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Ex-Days Gone-Animator fordert Sony heraus: Exklusivität oder Multiplattform?

Robert Morrison, ehemaliger Senior Animator bei Bend Studio, hat auf X einen leidenschaftlichen Appell an Sony gerichtet: Er warnt, dass die verstärkte Veröffentlichung von PlayStation-Titeln auf fremden Plattformen den Markenkern beschädigen könnte. Anlass war eine neue Stellenausschreibung von Sony, die explizit eine Multiplattform-Strategie anpeilt. Wir haben sämtliche Fakten gecheckt – und ordnen ein, was Morrisons Kritik für Spieler bedeutet.

Was ein Job‑Inserat verrät

Am 28. Juli 2025 tauchte bei Sony die Stelle Senior Director of Multiplatform & Account Management auf. In der Beschreibung ist klar die Rede davon, Software-Strategien „jenseits von PlayStation-Hardware“ – namentlich Steam, Epic Games Store, Xbox und Nintendo – voranzutreiben. Das bestätigt, dass der Konzern eine breitere Veröffentlichung seiner First‑Party‑Titel prüft.

Morrisons Brandrede

Der Kontext: Nach dem Abbruch eines Live‑Service‑Projekts verlor Morrison am 10. Juni 2025 seinen Job bei Bend Studio – derselben Schmiede, die 2019 den Open‑World‑Hit Days Gone veröffentlichte. Zwei Monate später meldete er sich auf X zurück und griff die neue Multiplattform‑Strategie frontal an: „PlayStation-Spiele gehören auf die PlayStation.“

Sieben Punkte für die Zukunft

In seinem Thread skizzierte Morrison einen Sieben‑Punkte‑Plan, um den aus seiner Sicht drohenden Identitätsverlust abzuwenden:

  1. PlayStation-Titel ausschließlich auf PlayStation veröffentlichen.
  2. 90 % der Entwicklungsressourcen in Single‑Player‑Produktionen investieren.
  3. Entwicklungszyklen auf maximal vier Jahre begrenzen.
  4. Projektumfänge straffen und Feature‑Creep vermeiden.
  5. Erfolgreiche Indie‑Prototypen konsequent fördern.
  6. Feste Anstellungsverhältnisse statt Auftragnehmer bevorzugen.
  7. In jedem First‑Party‑Studio ein 30‑köpfiges Experimentier‑Team etablieren und laute Stimmen befördern.

Exklusivität vs. Expansion

Wie viel Gewicht hat Morrisons Kritik? Fakt ist: Sony generiert rund 40 % seiner Spieleumsätze bereits auf PC. Ein stärkerer Vorstoß auf Konsolen von Microsoft oder Nintendo könnte jedoch die Alleinstellung story‑getriebener Blockbuster wie The Last of Us schwächen – ein Risiko, das Morrison deutlich macht. Umgekehrt bietet Multiplattform mehr potenzielle Käufer und damit höhere Budgets für neue Projekte.

Fallstudie: Helldivers 2 auf Xbox

Ein Vorgeschmack ist bereits am Horizont: Der Koop‑Shooter Helldivers 2 erscheint am 26. August 2025 für die Xbox Series X/S. Veröffentlicht wird die Portierung kurioserweise von PlayStation Publishing LLC selbst. Fans diskutieren seit Wochen, ob dies ein einmaliger Sonderfall ist oder der Beginn einer großen Port‑Welle.

Emoji und Gerüchteküche

Auch Bend Studio selbst befeuerte Spekulationen: Ein einzelnes Monokel‑Emoji genügte, um Gerüchte über Days Gone 2 oder gar einen Xbox-Port anzuheizen. Einen Tag später stellte sich heraus, dass es lediglich Werbung für das Broken Road-DLC auf GOG war – ein Lehrstück, wie schnell sich die Community in Richtung Wunschdenken bewegt.

Was bedeutet das für Spieler?

Kurzfristig dürfen sich PC‑ und Xbox-Besitzer über ausgewählte PlayStation-Perlen freuen. Mittel‑ bis langfristig steht jedoch die Frage im Raum, ob Sony den Spagat zwischen maximaler Reichweite und dem Prestige seiner Hausmarke meistern kann. Morrisons Vortrag mag emotional gefärbt sein, doch er lenkt den Blick auf ein Kernproblem: Wie bleibt PlayStation einzigartig, wenn sich seine Spiele überall finden lassen?

Egal, auf welcher Seite man steht – 2025 wird ein Schlüsseljahr für die Zukunft von PlayStation. Und damit auch für alle, die diese Spiele lieben.

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