„Nicht freiwillig“: Assassin’s Creed-Chef Marc‑Alexis Côté erklärt seinen Ubisoft-Abschied

Marc‑Alexis Côté hat seinen Abschied von Ubisoft erklärt – und dabei deutlich gemacht, dass es keine freiwillige Entscheidung gewesen sei. In einem ausführlichen Beitrag auf LinkedIn schrieb der langjährige Franchise‑Chef von Assassin’s Creed, er sei „auf seinem Posten geblieben, bis Ubisoft ihn gebeten habe, zur Seite zu treten“. Der Schritt folgt auf die jüngste Umstrukturierung rund um die neue Tochter Vantage Studios, die künftig zentrale Marken wie Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six bündelt.
Was Côté sagt
Der erfahrene Produzent, der seit 2022 die kreative Ausrichtung von Assassin’s Creed verantwortete, stellt klar: Die Führung über das Franchise sei einer Person übertragen worden, die „näher an der neuen Organisationsstruktur“ liege. Côté wurde zwar eine alternative Aufgabe angeboten, diese habe jedoch weder denselben Umfang noch dasselbe Mandat geboten – weshalb er das Angebot ausschlug und das Unternehmen nach über zwei Jahrzehnten verließ. Zugleich betont Côté, er gehe ohne Groll: Ubisoft sei während seines gesamten Berufslebens sein Zuhause gewesen.
Der Kontext: Vantage Studios übernimmt die Leuchttürme
Zum 1. Oktober 2025 hat Ubisoft die bereits im März angekündigte Tochter Vantage Studios offiziell an den Start gebracht. Die Einheit soll als „Creative House“ die Entwicklung und Weiterentwicklung der Leit‑Franchises Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six koordinieren. In der Führungsetage sitzen unter anderem Christophe Derennes und Charlie Guillemot. Tencent ist als strategischer Partner an Bord. Ubisoft verspricht sich von der neuen Struktur kürzere Entscheidungswege, mehr Autonomie für die Teams und schnellere Reaktionen auf Community‑Feedback.
Was bedeutet das für Assassin’s Creed?
Kurzfristig ändert sich für Spielerinnen und Spieler wenig: Die laufenden Projekte bleiben bei ihren jeweiligen Studios. Mittel‑ bis langfristig könnte Vantage Studios die Marke stärker verzahnen und Veröffentlichungen sowie Inhalte zentraler steuern. Der Abgang von Côté ist dabei ein Signalwechsel, aber kein Bruch: Die Reihe steht nach dem Frühjahrserfolg von Assassin’s Creed Shadows weiterhin unter hoher Priorität. Wer die Nachfolge auf der operativen Ebene übernimmt, ist öffentlich noch nicht benannt.
Ein Abschied mit Nachhall
Mit Côté verliert Ubisoft einen der sichtbarsten Köpfe hinter Assassin’s Creed. Vom Level Designer über den Creative Director bis zum Franchise‑Chef: Sein Werdegang prägte die Serie über viele Jahre. Dass er den Zeitpunkt und die Form seines Abschieds öffentlich einordnet, ist ein selten offener Einblick in die Folgen großer Umstrukturierungen – und zugleich ein Hinweis darauf, wie viel auf dem Spiel steht, wenn Marken dieser Größenordnung neu organisiert werden.


