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Preview: Watch Dogs: Legion im Hands-on

Ende Oktober erscheint Watch Dogs: Legion, wir hatten bereits Gelegenheit das kommende Openworld-Abenteuer für rund vier Stunden zu spielen. Dabei kam eine spezielle Streaming-Version zum Einsatz, die wir am PC remote mit einem Xbox One Controller spielen konnten. Dies lief überraschend flüssig und sehr gut spielbar ab, wir können aber daher auch noch nichts zur Performance des Spiels auf einem nativen System sagen.

Nach Chicago im ersten Watch Dogs und San Francisco und dem Silicon Valley im zweiten Teil wurde die Handlung von Watch Dogs Legion in das Post-Brexit-London der nahen Zukunft verlegt. Dennoch wirkt London in vielerlei Hinsicht dystopischer aber auch realistischer als die zuvor gewählten Settings. Und sieht man sich das echte London in diesen Tagen an, das nicht nur vom Brexit sondern auch von der Covid-19 Pandemie stark gebeutelt ist, so kann man sich leider durchaus vorstellen, dass die bereits jetzt allgegenwärtigen Kameras nur der erste Überwachungsschritt sind. Es hat schon einen guten Grund das George Orwell, Autor des bereits 1949 erschienen Romans 1984, Brite war.

DedSec VS. ctOS. Runde III

Noch immer kämpft die weltweit agierende Hacker-Widerstandsgruppe DedSec gegen das Überwachungsprogramm ctOS. Problematisch ist nur, dass nach einigen Anschlägen in der von Arbeitslosigkeit und Korruption gebeutelten Stadt das private Sicherheits- und Militärunternehmen Albion mit der Wiederherstellung der Ordnung beauftragt wird. Da die Anschläge DedSec in die Schuhe geschoben werden, taucht die Hacker-Gruppe in den Untergrund ab und stellt sich komplett neu auf. Mehr und mehr kontrolliert Albion mit dem ctOS alle Lebensbereiche der Londoner Bürger. Doch bevor DedSec den Kampf erneut aufnehmen kann, müsst ihr erst herausfinden, wer euch die Bombenanschläge angehängt hat.

Die Besonderheit von Watch Dogs Legion ist, dass es keinen festen Hauptcharakter gibt, sondern das sprichwörtlich jeder Londoner Bürger einer eurer Protagonisten werden kann. Denn der Gedanke des Widerstands ist in allen Klassen angekommen und auch beim einfachen Bürger auf der Strasse. Jeder Bürger hat natürlich besondere Fähigkeiten und auch eine eigene Hintergrundgeschichte. Beides kann genutzt werden, um bestimmte Aufträge zu erfüllen. Doch Vorsicht, nicht immer (und eigentlich meisten) verlaufen die Rekrutierungen von neuen DedSec-Mitgliedern unproblematisch. Wollt ihr einen bestimmten Charakter oder eine Bevölkerunsschicht für euch gewinnen, so müssen Rekrutierungsmissionen erledigt werden. Gerade zu Beginn ein notwendiges Unterfangen, schließlich glauben die meisten Londoner, durch gut gegen euch eingesetzte Fake-News, dass DedSec hinter dem verheerenden Bombenanschlägen steckt. Da müsst ihr schon einmal jemanden aus dem Albion-Gefängnis befreien oder ein beschlagnahmtes Auto zurückbringen.

Die Auswahl an spielbaren Charakteren ist fast unüberschaubar vielfältig. Der Bauarbeiter, die Polizistin, die Krankenschwester, der Fußball-Hooligan, die Pensionistin, sie alle sind genauso im Spiel zu finden, wie ein erprobter Agent ihrer Majestät (inklusive Spionage-Uhr und 007-Auto mit Raketen) oder ein Veteran einer Spezialeinheit der britischen Armee.

In vielen Missionen sind die Spiderbots sehr nützlich.

