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Preview: Reanimal + Video Hands On

Das Team hinter Little Nightmares 1 und 2 sind zurück! Und ja, auch wenn der neue Titel Reanimal in eine andere Richtung geht, bleibt die unverkennbare Handschrift der Schweden von Tarsier Studios bestehen. Das Team nimmt das, was sie im atmosphärischen Horror beherrschen, und erweitert es um einen entscheidenden Kniff: Koop.

Reanimal wirft uns in ein düsteres, verwunschenes Inselreich, das einst ein Zuhause war und nun zur Hölle geworden ist. Wir schlüpfen in die Rolle eines Geschwisterpaares, die auf eigene Faust losziehen, um ihre vermissten Freunde zu suchen.

Was folgt, ist ein Überlebenskampf in einer Welt, die von grotesken Monstern heimgesucht wird. Die Kinder welche wir steuern sind keine strahlenden Helden, sondern zerbrochene, aber widerstandsfähige Seelen auf der verzweifelten Suche nach Hoffnung und Erlösung.

Die Narrative ist dabei, ganz im Stil von Tarsier Studios, minimalistisch und interpretativ. Es gibt keine ausschweifenden Dialoge oder erklärenden Texte. Stattdessen wird die Geschichte durch die Umgebung, durch mysteriöse Orte und fragmentierte, verborgene Story-Elemente erzählt. Man muss die Welt aktiv erforschen, um ihre Geheimnisse zu entwirren. Für Spiele*innen, die eine klare, vorgekaute Story erwarten, mag das zu dünn erscheinen. Wer aber bereit ist, sich in die dichte Atmosphäre und die visuelle Erzählung fallen zu lassen, wird mit einer zutiefst emotionalen und beunruhigenden Erfahrung belohnt.

Der Kern des Spiels ist das gemeinsame Überleben. Reanimal kann zwar im Einzelspieler erlebt werden (dann steuert die KI den Partner), doch seine ganze Intensität entfaltet sich im lokalen oder Online-Koop. Hier kommt der Meisterkniff des Studios ins Spiel: die Shared-Camera.

Anstatt geteilter Bildschirme oder freier Bewegung sind die Geschwister an die vom Spiel geleitete Kamera gebunden. Das maximiert die Klaustrophobie und den Zwang zur Zusammenarbeit. Man kann seinen Partner nicht einfach im Stich lassen. Muss man sich vor einem neuen, widerwärtigen Monstertyp verstecken, sind beide gezwungen, im selben dunklen Winkel auszuharren. Muss ein kniffliges Umgebungsrätsel gelöst werden, ist die Koordination alles. Man muss Hinweise finden, Gegner ablenken und schleichen, um zu überleben, da die Konfrontation in dieser Welt zu einem raschen Game Over führt. Kommunikations steht wie bei jeder guten Co-Op Erfahrung an erster Stelle.

Die Erforschung der Welt und der clevere Einsatz der Koop-Mechanik sind die klaren Highlights von Reanimal. Die Soundeffekte sind beklemmend und tragen massiv zur dichten Atmosphäre bei. Jeder Knarzer und jedes entfernte Heulen verstärken das Gefühl ständiger Gefahr. Technisch lief die Demo-Version, die wir spielen durften, grundsätzlich stabil – jedoch gehört erwähnt dass sie in unserer Session im Shock 2 Live Stream letzte Woche 2 mal abstürze. Dank großzügigen Auto-Saves war dies nur ein kleines Ärgerniss.

Wie bereits erwähnt, ist die Narrative herausfordernd, wenn man nach einer traditionellen, vordergründigen Geschichte sucht. Der Plot ist bewusst nebelhaft und minimalistisch – eine kreative Entscheidung, die nicht jedem gefallen wird aber gut in das Horror Setting passt. Passagen die im Single-Player vielleicht inhaltlich zu schleierhaft gehalten wurden werden im Multiplayer durch Gespräche mit dem Co-Op Partner gefüllt. Möglicherweise wird die Repetivivität der Schleich-Passagen im späteren Spielverlauf ein Thema, wenn die Überraschung der neuen Monster und Umgebungen nachlässt. Innerhalb der ersten Spielstunde war dies jedoch keineswegs ein Problem und Reanimalkonnte uns immer wieder aufs neue das Fürchten lehren.

Erster Eindruck

Reanimal bietet Fans von Little Nightmares eine polierte neue Erfahrung, welche die stärksten Aspekte der beliebten Reihe um eine Vielzahl neuer Ideen erweitert und gleichzeitig mit dem Co-Op-Erlebnis gänzlich neue Impulse setzt. Die Parallelen zur Ursprungsreihe von Tarsier Studios sind unverkennbar, aber eingefleischte Horror-Fans sollten Reanimal deswegen keinesfalls unterschätzen. Atmosphärischer Horror auf diesem Niveau ist Mangelware, und wenn die Demo ein Indikator für die Qualität der Story ist, erwarten uns im vollen Spiel noch einige Überraschungen. Behaltet unbedingt ein Auge auf Reanimal, wenn es im ersten Quartal 2026 erscheinen wird.

Ihr könnt Reanimal ab sofort antesten – die Demo ist frei auf Steam verfügbar.

Wir haben uns genau diese Demo für euch im Shock 2 Live Stream angesehen:

Daniel Dorner

Ich mach Videospiele und schreib über Videospiele und rede über Videospiele - manchmal spiele ich sie sogar.

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