich und meine Flügel
Die Idee von Aerosurfer ist simpel und sofort zu begreifen: Ihr seid ein Surfer der Lüfte, der einige knifflige Kurse zu absolvieren hat – und zwar ausschließlich im Gleitflug. Damit sind wir schon bei einem absoluten Schlüsselkonzept des Spiels gelandet: Momentum. Ihr werdet nie das Ziel erreichen, wenn ihr zu langsam werdet, weshalb ihr nur behutsam steigen, sondern eher im Sinkflug und vor allem bodennahe bleiben solltet. Denn wenn ihr knapp über der Oberfläche fliegt, bekommt ihr einen Boost, der euch deutlich beschleunigt. Übertreiben solltet ihr es allerdings dabei nicht: Erstens erfordern manche Levels, das Tempo geschickt zu dosieren, zweitens ist euer Flug sofort beendet, wenn ihr zu Boden crasht. Zur Steuerung habt ihr ausschließlich zwei Flügel, die ihr per Motion Controls mit euren Armen (bzw. den Controllern, die ihr in der jeweiligen Hand haltet) in den Wind kippt. Das klappt sofort intuitiv und lässt uns von der ersten Minute an gekonnt in der Luft bleiben – viel mehr kommt im Laufe der Zeit auch gar nicht mehr dazu.

Simpel, aber motivierend
Das heißt allerdings nicht, dass wir sofort perfekt sind, denn auch wenn Aerosurfer nicht komplex ist, ist es leicht zu lernen, aber schwer zu meistern. Und hier kommt der kompetitive Gedanke ins Spiel, der uns in seiner Umsetzung an Trackmania erinnert: Auf der Strecke seid ihr allein, es geht allein um die Zeit und den Vergleich (per Highscore-Liste) mit anderen; wer sich lieber mit sich selbst vergleicht, erhält immerhin einen Ghost und bei gewissen Zeitschwellen Medaillen. Das motiviert, auch weil Aerosurfer euch im Lauf der Kampagne immer wieder neue Strecken mit frischen Herausforderungen entgegenwirft. Leider sind wir hier schon beim Pferdefuß: Aerosurfer ist zwar günstig, aber auch nicht besonders umfangreich: Die Kampagne ist kurz und je nach euren Skills und eurer Motivation, eure vorherigen Zeiten zu toppen, habt ihr vielleicht schon in einer Stunde alles gesehen (danach gibt es immerhin noch Challenge-Maps, die uns aber nicht lang motivierten). Bei „sehen“ sind wir auch schon beim letzten Punkt, denn die Umgebung ist stilisiert und simpel, erfüllt eher ihren Zweck als uns wirklich zu beeindrucken. Das wäre für ein Spiel dieser Art vollkommen ausreichend. Allerdings stören gelegentliche Level of Detail-Pop-Ups das Gesamtbild. Das hätte man schöner lösen können.
Fazit:
Wertung: - 7.5
7.5
spaßig, aber kurz
Aerosurfer macht Spaß! Die Idee ist simpel und vom ersten Moment an intuitiv, es zu meistern herausfordernd, und das Spielsystem erinnert (nicht nur deshalb) wohlig an Trackmania, ohne es zu kopieren. Dafür gibt es definitiv Pluspunkte. Die Abzüge gibt es hingegen vor allem für den Umfang: Selbst zu diesem Preis hätte es etwas mehr sein können, denn die Kampagne ist auffallend kurz und die nachfolgenden Challenge-Maps nicht genug, um wirklich hängen zu bleiben. Hier hätte es mehr Levels, aber auch auf Dauer mehr Herausforderung gebraucht, um zu einem echten Geheimtipp zu werden. Für ein witziges VR-Spiel, das man am besten in kleinen Dosen genießt und einsteigertauglich ist, reicht es allerdings.
Entwickler: Breach
Erscheint: erhältlich
System: Meta Quest 3/3S
Preis: ca. 12 €




