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Nvidia: Absturz an der Börse durch DeepSeek

Aufregung an der Börse: Die chinesische KI-Anwendung DeepSeek hat eine Talfahrt an der Börse ausgelöst. Allein Nvidia verlor am Montag bis zum Börsenschluss fast 600 Milliarden Dollar an Marktwert – der Absturz von 17 Prozent ist der größte der Firmengeschichte, auch wenn noch immer 3 Billionen Dollar Marktwert bleiben. Abgestürzt sind aber auch andere Firmen in der KI-Bubble, darunter Zulieferer Advantest (-9,6%) und der Technologieinvestor SoftBank Group (-4,71 Prozent). Auch die Indices fielen: Der japanische Nikkei schloss mit einem Prozent Minus, der S&P 500 fiel um 1,5 Prozent, und der NASDAQ um 3,1 Prozent.

Was ist geschehen? DeepSeek hat einen gewaltigen Hype ausgelöst: Die OpenSource-Anwendung soll auf ähnlichem Niveau wie ChatGPT von OpenAI arbeiten, aber günstigere Nvidia Chipsysteme nutzen. Auch gaben die Entwickler an, besonders kostengünstig zu operieren. DeepSeek soll für nur 5,6 Millionen Dollar entstanden sein. Vergleicht man das mit den Summen der US-Konzerne, ist das günstig – OpenAI gab 2024 fünf Milliarden Dollar aus, Mark Zuckerberg will 2025 60 Milliarden Dollar in KI investieren. Mit einem günstigeren Modell und ähnlicher Leistung beginnen Investoren nun allerdings, ihre Pläne zu überdenken.

Allerdings bleibt auch Skepsis: Stimmen die Angaben von DeepSeek? Zwar gibt es US-Ausfuhrbeschränkungen für Nvidia-Chips, wodurch insbesondere die Top-Liga der Prozessoren nicht oder nur kaum nach China gelangen sollte; und doch könnte die Firma über andere Kanäle an entsprechende Hardware gelangt sein. Offiziell hat die Firma nur 10.000 A100-Nivdia Chips, die vor 2022 und den dann beschlossenen Beschränkungen gekauft wurden, sowie die leistungsärmeren H800-Prozessoren. Alexander Wang von Scale AI sprach allerdings davon, dass DeepSeek 50.000 H100-Chipsysteme haben könnte, doch aufgrund der Beschränkungen nicht darüber sprechen kann. Skeptisch betrachtet wird auch die Kontrolle der chinesischen Regierung über DeepSeek. Die Daten landen auf chinesischen Servern, von der Regierung unerwünschte Informationen verschweigt das System.

Die Reaktionen reichen von bewundernd bis warnend: US-Präsident Donald Trump spricht von einem Weckruf für US-Unternehmen, die im Wettbewerb konzentriert arbeiten müssen, ob zu gewinnen. Allerdings hat er sich den Aufstieg von KI auf die Fahnen geschrieben und ein Infrastrukturprojekt angekündigt; deshalb spricht er auch davon, dass billigere Systeme ein großer Vorteil seien. OpenAI-Boss Sam Altman erklärte, er sei beeindruckt von den Fähigkeiten von DeepSeek – auch angesichts der Kosten. Aber natürlich werde man bessere Modelle liefern und er betonte, es sei erfrischend, Konkurrenz zu haben. Und KI-Experte Gregory Allen sieht die politische Dimension: China könne damit vor allem zeigen wollen, dass die Exportkontrollen den Staat nicht aufhalten können. Lockerungen wird es allerdings unter Präsident Trump wohl nicht geben, der das Schließen von Schlupflöchern bei Exportbeschränkungen angekündigt hat.bloo

 

Florian Scherz

Bereits früh entwickelte Florian zwei große Leidenschaften: Videospiele und Theater. Ersteres brachte ihn zu einem Informatikstudium und zu Jobs bei consol.MEDIA und Cliffhanger Productions; zweiteres lässt ihn heute (unter anderem) als Schauspieler, Regisseur, Komponist und Lichtdesigner arbeiten. Wenn er gerade keine Musicals inszeniert, spielt oder schreibt, vermisst er auf Shock2 Videospiele von anno dazumal in seiner Blog-Reihe "Spiele, die ich vermisse".

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