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Preview: Paper Mario: Color Splash

Was für eine toad … ähm … totale Katastrophe! Auf Prism Island verschwinden die Farben und aus knallbunt wird tristes Schwarz/Weiß. Das bedroht insbesondere unsere Freunde, die Toads, von denen nur noch ihre Form zurückbleibt, wenn man ihnen die Farbe stiehlt. Zum Glück ist Paper Mario nicht weit und stellt sich dem Problem gemeinsam mit seinem neuen Begleiter (passenderweise eine fliegende Farbdose) und seinem neuen Werkzeug, dem Farbhammer.

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Papierkram
Bei einer Präsentation bekamen wir zwei Abschnitte aus Paper Mario: Color Splash vorgespielt (selbst Hand anlegen durften wir leider noch nicht), die in der Form schon rund um die E3 zu sehen waren. Auf der Überlandkarte, die an die guten alten Mario-Teile erinnert, ging es zunächst in ein Toad-Dorf, wo das Oceanfest ansteht – ein Event, auf das sich die guten Pilzköpfe das ganze Jahr freuen. Auf dem Weg dorthin begegnen wir allerdings auch schon den ersten „Problemstellen“ – Orte, wo den (übrigens in 3D gehaltenen) Levels die Farbe gestohlen wurde. Sofern wir genug Farbe dabei haben (hier werden kurz Erinnerungen an den Wasserfüllstand in Super Mario Sunshine wach), können wir diese Stellen mit Farbe ausfüllen und kassieren dafür Münzen und ähnliche Boni. Schon auf diesem kurzen Trip wird klar: Der Papier-Charme, der die Serie ausmacht, ist wieder allgegenwärtig – das Meer hat Wellen aus verschiedenen Papierschichten, Wolken baumeln von Schnüren und der „Geheimraum“, den seit Jahren niemand betreten hat, zeigt das auch anhand seiner nicht vorhandenen und eher Wellpappencharme ausstrahlenden Deko. Auch der Humor-Faktor bleibt serientypisch hochgedreht und ja, auch das schlechte Wortspiel zu Beginn dieses Artikels ist den Dialogen im Spiel entnommen. Hier geht es eben nicht nur darum, Gegner platt zu machen, sondern auch Gespräche zu führen und Rätsel zu lösen, um dem Geheimnis Prism Islands auf die Spur zu kommen.

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Papercut!
Kämpfe müssen aber dennoch sein. Das kann ein Gefecht gegen einen Gegner sein, der uns einfach in die Quere kommt, oder von der Begegnung mit einem Boss ausgelöst werden. Das Kampfprinzip bleibt allerdings gleich und erinnert ein wenig an den 3D-Ableger Sticker Star: Zu Beginn einer Kampfrunde entscheidet ihr euch mithilfe des Gamepads, welche Angriffskarten ihr ausspielen wollt. Das können Sprünge sein, Angriffe mit dem Hammer, aber auch spezielle Techniken, Items und sogar gefangene und in Karten umgewandelte Gegner können zum Einsatz kommen. Auch hier spielt ein wenig die Farbe mit: Angriffskarten können schwarz/weiß gehalten oder mehr oder weniger angemalt sein, wobei ihr Karten auch direkt vor ihrem Einsatz einfärben könnt (was natürlich euren Farbvorrat benötigt). Wozu, fragt ihr? Ganz einfach: Je bunter, desto mächtiger! Habt ihr euch für eure Angriffe entschieden, führt Mario (der übrigens in allem, was wir bislang gesehen haben, allein kämpft) die Aktion aus, wobei ihr seine Angriffe und auch seine Verteidigung mit dem richtigen Timing unterstützen könnt. Oft genug werdet ihr mit Standardaktionen vorankommen, ab und an müsst ihr allerdings härtere Bandagen auspacken. In einer uns gezeigten Bossbegegnung läuft zunächst der Kampf regulär ab, aber am Ende haben wir es mit einem Gegner mit brennender Waffe zu tun – keine gute Situation für einen Papier-Helden! Also packen wir den Feuerlöscher aus unserem Inventar und löschen den Boss. Problem gelöst!

Ersteindruck
Paper Mario: Color Splash hat es schon seit der Ankündigung nicht leicht. Fans befürchten ein zweites Sticker Star und bemängelten schon nach dem ersten Trailer und den E3-Präsentationen die Abkehr von den Rollenspielmechaniken, die die ersten beiden Teilen so beliebt gemacht haben, und die mangels EXP-Mechanik ihrer Meinung nach erneut sinnlosen Kämpfe. Nicht einmal die ersten Dialoge kamen ohne Kritik davon – eine Watergate-Anspielung wurde von einigen als Gamergate-Wink gesehen wurde und machte sofort im Netz die Runde. Addieren wir die Last, eigentlich der einzige große Wii U-Titel für Weihnachten zu sein, hat Paper Mario: Color Splash schon keinen leichten Stand, bevor wir das Spiel überhaupt anhand seiner spielerischen Qualitäten beurteilen können. Und das ist schade, denn was wir sehen konnten, verströmte den typisch leichten Paper Mario-Humor und das Papier-Flair, das die Serie berühmt gemacht hat. Wie es sich spielerisch wirklich schlägt und ob es nach dem schwächelnden Sticker Star wieder an die Klasse der Reihe anschließen kann, wird allerdings erst eine längere Spielsession aufzeigen, die wohl spätestens am 7. Oktober stattfindet – dann steht Paper Mario: Color Splash nämlich im Handel.

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Florian Scherz

Bereits früh entwickelte Florian zwei große Leidenschaften: Videospiele und Theater. Ersteres brachte ihn zu einem Informatikstudium und zu Jobs bei consol.MEDIA und Cliffhanger Productions; zweiteres lässt ihn heute (unter anderem) als Schauspieler, Regisseur, Komponist und Lichtdesigner arbeiten. Wenn er gerade keine Musicals inszeniert, spielt oder schreibt, vermisst er auf Shock2 Videospiele von anno dazumal in seiner Blog-Reihe "Spiele, die ich vermisse".

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