Hands-On-Preview: Simon the Sorcerer Origins
Du bist ein Zauberer, Simon!
Kaum zu glauben, aber es ist jetzt schon 32 Jahre her, seit wir mit dem aufmüpfigen Teenager Simon zum ersten Mal durch ein magisches Portal schritten, ein magisches Land entdeckten und gegen den bösen Magier Sordid kämpften. Nach mehreren Sequels (die nach einem Höhepunkt mit dem zweiten Spiel rasch an Qualität verloren) und langen Jahren Pause will nun Simon the Sorcerer Origins in einer Vorgeschichte erzählen, dass unser erster Ausflug gar nicht Simons erste Bekanntschaft mit der magischen Welt war. Wir durften die ersten Kapitel anspielen.

Umzug mit Rick Astley
Zu Beginn der Story gibt es einen großen Umbruch im Leben des jungen Simon: Er zieht in ein neues Haus. Das dient gleich als kurzes Tutorial, denn auf dem Suche nach dem Schlüssel für Simons Zimmer, kann es sich – typisch Teenager – durchaus auszahlen, die Verbote seiner Mutter zu ignorieren und so die Grundlagen des Adventure-Gameplays zu lernen. Was dieses Kapitel auch zeigt: Simon the Sorcerer Origins ist ein typischer Vertreter des Point’n’Click-Genres, auch wenn uns das Spiel zu Beginn dringend empfiehlt, einen Controller an den PC anzuschließen. Im Endeffekt funktioniert beides gut: Die Maus-Steuerung wird Genre-Kenner kaum überraschen – Simon steuern, Hotspots anklicken und im Inventar Items kombinieren gehen gut von der Hand. Einzig die Tatsache, dass sich das Inventar nur per Leertaste öffnen lässt (der Klick auf das entsprechende Icon in der linken unteren Bildschirmecke führt unlogischerweise zu nichts) irritiert. Aber da Simon the Sorcerer Origins auch für Konsolen erscheint (Xbox Series, Xbox One, PS5, PS4 und Switch sind zum Launch dabei) ist auch die Controllersteuerung wohl durchdacht und setzt wahlweise auf eine direkte Kontrolle des Hauptcharakters oder die Steuerung eines Mauszeigers per Stick. Nicht ganz so durchdacht wirkt das erste Puzzle: Dass es nicht ganz klar ist, WARUM der gesuchte Gegenstand ist, wo er ist, wird sogar von Simon mit einem flapsigen Kommentar vom Tisch gewischt. Dafür gefällt schon hier die Detailverliebtheit: Kleine Anspielungen (und ein Rick Astley-Song im Intro) verorten das Spiel klar in den 1990ern, während das Haus jenen, die sich an den Beginn des ersten Simon the Sorcerer erinnern können, schnell bekannt vorkommen wird.

Hallo, Calypso!
Generell gilt: Wer das Original im Kopf hat, hat mehr vom Spiel. Spätestens wenn wir im fantastischen, magischen Reich gelandet sind, treffen wir auf bekannte Figuren und weitere Anspielungen. Trotzdem bleibt Origins in den ersten drei Kapiteln, die wir spielen durften, auch für Newcomer durchaus verständlich – schließlich ist es ein Prequel und Simon hat diese Charaktere noch nie getroffen. Was hingegen spätestens im dritten (und offensten) Kapitel auffällt: Klassische Adventure-Tugenden und -Abgründe. Da wird alles eingesammelt, was nicht niet- und nagelfest ist, im Zweifelsfall probiert man einfach alles mit allem – und irgendwie kommt man auch dann weiter, auch wenn das Spiel bisweilen zu knappe Hinweise gibt, wie man die aktuelle Aufgabe lösen soll. Dankenswerterweise gibt es das Tagebuch, das ständig up-to-date zusammenfasst, was gerade zu erledigen ist. Zwar sind wir bis zum Ende der Demo nicht gerade überfordert mit der Anzahl der Aufgaben, aber es ist wohl abzusehen, dass die sich ständig erweiternde Welt noch viel mit Simon vorhat.
Ersteindruck
Simon the Sorcerer Origins hat – dank guten Sprechern (darunter auch Simons Original-Sprecher Erik Borner), einer netten Cartoon-Optik und einer Portion Nostalgie – bei Fans des Originals schonmal einen Stein im Brett. Ob es auch als Adventure überzeugen kann, wird sich weisen müssen. Die ersten beiden Kapitel sind vor allem Tutorials, das dritte zeigt, wo es hingehen könnte, wenn sich das Spiel öffnet. Insgesamt erwarten uns zwölf Kapitel – wir hoffen dann doch, dass die späteren deutlich mehr Spielzeit bieten und auch die Qualität der Puzzles der großen Vorlage und modernen Standards entsprechen kann. Denn ganz ehrlich: Simon The Sorcerer hat sich nach langer Pause wieder ein richtig gutes Spiel verdient.
Ob das Prequel würdig ist, in die Fußstapfen von Simon zu treten, erfahren wir spätestens am 28. Oktober, wenn Simon the Sorcerer Origins erscheint.