Und genauso vielfältig sind auch die Missionen und Aufgaben des Spiels. Der Einsatz des richtigen Charakters mit den richtigen Fähigkeiten bei der richtigen Mission ist nicht nur essentiell, sondern bestimmt auch maßgeblich das Gameplay. Habt ihr etwa die richtige Kleidung fällt vieles einfacher. Die Polizistin kann dank ihrer Uniform etwa Scotland Yard betreten ohne Alarm auszulösen, steht sie euch nicht zur Seite, müsst ihr eine andere Möglichkeit finden das Hauptquartier der Londoner Kriminalpolizei zu infiltrieren. Im Spiel stehen euch dafür neben Waffen auch eine große Zahl an technischen Hilfsmittel wie fliegende Drohnen, praktische ferngesteuerte Spinnen-Roboter (Spiderbots) und eben auch die persönlichen Fähigkeiten des Charakters zur Verfügung. Der Hooligan kann deutlich mehr Prügel einstecken als die Ärztin, diese kann dafür andere verletzte DedSec-Mitglieder wieder heilen. Den richtigen Charakter für euer Unterfangen findet ihr, indem ihr ihn kurzerhand hackt und scannt.

Die Möglichkeit mit einer gehackten Drone selbst über die Dächer von Lonson zu fliegen, gehört zu den coolsten Fortbewegungsmitteln im Spiel.

Hacken ist generall, wie könnte es bei Watch Dogs anders sein, ein wesentlicher Bestandteil des Spiels. Auf Knopfdruck lassen sich erneut nicht nur versperrte Türen öffnen sondern auch fremde Fahrzeuge aus sicherer Entfernung steuern oder auch Drohnen hacken, die uns dann entweder ungesehen passieren lassen oder sogar für uns kämpfen – abhängig von den Fähigkeiten der Drohne. Große Lastendrohnen lassen sich sogar zu fliegenden Gleitern umfunktionieren mit denen ihr kurzerhand und elegant über die Dächer von London schweben könnt. Natürlich könnt ihr auch ganz konventionell zu Fuß, per Auto, Motorrad oder natürlich mit der Londoner U Bahn (aka Schnellreisepunkte) durch die Stadt bewegen.

Da ihr die Missionen auf die unterschiedlichsten Arten lösen könnt, seid ihr auch nicht gezwungen, ständig den Charakter zu wechseln. Wir haben etwa eine Mission gespielt, in der wir die Aufgaben mit Waffengewalt lösen konnten, ungesehen in bester Stealth-Manier oder mit Hilfe einer Drohne. Dabei könnt ihr auch diverse Spielweisen kombinieren und individuell auch nach eurem Gusto anpassen. Erfüllte Missionen und aufgesammelte Erfahrungspunkte lassen euch Charaktere und Equipment verbessern und upgraden.

Startet ihr das Spiel, könnt ihr zwischen drei verschiedenen Schwierigkeits-Modi wählen. Während im Normal Mode gefasste bzw. gescheiterte Teammitglieder nur im Gefängnis oder Krankenhaus landen und nach einiger Zeit wieder zur Verfügung stehen, heißt es Hardcore Mode schnell Game Over, sollten alle aktiven Teammitglieder gleichzeit außer Gefecht gesetzt sein. Am schwierigsten ist der Permadeath Mode bei dem gescheiterte Charaktere wirklich sterben und sollten sie nicht rechtzeitig durch neue NPCs ersetzt werden, ist das Spiel schneller vorbei, als man “Standardpasswort” buchstabieren kann.

Luftkampf über London einmal anders.

London Calling

Ein echtes Highlight ist die Umsetzung des modernen Londons. Mit viel Liebe zum Detail wurden nicht nur zahlreiche Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt Englands und Großbritanniens umgesetzt, sondern ganze Straßenzüge und Viertel erwachen zum virtuellen Leben. Dazu gehören auch die Londoner Bezirke Camden und Westminster. Und schon kurz nach dem Start des Spiels steht euch die komplette Stadt zur Verfügung von Wellington Arch und die Isle of Dogs im Westen, über den Camden Market im Norden bis hinunter zum Windrush Square in Brixton im Süden Londons. Viele Orte könnt ihr auch betreten und selbst eine Fahrt im berühmten London Eye ist hier möglich. Im weltbekannten Uhrturm Big Ben wartet sogar eine spannende Mission in der ihr die Bevölkerung durch das erneute Erklingen des bekannten, jedoch von Albion deaktivierten, Glockenspiels aufrütteln sollt.

