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E3-Preview: Cyberpunk 2077

Mit dem Auftritt von Keanu Reeves auf der Pressekonferenz von Microsoft sorgte CD Projekt Red, definitiv für DEN E3-Moment 2019. Hinter verschlossenen Türen gab es jedoch nicht nur den neuen Trailer zu sehen, sondern auch eine knapp 50-minütige neue Gameplay-Demo zu Cyberpunk 2077. Anders als die Demo im letzten Jahr sah das ganze diesmal deutlich mehr nach einem Spiel aus, das im nächsten Jahr auch wirklich in den Handel kommen könnte.

Jonny Silverhand hat die zweitmeisten Dialogzeilen des Spiels. Er rangiert lediglich hinter dem Hauptcharakter V. Keanu Reeves hat demnach 15 Tage lang Dialogzeilen im Tonstudio eingesprochen.

Keanu Reeves ist ein virtueller Geist?

Zu beginn der Demo ist das Spiel schon etliche Stunden vorangeschritten. Wir befinden uns in Pacifica. Ein schon länger von der Regierung aufgegebenen Outlaw-Bezirk von Night City. Unser Charakter V hat bereits Level 18 erreicht und somit zahlreiche nützliche Spezialfähigkeiten erlernt. Schnell wird klar, dass ohne diese Fähigkeiten ein Überleben nur schwer möglich sein dürfte. V bekommt nicht ganz freiwillig einen experimentellen Biochip eingepflanzt, auf dessen Schaltkreisen nichts Geringeres als das Geheimnis zur absoluten Unsterblichkeit gespeichert sein soll. Nicht nur in einer Welt, in dem die Bevölkerung geradezu besessen von bionischen Verbesserungen ist ein unbezahlbarer Schatz. Die Operation hat aber auch eine weitere „Nebenwirkung“. Ab sofort erscheint euch der digitalen Geist von Johnny Silverhand. Der von Keanu Reeves verkörperte legendäre Rockmusiker und Anführer der Band Samurai ist also zumindest zu diesem Zeitpunkt im Spiel bereits verstorben. Das wird auch V zu viel und so sucht er Hilfe bei einer Bande von abgedrehten Netrunnern, der sogenannten Voodoo-Gang. Diese bekommt ihr jedoch erst wenn ihr in bester Rollenspiel-Manier die eine oder andere Mission erfüllt. Erst dann habt ihr das Vertrauen abgeschotteten Gang errungen und bekommt erstmals über den frostigen Umweg einer mit Eiswasser gefüllten Badewanne Zugang zum Cyberspace. In dieser virtuellen Parallelwelt herrschen andere Gesetze und ihr habt komplett andere Möglichkeiten, mit dem Spiel zu interagieren.

