Early Access Review: STARSEEKER: Astroneer Expeditions
Als System Era Softworks 2016 Astroneer im Early-Access veröffentlichte, 2019 erschien dann die Vollversion, konnte man noch nicht ahnen, dass man 10 Jahre später auf einen veritablen Hit mit rund 4 Mio. verkauften Einheiten wird zurückblicken können. Mit STARSEEKER: Astroneer Expeditions steht uns nun das nächte Werk des Studios ins Haus, das vorab vor allem mit Koop-Gameplay im beliebten Astroneers-Universum beworben wurde und jetzt im Early-Access, mit eingeschränktem Umfang, für Xbox Series, PS5, PC und Switch 2 erscheint.
Was dabei nicht außer Acht gelassen werden darf ist, dass ein ebenso wichtiger Aspekt des Titels die Extraction-Mechanik ist. Nicht nur, dass diese Mechanik die letzten Monate etwas inflationär eingesetzt wurde und die Spielenden solcher Service-Games überdrüssig sind, enthält das Spiel auch, anders als versprochen, ein zusätzlich kaufbares Paket mit kosmetischen Ergänzungen. Mal sehen, ob STARSEEKER: Astroneer Expeditions den Pfad anderer Extraction-Hits wie Arc Raiders oder Escape From Tarkov beschreiten kann, oder auch nur eines von vielen Spielen wird, dass einfach falsch abgebogen ist und nach kurzer Zeit in der Bedeutungslosigkeit versinkt.
Ein Schritt nach vorne, zwei zurück
Spielerisch hat STARSEEKER: Astroneer Expeditions zwar Gemeinsamkeiten mit seinem Vorgänger, wirkt dabei jedoch sehr eingedampft, leider nicht auf das Wesentliche, und auf die Extraction-Mechanik reduziert. Die Spielenden haben 30 Minuten Zeit, um den derzeit vorhandenen und per Hand gestalteten Planeten zu erkunden und Ressourcen abzubauen. Das Zeitlimit rührt dabei daher, dass der Sauerstoff einfach nur für 30min reicht, Leitungen wie in Astroneer können nicht verlegt werden.

Das Erkunden der Umwelt wird durch einen Scanner unterstützt, der so ziemlich alles erfasst, was so kreucht und fleucht, Pflanzen, Lebewesen, Erzvorkommen oder technische Gerätschaften die herumstehen. Dabei kann natürlich auch vieles eingesammelt und in weiterer Folge eingesetzt oder weiterverarbeitet werden. Das Scannen generiert dabei Bytes, mit denen auf der Raumstation Equipment und neue Teile für den Raumanzug gekauft werden können. Und auch wenn diese Spielmechanik essentiell ist, lange hält sich der Spaß daran nicht. Darüber hinaus gibt es noch kleinere Aufgaben wie etwa das Anbringen eines Messgeräts an einem besonders hohen Punkt, was durch eine Kombination aus Terraformen und Werfen des Geräts bewältigt werden kann. Ich würde lügen, würde ich sagen, dass mich diese Aufgabe nicht extrem genervt hat. Deshalb sag ich es lieber nicht.

Warum Extraction, warum nur?
Das Farmen der Erze wird wieder mittels Mehrzweckgerät bewerkstelligt, wobei man mit dem Wunderding auch gleich den gesamten Planeten terraformen kann. Das Einsaugen der Erze erfolgt dabei leider recht zäh und langsam, da man gefühlt wesentlich mehr Zeug aufnimmt, als dann im Inventar landet. Nachdem eine komplette Erzader minutenlang bearbeitet wurde, weist mein Inventar nur zwei Hände Erz auf, sehr schleppend. Das der Rucksack noch dazu klein, ja eigentlich sehr klein ist, motiviert auch nicht dazu, noch mehr einzusammeln. Es sieht so aus, als ob es Upgrades für den Rucksack geben wird, so weit bin ich jedoch nicht gekommen. Und selbst wenn der Rucksack größer wäre, viel mehr Zeug wollte ich am Ende meines Tests sowieso nicht mehr einsammeln.

Nachdem nun aber fleissig Ressourcen abgebaut wurden, könnte man diese ja vielleicht verarbeiten, um sich das Leben leichter zu machen. Leider nur sehr eingeschränkt, aktuell gibt es direkt am Planeten keine Möglichkeit etwas zu craften. Du hättest genug Ressourcen für ein Medipack? Schön für dich, bringt aber nix, denn dies ist nur auf der Raumstation nach einer Expedition möglich. Dort können dann Ressourcen veredelt oder andere Dinge hergestellt werden. Zur Auswahl stehen Medi- oder Stimpacks, kleine Mods zur Steigerung der Energie oder der Ausdauer, diverse Kanister, die auf Lebewesen geworfen werden können, die Auswahl ist jedoch vor allem zu Beginn nicht zu umfangreich. Was die meisten Dinge gemein haben, sie brauchen teilweise sehr viele Ressourcen, die über oftmals sehr viele, um nicht zusagen zu viele, Expeditionen gesammelt und veredelt werden müssen. Basenbau auf den Planeten gibt es gar nicht.

