
Nach dem Milliarden-Erfolg von Der Super Mario Bros. Film legt Nintendo nach: In einer Präsentation zu den aktuellen Quartalszahlen skizzierte Shuntaro Furukawa die nächsten Schritte – von einem regelmäßigeren Kinotakt bis zur noch engeren kreativen Kontrolle mit Shigeru Miyamoto als zentraler Produzentenfigur.
Nintendo will die Abstände zwischen seinen Filmen deutlich verkürzen. Der Fahrplan, den Furukawa zeigte, verankert drei Eckpfeiler: 2023 Der Super Mario Bros. Film, ab Anfang April 2026 weltweit Der Super Mario Galaxy Film, sowie am 7. Mai 2027 die Realverfilmung von The Legend of Zelda. Dahinter stehen weitere – noch nicht angekündigte – Projekte. Ziel ist ein „konsistenter Veröffentlichungsrhythmus“, der Fans nicht wieder drei Jahre warten lässt.
Kontrolle aus Kyoto: Nintendo sitzt im Producer‑Stuhl
Statt nur Lizenzen zu vergeben, begleitet Nintendo die Projekte inzwischen von der frühen Planung bis zur Produktion. Für die Mario-Reihe agiert Shigeru Miyamoto als Co‑Produzent an der Seite von Chris Meledandri (Illumination, Verleih via Universal Pictures). Bei The Legend of Zelda fungiert Miyamoto gemeinsam mit Avi Arad (Arad Productions) als Produzent, Regie führt Wes Ball. Die kreative Hoheit bleibt damit fest in Kyoto verankert – ein klarer Strategiewechsel gegenüber früheren Kooperationen.
Um den Output abzusichern, hat Nintendo seine Strukturen erweitert: 2022 wurde das Animationshaus Nintendo Pictures (aus der Übernahme von Dynamo Pictures) geschaffen – zuletzt mit dem hauseigenen Kurzfilm Close to You im Pikmin-Universum aufgefallen. 2025 folgte mit Nintendo Stars (hervorgegangen aus Warpstar) eine Einheit, die die „Zweitverwertung“ von Film‑IPs bündelt – vom Licensing bis zu begleitenden Initiativen, die Figuren und Welten jenseits der Kinoleinwand präsenter machen.
Was kommt nach Mario und Zelda?
Konkrete Titel nennt Nintendo noch nicht. Der gezeigte Zeitstrahl deutet aber auf eine Pipeline hin, die laufend befüllt wird. Gerüchte um einen eigenen Donkey Kong‑Film halten sich hartnäckig; denkbar wären zudem Leinwand-Abstecher von Metroid oder Animal Crossing. Offiziell bleibt es bei: Erst Der Super Mario Galaxy Film, danach The Legend of Zelda – und mehr in Vorbereitung.
Einschätzung der SHOCK2-Redaktion
Die Strategie wirkt schlüssig: Ein klarer Takt, starke interne Kontrolle und Produktionspartner, die Franchise‑Welten massentauglich erzählen können. Mit Miyamoto als Co‑Produzent bleibt der Markenkern gewahrt – wichtig, damit die Filme nicht wie austauschbare Lizenzware wirken. Gleichzeitig schafft Nintendo mit Nintendo Pictures und Nintendo Stars eine Infrastruktur, die über bloße Kinostarts hinausdenkt. Entscheidend wird, bei voller Frequenz die Qualitätskurve hochzuhalten – beim Humor der Illumination‑Produktionen ebenso wie beim Tonfall von Zelda unter Wes Ball.