Interaktionen, Dialoge & Entscheidungen

Cyberpunk 2077 ist kein plumpes Action-Spiel, es ist ein waschechtes Rollenspiel, das seine sichtbaren Wurzeln in dem Pen-and-Paper-Rollenspiel Cyberpunk 2020 hat. Dieses ist bereits 1988 erstmals erschienen. Das zeigte auch die Präsentation. Dies startet bereits bei der Charaktererstellung, je nachdem welchen sozialen Background und welche Klasse (Netrunner (Hacker), Techie (Ingenieur) oder Solo (Kampf, Stealth)) ihr V verpasst oder auch später erlernt, kann sich im Laufe des Spiels Dialoge oder auch ganze Missionen drauf anpassen. So kann es etwa sein, dass die eine oder andere Antwortmöglichkeit bei einem Dialog für euch nicht bereitsteht oder eine weitere Option hinzugefügt wurde. Generell sind die Dialoge im Spiel eine Klasse für sich, oftmals stehen eine Vielzahl an Variationen bereit und auch die Reaktion der KI-Charaktere wirken oftmals fliesend und lebensecht. Gleiches gilt für die unzähligen Missionen und Handlungsstränge, die Entwickler versprechen wie schon bei The Witcher 3 Nebenmissionen, die sich wie komplett eigene Games anfühlen sollen. Oftmals wird es unterschiedliche Möglichkeiten geben, die Aufgaben im Spiel zu erfüllen. Wir sahen etwa eine Mission in einem Einkaufszentrum, wo wir dank unserer Netrunner-Fähigkeiten, erstmals das ausgeklügelte Stealth-Gameplay von Cyberpunk 2077 zu Gesicht bekommen haben. Wollt ihr eine Situation mit brachialer Gewalt lösen, den Feinden aus den Weg gehen oder lieber mit den Hacking-Fähigkeiten eines Netrunners einen Fitnessroboter, eine Kamera, eine Selbstschussanlage oder einen Teil der Einrichtung für euch in den Kampf ziehen lassen. In Interviews betonte CD Projekt Red mehrmals, dass man das Ende das Spiels erfolgreich erreichen kann, ohne eine virtuelle Leiche zu hinterlassen. Ihr könnt jedoch, und auch das wurde uns anhand einer weiblichen Version von V anschaulich vorgeführt, auf künstlich verstärkte physische Stärke und Nahkampffähigkeiten setzen und ordentlich aufräumen. Oder ihr findet euren ganz persönlichen Mittelweg, je nachdem welche Charakterwerte: Stärke (Kampf), Intelligenz (Hacken), Reflexe (Waffen-Fertigkeit), Technik (Ingenieurs-Fähigkeiten) und Coolness (Schleichen) ihr im Laufe des Spiel ausbaut und verstärkt.

Enter the Matrix…

Cyber(punk)sex

Nicht nur Gewalt und Augmentierungen werden in der dystopischen Zukunft von Cyberpunkt 2077 eine große Rolle spielen, auch das Thema Sexualität wird wie schon zu vor in der The Witcher-Reihe thematisiert werden.

„Sexualität war in den The Witcher-Spielen sehr präsent und ich glaube, hier ist sie noch präsenter. Aber ich denke, wir sind ein bisschen reifer geworden, da wir dem Spieler erlauben, den eigenen Charakter ein bisschen mehr zu gestalten. Wenn ihr eine stärkere weibliche Ausprägung eures männlichen Charakters haben wollt, könnt ihr das im Anpassungsbildschirm machen. Wenn ihr einen weiblichen Charakter mit männlichen Merkmalen versehen möchtet, ist das ebenfalls möglich. Falls ihr ein weniger eindeutig zu definierender Charakter sein möchtet, dann ist auch das möglich. Es liegt also wirklich am Spieler, was er möchte“, so Paweł Sasko von CD Projekt RED in einem Interview mit Metro.

Laut CD Projekt REDs Quest Director, Mateusz Tomaszkiewicz werdet ihr die komplette Kampagne auch ohne Augmentierungen (technischer Verbesserungen des metamenschlichen Körpers) durchspielen können. Einzige Ausnahme sind die beiden Augmentierungen, die euer Hauptcharakter von Beginn an automatisch ausgerüstet hat. Sämtliche weiteren Verstärkungen sind optional.

Unser Eindruck

War die E3-Präsentation im letzten Jahr beeindruckend und wurde einige Monate später auch als Video veröffentlicht, so wirkt die Gameplay-Demo von Cyberpunk 2077 auf der E3 2019 deutlich gesetzter und zeigt uns ein deutlich realistischeres Rollenspiel mit einer extrem lebendigen und vor allem vielschichtigeren Spielewelt. Vor unseren Augen entfaltete es sich ein Spiel, das so aussah, als könnte es durchaus auf einer PlayStation 4 oder Xbox One laufen, dessen spielerische Möglichkeiten jedoch anscheinend so vielfältig sind, das wir nur hoffen können das die Entwicklung bis April 2020 abgeschlossen sind. Viel länger wollen wir, ja können wir nicht mehr warten, bis wir die Distrikte von Night City unsicher machen können.

Cyberpunk 2077 erscheint am 16. April 2020 für PlayStation 4, Xbox One und PC.

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