Electronic Arts: Saudischer Staatsfonds steht vor fast kompletter Übernahme
Public Investment Fund soll sich 93,4 Prozent an EA sichern

Der geplante Milliarden-Deal rund um Electronic Arts nimmt weiter konkrete Formen an. Nach Berichten des Wall Street Journal und neuen Unterlagen einer brasilianischen Wettbewerbsbehörde wird der saudische Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) nach Abschluss der Übernahme voraussichtlich 93,4 Prozent des Publishers halten, während die US-Investmentfirma Silver Lake 5,5 Prozent und Affinity Partners 1,1 Prozent übernehmen sollen. Damit hätte Saudi-Arabien über den PIF praktisch die vollständige Kontrolle über EA, dessen Unternehmenswert im Rahmen der Vereinbarung mit rund 55 Milliarden US-Dollar beziffert wird.
Die Akquisition, die im September offiziell als All Cash Deal angekündigt wurde, sieht vor, dass das Konsortium insgesamt 36,4 Milliarden US-Dollar an Eigenkapital einbringt und weitere etwa 20 Milliarden US-Dollar über Kredite finanziert. Dieses Fremdkapital wird nach aktuellem Stand direkt bei Electronic Arts verbucht, was die Schuldenlast des Publishers deutlich erhöhen dürfte. Der PIF, der bereits zuvor Aktien im Wert von rund 5,2 Milliarden US-Dollar an EA hielt, rollt dieses Paket ein und steuert gleichzeitig schätzungsweise 29 Milliarden US-Dollar an frischem Kapital bei, um seinen dominanten Anteil zu erreichen. Der Abschluss des Deals steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aktionäre und zahlreicher Aufsichtsbehörden und wird derzeit für das Geschäftsjahr 2027 erwartet.
Parallel dazu steht der Public Investment Fund wegen milliardenschwerer Prestigeprojekte wie der Wüstenmetropole Neom und der Vorbereitung auf die FIFA Weltmeisterschaft 2034 ohnehin unter hohem Investitionsdruck, weshalb Branchenbeobachter von einer noch stärkeren Fokussierung auf sichere Einnahmequellen bei EA ausgehen. Im Mittelpunkt dürften etablierte Marken wie die Fußballreihe EA Sports FC, die Football-Serie Madden, die Eishockeyspiele NHL sowie die Shooter-Reihe Battlefield mit dem zuletzt erfolgreichen Ableger Battlefield 6 stehen, während neue Marken und riskantere Experimente es künftig schwerer haben könnten.


