
Der geplante Mega-Deal ist noch nicht durch, doch schon jetzt wird über ein deutlich kürzeres Zeitfenster zwischen Leinwand und Stream spekuliert.
Netflix will Warner Bros. Discovery Studios und Streaming-Geschäft übernehmen. Der Deal, der Anfang Dezember 2025 offiziell verkündet wurde, liegt laut den beteiligten Unternehmen bei rund 72 Milliarden US Dollar als Eigenkapitalwert und etwa 82,7 Milliarden US Dollar inklusive Schulden. Abgeschlossen werden soll die Transaktion nach regulatorischen Prüfungen und nach der geplanten Abspaltung von Discovery Global.
17 Tage statt 45
Für zusätzliche Unruhe sorgt jetzt ein Bericht, der sich auf Quellen bei Deadline beruft: Demnach soll Netflix intern ein Kinofenster von nur 17 Tagen diskutieren, bevor große Titel im Abo Streaming landen. Ketten wie AMC pochen dagegen auf deutlich längere Exklusivität, häufig wird dabei die Marke von rund 45 Tagen genannt.
Gleichzeitig bemüht sich Netflix öffentlich um Beruhigung. In einem Schreiben der Co CEOs Ted Sarandos und Greg Peters heißt es, man sei weiterhin fest entschlossen, Warner Bros. Filme im Kino zu starten, inklusive branchenüblicher Zeitfenster. Doch was am Ende als branchenüblich gilt, dürfte genau der Knackpunkt der nächsten Monate werden.
Als Beispiel für das neue Spannungsfeld gilt die Premiere des Finales von Stranger Things, das zeitgleich in ausgewählten Kinos und im Stream lief. Mit einem Voucher Modell für Snacks und Getränke sollen Kinos dabei einen zweistelligen Millionenbetrag umgesetzt haben. Das Experiment zeigt, wie sehr sich Verwertungsketten gerade bewegen, bevor der große Deal überhaupt final durch ist.

