ComicsNews

NYCC 2025: Marvel Comics zieht klare Linie bei KI-Kunst

C.B. Cebulski bezieht Stellung

Auf der New York Comic Con hat Marvel Comics-Chefredakteur C.B. Cebulski die Richtlinie des Verlags zu KI-generierter Kunst unmissverständlich formuliert: „Wir haben nie KI benutzt, wir werden sie nicht benutzen, und wir tolerieren sie in der Marvel Comics-Division nicht.“ Die Aussage fiel während eines Spider-Man-Panels und wurde vom Publikum mit Applaus aufgenommen. Gleichzeitig betonte Cebulski, dass interne Teams Artwork aktiv auf verdächtige Anzeichen – etwa „sechs Finger“ – prüfen.

Klare Worte auf der NYCC

Was in den vergangenen Monaten als Branchenflüstern kursierte, wurde in New York nun zur offiziellen Linie: Marvel Comics will keine generative KI in Covern, Innenseiten oder Illustrationen. Auf Nachfrage im Q&A-Bereich des Spider-Man-Panels legte Cebulski nach und verwies auf Mitarbeitende im Saal, die regelmäßig eingereichtes Material screenen. Der Verlag setzt damit ein Signal Richtung Kreativszene wie auch Richtung Handel.

Was heißt das konkret?

Nach Cebulskis Ausführungen bedeutet die Policy:

  • Keine Nutzung generativer KI für Marvel Comics-Produktionen.
  • Interne Prüfprozesse, die Artwork auf typische KI-Artefakte (z. B. unplausible Anatomie wie „sechs Finger“) abklopfen.
  • Konsequente Einhaltung der Vorgaben gegenüber beauftragten Künstler:innen und Partnern.

Damit reagiert Marvel Comics auch auf wiederkehrende Diskussionen rund um mutmaßliche KI-Bilder in der Popkultur. Wichtig: Die Aussage bezieht sich explizit auf die Comic-Redaktion (die „Marvel Comics-Division“).

Die DC Comics-Ansage & frühere Debatten

Nur einen Tag zuvor hatte DC Comics-Präsident Jim Lee auf der NYCC klargestellt, man werde „jetzt und niemals“ KI-generierte Geschichten oder Kunst unterstützen. Die klare Kante der Konkurrenz erhöht den Druck auf transparente Regeln in der gesamten Branche. Hinzu kommt die anhaltende Debatte um frühere KI-Einsätze außerhalb der Comic-Redaktion – etwa die umstrittenen Opening-Credits der Serie Secret Invasion auf Disney+ – sowie vereinzelte Poster-Fehlinterpretationen (Stichwort: „sechs Finger“) rund um Thunderbolts.

Einschätzung der SHOCK2-Redaktion

Für Kreative bedeutet die Linie von Marvel Comics Rechtssicherheit: Gefragt sind weiterhin menschliche Handschrift, Prozess und Stil. Für Händler:innen und Leser:innen schafft die Position Vertrauen, dass gedruckte Marvel-Comics nicht auf generativ erzeugtem Material basieren. Und für die Debatte um KI in der Popkultur liefert die NYCC 2025 damit einen selten klaren Kompass.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"