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Retro-Special: DuckTales (NES)

 

DuckTales ist im Sommer als Remake von WayForward Technologies für PSN, XBLA und Wii U eShop erschienen. Für manche ist es vermutlich komplett neu, andere können sich den NES-Titel zur populären 1990er-TV-Serie gleichen Namens eventuell nur noch düster ins Gedächtnis rufen; bei mir ist das allerdings anders, denn trotz meines fortgeschrittenen Alters kann ich mich noch gut an meinen zehnten Geburtstag erinnern – vor allem aufgrund der tollen Geschenke: Nach wochenlanger Vorbereitung der Marke „ich bin jetzt im Gymnasium, alle spielen dort mit einer Konsole und ich will mitreden können“ schaffte ich das bis dato Unmögliche: eine NES-Konsole zog in unser Heim ein, gemeinsam mit drei Spielen, dem beigepackten Super Mario Bros., dem Zelda nicht unähnlichen Spiel zum Film „Willow“ und DuckTales. Spannend bei Letzterem war nicht alleine die Tatsache, dass mein Bruder und ich das Game bereits einen Tag zuvor erstanden hatten, obwohl ich da noch arg daran zweifelte, überhaupt ein NES zu bekommen, sondern auch das Game selbst. Denn auch heute noch träume ich manchmal davon, einen Pogo-Sprung in Anwesenheit eines fiesen Schneehasen nicht hinzubekommen! Ihr kennt den Pogo-Sprung nicht? Dann passt bei folgendem Retro-Enten-Märchen gut auf!

Ducktales Boss

EnteNtainment vom Feinsten
A, Steuerkreuz nach unten und dann B – reichten für die grundlegende Steuerung von Power-Klempner Mario Timing und die Beherrschung des A-Knopfes, kommt man in DuckTales nur mit der einleitend erwähnten Tastenkombination weiter. Erst dann schwingt sich Onkel Dagobert auf seinen Gehstock und springt damit wie ein Verrückter über Stock und Stein bzw. im Fall des Spiels eher über Schatzkisten und die Köpfe von Gegnern, die ihm auf seiner globalen Schatzsuche Steine zwischen die Watschelbeinchen werfen wollen. In fünf Gebieten, wie dem Amazonas, Transsylvanien, einer afrikanischen Mine oder der Mondoberfläche, hüpft Dagobert über Hindernisse, klettert an Seilen empor oder nutzt seinen Gehstock dazu, Monstern, wie Gorillas, Mumien oder Weltall-Enten, eines über die Rübe zu ziehen. Für damalige Zeiten und vor allem für Lizenzgames jener Ära recht ungewöhnlich: Die Welten sind keineswegs linear, vielmehr gibt es versteckte Räume und alternative Routen – manches Mal könnt ihr sogar erst weiter, wenn ihr zuvor in anderen Levels Schlüssel oder andere Items aufgesammelt habt. Selbst die Reihenfolge, in der ihr die Welten besucht, bleibt euch überlassen.

Ducktales 1

Prall gefüllter Ententeich
Obwohl ihr im Game nur Dagobert direkt steuert, wurde nicht darauf vergessen, andere populäre Figuren aus den „DuckTales“ ins Spiel zu packen. Tick, Trick und Track sowie die Daisy-Nichte Nicky lassen sich von Dagobert helfen oder weisen ihn vor versperrten Türen darauf hin, dass er einen Schlüssel braucht. Bubba die Höhlenente versorgt den Geldgeier mit den Watschelbeinen im Himalaya mit einem zusätzlichen Energie-Slot und Haushälterin Frieda bewirft ihren Boss mit süßen Energiespendern. Und auch Quack der Bruchpilot bzw. seine geheime Identität Krachbummente, eine Art Robo-Duck, helfen dem Zylinder tragenden Helden über Abgründe oder an Hindernissen vorbei. Mehr Duck geht fast nicht! Dürft ihr zur Auflockerung zwischendurch diese kleineren Quests von Tick, Trick und Track sowie anderen Haudegen der „DuckTales“-TV-Serie lösen, um euren Kontostand aufzubessern, gilt es am Ende jedes Gebietes immer einen Boss, darunter Yetis oder Gundel Gaukeley, über den Jordan zu schicken. Klar, eine riesige, bläuliche Mondmaus gibt ihren Käse auch nicht freiwillig her. Rückwirkend betrachtet stellt sich zwar die Frage, warum Dagobert, der ja sonst bekanntlich nach Gold und Banknoten strebt, es ausgerechnet auf ein Stück gammeliges Milchprodukt (ganz ohne irdische Qualitätsgebote) abgesehen hat – damals wurde ich jedoch nicht müde alle – und damit meine ich auch die zwei für das alternative Ende nötigen – versteckten Schätze einzusacken und mich danach dem – zumindest beim ersten Mal –überraschend auftauchenden gruseligen Ober-Endboss zu stellen.

Ducktales 5

Selbst die häufigen fiesen Stellen und der hohe Schwierigkeitsgrad bei den Geschicklichkeitspassagen konnten mich nicht daran hindern, dieses enorm abwechslungsreiche Game fast so häufig durchzuspielen, wie ihr Münzen in Dagoberts Geldspeicher finden könnt. Schuld an dieser Duck-Obsession waren sicherlich die auch heute noch schmucke NES-Grafik von Keiji Inafune (Charakter Designer bei der Mega Man-Reihe, Graphic Designer bei Street Fighter) und der coole Sound, vor allem in der Moon-Stage, von Yoshihiro Sakaguchi (Sound Effects bei Mega Man, Soudtrack Final Fight) – zwei Herren, die damals mit dem Produzenten Tokuro Fijiwara für so manchen Hit sorgten. Und damit wären wir schon beim „Bildungsauftrag“ dieses Retro-Artikels!

Ducktales 4

Ente gut, alles gut!
Der mittlerweile beim jungen Game Studio Platinum Games arbeitende und auch als „Professor F.“ bekannte Tokoru Fujiwara kann eine lange Liste an Spielen vorweisen, bei denen er maßgeblich mitgewirkt hat. Vor allem in den 16 Jahren bei Capcom hat er als Director und Producer vielen bekannten Titeln virtuelles Leben eingehaucht – darunter nicht nur Disney-Umsetzungen, wie DuckTales, Darkwing Duck, Aladdin oder Die kleine Meerjungfrau, sondern auch das erste Mega Man- und Bionic Commando-Spiel sowie Ghosts `n Goblins oder die Rollenspiel-Reihe Breath of Fire. Und einem großen Teil der über 60 von ihm betreuten Games war Erfolg beschienen; DuckTales etwa gilt als einer der besten NES-Titel, hat sich nicht grundlos weltweit über 1,67 Millionen Mal verkauft und rangiert somit auf Platz 15 der All-Time-NES-Verkaufscharts. Und jetzt kommt der Titel zurück – und das in überarbeiteter Optik sowie mit zusätzlichem Inhalt und originalen Synchronsprechern aus der Fernsehserie (zumindest auf Englisch). Da kann man eigentlich nicht viel mehr machen, als sich den Trailer immer und immer wieder anzusehen und in Vorfreude den Titelsong mitzuschmettern. „Life is like a Hurricaine …“ (Hanns Peter Glock)

Ducktales 2

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