Wenig Spielspaß in den weiten des Alls
Und das ist auch schon der gesamte Gameplay-Loop. Flieg zum Planeten, sammle und scanne Zeug, liefere dies bei den Auftraggebern ab und kassiere dafür Geld/Punkte/Erfahrung oder Blaupausen für neues Zeug wie „Waffen“. Diese Waffen sind dabei eher friedlicher Natur, wobei Lebewesen mit Luft- oder Wasserdüsen betäubt und hiernach durch die Spielenden beruhigt werden. Danach kann den Lebewesen noch mehr Zeug entnommen werden, natürlich nur zu friedlichen Zwecken. Die „Kämpfe“ sind dabei eher von der langweiligen Sorte: Entweder treten die Gegner in zu großen Gruppen auf oder sind zu stark und es besteht sowieso kaum eine Chance und die Flucht ist die bessere Option. Oder die Düse wird ein-, zweimal eingesetzt, man erntet das Vieh ab und weiter gehts. Und wird eines von den großen Lebewesen einmal übersehen, kann es schon passieren, dass man von hinten einen Schlag abbekommt und sofort tot ist. Sehr frustrierend, wenn keine Medi-Stampf mehr vorhanden sind, mit denen eine sofortige Wiederbelebung möglich wäre. Ebenso ärgerlich ist dann, wenn die Düse, die zum Kämpfen verwendet wird, nach einem Niederschlag kaputt ist und erst mühsam wieder auf der Raumbasis repariert werden muss.

Dem könnte vorgebeugt werden, indem Expeditionen im Koop mit bis zu vier Spielenden durchgeführt werden. So könnten Medipacks und andere Helferlein oder generell Rollen auf die Astronaut*innen aufgeteilt werden, um sich zu unterstützen. Das Spiel gibt hier jedoch nichts vor, es gibt keine Klassen oder Fähigkeiten, lediglich die Möglichkeit eben zu mehrt einen Feind zu bekämpfen, sich zu heilen oder eben im Verbund größere Sammelaufgaben zu bewältigen. Einen richtigen Mehrwert am Koop gibt es nicht, außer eben Zeit mit Freunden zu verbringen.

Viel Luft nach oben
Die Bewegung durch die Welt und das schon aus Astroneer bekannte Terraformen geht dabei gut von der Hand, Scannen und Farmen funktioniert, fühlt sich aber irgendwie unbefriedigend an. Vor allem wenn man in Dunkelheit in engen Höhlen Ressourcen abbauen muss und die Übersicht dabei nur allzu schnell verloren geht. Dass das dann auch nicht der Mega-Spielspaßboost ist, liegt für mich auf der Hand. Grafisch ist das vorhandene erste Level eher funktionell, wobei natürlich der Astroneer-Charme auch eine gewisse Zugkraft hat. Der Planet ist wie bereits erwähnt von Hand gebaut, bietet dabei jedoch, im Gegensatz zu Krachern wie Arc Raiders, so gut wie keine Highlights oder markante Punkte und wirkt dadurch eher eintönig und fad.

Es muss natürlich hinzugesagt werden, dass sich STARSEEKER: Astroneer Expeditions in der ersten Stufe des Early-Access befindet und bereits eine Road-Map für weitere Inhalte vorhanden ist. Diese Roadmap enthält vor allem neue Gebiete, Aufgaben, NPCs, Equipment oder Endgame Herausforderungen.

Pros
- Erkunden und Mining kann zu Beginn ganz nett sein
- Astroneer-Charme optisch vorhanden
Cons
- Gameplayloop sehr schnell langweilig und monoton
- Koop bring gefühlt keinen Mehrwert
- kaum bis keine Langzeitmotivation
- kein Basenbau
Fazit
Wertung - 6
6
Als Fan vom Ur-Astroneer ist STARSEEKER: Astroneer Expeditions für mich aktuell leider eine sehr monotone, repetitive und langweilige Angelegenheit, die ich nicht so lange gespielt hätte, müsste ich keinen Test schreiben. Das Problem ist nicht, dass es derzeit nur einen Planeten gibt, sondern dass jede einzelne Expedition der anderen gleicht und es kaum Abwechslung gibt. Das Sammeln von Ressourcen fühlt sich unbefriedigend an, das ewige Scannen passiert sowieso im Vorbeigehen, die Kämpfe sind entweder öd oder zu schwer und alle anderen zusätzlichen Aufgaben fühlen sich meist nach Arbeit an, Fortschritt findet nur auf irgendwelchen Balken bei faden NPCs statt, Das Extraction-Gameplay funktioniert in anderen Spielen ganz wunderbar, aber hier fühlt es sich einfach fehl am Platz an, Spannung kam nie auf, Ärger bei vorzeitigem Ableben jedoch. schon. Da kann leider auch der Koop-Modus nicht viel daran ändern, der mehr aufgesetzt wirkt und kaum Mehrwert bringt. Und auch wenn sich die Reihe fast schon ein wenig im Cozy-Genre zu Hause sieht, dafür ist es dann eben nicht entspannend genug, einige Spielmechaniken viel mehr sogar lästig. Das Potential ist da und verzeihende Gemüter könnte das Spiel auch in Teilbereichen gefallen, aber die Roadmap zeigt, dass da noch einiges kommen soll. Das grundsätzliche Gameplay bietet mir jedoch aktuell wenig bis kaum Anreize dran zu bleiben.
Entwickler: System Era Softworks, Devolver Digital
System: XBox Series, PS5, Nintendo Switch 2, PC
getestet auf: Nintendo Switch 2
Erscheint: bereits erschienen
Preis: 29,99 Euro