Abwechslung bringen zudem einige Nebenaktivitäten. Ihr könnt in illegalen Fight Clubs antreten oder auch deutlich harmloser eine Runde Dart im nahegelegen Pub spielen. Doch Vorsicht, trinkt ihr dort auch ein gepflegtes Pint Ale, seid ihr für kurze Zeit angetrunken, was sich durch eine schwammige Steuerung und leicht verschwommene Optik bemerkbar gemacht hat. Genauso könnt ihr mit eurem Charakter auch einfach zu einem Souvenirstand laufen und euch ein “I Love London” T-Shirt oder einen “witzigen” Union Jack Hut kaufen. Und da wir in England sind, darf natürlich auch ein kleines Fußball-Minispiel nicht fehlen, bei dem ihr einen Ball möglichst oft hochpäppeln müsst.

Die Themse kann sowohl mit Booten befahren als auch durchschwommen werden.

Neues zum Multiplayer Modus

  • Zwar konnten wir den angekündigten Online-Multiplayer-Modus von Watch Dogs: Legion noch nicht selbst ausprobieren, es gibt aber eine Menge neue Informationen. So wird dieser als Teil eines kostenlosen Updates erst ab dem 3. Dezember verfügbar sein. Folgende Features werden dann zu Verfügung stehen:
  • Ein Coop Modus in einer komplett frei begehbaren offenen Welt, in der Spieler mit ihren Freunden eine Gruppe mit bis zu 4 Spielern erstellen können, um London zu entdecken und an diversen Nebenaktivitäten teilzunehmen.
  • Neue Coop Missionen für 2-4 Spieler, die neue Coop Gameplaymechaniken nutzen und Spielern die Möglichkeit geben, ein perfektes Team zu rekrutieren.
  • 4 Spieler taktische Coop Missionen, welche Teamwork und Effizienz erfordern.
  • Der erste Spieler-gegen-Spieler (PvP) Modus, Spiderbot Arena, in dem 4-8 Spieler bewaffnete Spiderbots kontrollieren und in intensiven Alle-gegen-Alle Kämpfen gegeneinander antreten.

Assassins Dogs

Die Wurzeln der Watch Dogs Serie liegen bekanntlich im Gegenwart-Teil der Assassins Creed-Serie. Dieser Umstand wird nun in einem Cross-Over aufgegriffen. Spieler die den Season Pass für Watch Dogs: Legion erwerben, erhalten auch Zugang zu Watch Dogs: Legion – Blutlinie. Dieser DLC enthält einen neuen Erzählstrang mit Aiden Pearce aus dem originalen Watch Dogs und Wrench aus Watch Dogs 2, der komplett im Singleplayer und online spielbar sein wird. Zudem wurden heute 2 weitere Charaktere enthüllt:

  • Darcy, ein Mitglied des Ordens der Assassinen, dank eines Cross-Over mit Assassin’s Creed
  • Mina, ein Opfer von transhumanistischen Experimenten, die andere Menschen mit ihren Gedanken kontrollieren kann

Hands-On Meinung

Zum zweiten Mal nach der E3 2019 hatt ich die Gelegenheit Watch Dogs Legion zu spielen und der sehr gute Eindruck von damals, hat sich nun ordentlich gefestigt. Die Entwickler von UbiSoft Toronto haben es nicht nur geschafft, ein sehr glaubhaftes London von Übermorgen zu bauen, sondern trotz der Idee mit der Armee von hunderten spielbaren NPCs und den damit einhergehenden frischen Ideen, spielt sich dieses Spiel noch immer im Kern wie ein Watch Dogs! Die ersten rund vier Stunden haben auf jeden Fall Spaß gemacht und an vielen Stellen merkt man die lange Erfahrung mit dem Genre von Ubisoft. Schnell werdet ihr von der Story gepackt und ich musste mich bis zum Schluss immer wieder zwingen, die eine oder andere Nebenbeschäftigung auszuprobieren und nicht der Hauptstory oder zumindest einem ebenfalls vorhandenen spannenden Nebenstrang zu folgen. Für mich, der schon sehr oft in London war, war es verblüffend, dass die Metropole an der Themse nicht nur detailliert nachgebildet wurde, sondern vor allem auch die Atmosphäre der Stadt inklusive ihres typischen Klangs, Lichtstimmungen und vieles mehr. Ich freu mich jetzt schon auf Ende Oktober, wenn das Spiel in den Handel kommen wird.

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