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Obi-Wan Kenobi: Film-Autor erklärt, wieviel Film noch in der Serie steckt (Update: neue Infos!)

Was kommt vom Film, was ist neu?

Bevor Obi-Wan Kenobi zur Disney+-Serie wurde, hätte es in der Tradition von Rogue One und Solo ein Film werden sollen. Dieses Projekt scheiterte am finanziellen Misserfolg von Solo. Doch wieviel Film steckt noch in der Serie? Mit The DIrect sprach ein Mann, der es wissen muss: Stuart Beattie war als Drehbuchautor am Film beteiligt und wurde für die Episoden I bis III sowie VI der Serie mit „Story by“ in den Credits ausgezeichnet. Dabei hatte er mit der Serie eigentlich nichts zu tun, wie er erklärte. Er habe den Film geschrieben, auf dem die Serie basiert; diese Arbeit dauerte rund ein bis eineinhalb Jahre, bevor die Entscheidung fiel, den Film nicht umzusetzen. Joby Harold habe sein Script übernommen und aus zwei Stunden sechs gemacht. Er habe den Credit nur bekommen, weil die Geschichte (dieser Episoden) von ihm stammt. Ähnliche Credits, so viel sei nur bemerkt, bekam auch Hossein Amini, der damals mit Stephen Daldry am Film arbeitete. Auch wenn Beattie keine weiteren Details nennt, kann man doch davon ausgehen, dass der grobe Storybogen der vier Episoden mit „seinem Credit“ zumindest grob der Filmhandlung folgt, während die beiden anderen Zusatzmaterial darstellen.

Apropos Zusatzmaterial: Während es noch immer Diskussionen gibt, ob es eine zweite Staffel zu Obi-Wan Kenobi geben soll, bestätigt Beattie übrigens auch, dass der Obi-Wan-Film vermutlich kein einzelner Kinoausflug geblieben wäre. Bei seinem Pitch habe er Lucasfilm erklärt, dass er eigentlich drei Stories rund um Obi-Wan sieht, drei Evolutionen, die der Charakter auf dem Weg von Obi-Wan zu Ben durchmachen muss. Die erste war der erste Film, „Gibt dich dem Willen der Macht hin, gib deinen Willen auf. Lass das Kind allein“. Der zweite wäre aus dem Gedanken entstanden, warum sich Obi-Wan bereitwillig in Episode IV Vader opfert. Die Entscheidung sei Beattie zu plötzlich gewesen. Er wollte die Akzeptanz für diesen Moment in einem eigenen Film vorbereiten, zeigen, wie Obi-Wan seine Sterblichkeit erkennt. Über den dritten Film schweigt Beattie sich aus, bestätigt aber, dass er diese Scripts nicht geschrieben habe, weil er noch mit dem ersten Film beschäftigt war, aber dass sowohl Ewan McGregor als auch Lucasfilm sich für eine ganze Obi-Wan-Trilogie ausgesprochen hatten. Ob seine Ideen mit einer eventuellen zweiten Staffel zu tun haben werden? Das weiß er selbst nicht. Er ist einfach nur froh, dass seine Story es jetzt zumindest auf Disney+ geschafft hat – auch wenn er gerne seinen Film gesehen hätte. Und falls die Macher eine Story für eine zweite Staffel brauchen, kennen sie jetzt seine Idee.

Update: The Direct hat noch weitere Auszüge aus dem Interview mit Steward Beattie veröffentlicht, die sich vor allem um den Charakter Reva drehen. Er erklärt, er habe die Figur erschaffen und sie sei (mit einigen Veränderungen) aus seinem Script in der Serie gelandet. Welche Veränderungen? Zum Beispiel, dass Reva nicht wusste, dass Anakin Darth Vader ist. Zwar hatte sie auch im Film-Script den Angriff auf den Jedi-Tempel durch Anakin überlebt und sich dadurch davon überzeugen lassen, dass die Jedi das wahre Übel der Galaxis waren und die Macht an sich reißen wollten, weshalb sie auch die Jedi jagt. Doch sie weiß nicht, dass sie ausgerechnet demjenigen dient, der damals ihre Freunde getötet hat. Anders als in der Serie, wo sie Obi-Wan die Wahrheit verrät, ist es hier umgekehrt: Obi-Wan verrät Reva die Wahrheit, was sie ihre Taten überdenken lässt. Revas Charakter (und ihre Läuterung) war im Film-Script auch der Grund, warum Vader bis zu Episode IV nicht mehr nach Obi-Wan suchte: Sie log den dunklen Lord an, erklärte ihm, Obi-Wan getötet zu haben, und wird dafür von ihm ermordet. Das sei auch das Ende ihrer Geschichte gewesen.

Reva war für Beattie die Lösung für das Problem, dass Vader zwar der Antagonist der Story war, aber dieser Konflikt konnte in diesem Film wegen Episode IV nicht gelöst werden. Deshalb war Reva eine Figur, die Obi-Wan bedrohte, aber auch von ihm gerettet werden konnte. Angesprochen auf die Ähnlichkeit der Third Sister mit Trilla Suduri, der Second Sister aus Jedi: Fallen Order, erklärte Beattie, dass er selbst überrascht war. Er habe das Script geschrieben, bevor er das Videospiel kannte. Als er das Spiel dann startete, dachte er sofort „das ist Reva“. Aber es sei ein Zufall, dass sich die zwei Figuren ähnlich seien.

Florian Scherz

Bereits früh entwickelte Florian zwei große Leidenschaften: Videospiele und Theater. Ersteres brachte ihn zu einem Informatikstudium und zu Jobs bei consol.MEDIA und Cliffhanger Productions; zweiteres lässt ihn heute (unter anderem) als Schauspieler, Regisseur, Komponist und Lichtdesigner arbeiten. Wenn er gerade keine Musicals inszeniert, spielt oder schreibt, vermisst er auf Shock2 Videospiele von anno dazumal in seiner Blog-Reihe "Spiele, die ich vermisse".

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