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Dirks wunderbares Retroeck (Nummer 10)

Wer hätte das gedacht, dass die Retroecke Mal zweistellig wird? War es anfänglich als reine Newssammlung gedacht, hat sich das Retroeck, wie Michael immer so schön sagt, zu einem Magazin in einem Magazin entwickelt. Nach einer längeren Pause hier also nun die zehnte Ausgabe mit hoffentlich interessanten Themen. Ein neues Betriebssystem für den guten alten C64 erschienen, Pandory 500 bringt RetroArch auf THEA500 Mini, eine Tech-Demo zu Street Fighter II auf dem Amiga, ROM-Hack bringt neue Level zu Star Fox, Final Fight wird für das Mega Drive portiert, neue Umsetzung eines Karatespiels für Apple IIgs, ein Test zur Atari 50 Spielesammlung, Amiga-Core für Analogue Pocket in Entwicklung, Kurzreview zu „Die Geheimnisse von Monkey Island™, neue Musik, eine kurze Geschichte des Commodore „C“, was mit einem 10kg schwerem Laptop noch machbar ist, ein YouTube-Video wo die Betrüger die Dummen sind und einen Nachruf über Oliver Frey.

Software

Neues Betriebssystem für Commodore 64 erschienen

Im YouTube-Kanal von Commodore Users Europe wird ein neues Fenster basiertes Betriebssystem für das C64 vorgestellt. Entwickelt wird es von Gregorio Nacu unter dem Namen C64OS mit dem Ziel, mit den Einschränkungen des Commodore 64 zu arbeiten und es ihm zu ermöglichen, auch heute noch nützlich zu sein. Dabei ist es schon jetzt faszinierend, was aus dieser alten Hardware herausgeholt wurde. Der C64 ist seit 1982 erhältlich und besitzt gerade mal eine 8-Bit-6510 CPU mit 1 MHz und 64 KB Speicher. Dazu kann der C64 bei einer Bildschirmauflösung von 320 x 200 Pixeln gerade mal 16 Farben darstellen.

Das neue Betriebssystem ähnelt alte Mac-Betriebssysteme. Es besitzt fünf umschaltbare Desktop-Arbeitsbereiche, ein Fenstersystem, frei verschiebbare Symbole und Dropdown-Menüs. Dazu kommt die Möglichkeit ein Verzeichnissystem nach aktuellem Stand zu benutzen. Das Betriebssystem wird kommerziell vertrieben und läuft auf jeden C64 oder C128 mit einer 1351-Maus oder kompatibel, einer SD2IEC, einem IDE64, CMD HD oder RamLink, dem JiffyDOS Kernal Modul, eine RAM-Erweiterung und ein ZiModem Wifi-Modem. Alternativ kann C64OS auch auf einem VICE-Emulator installiert werden.

Das neue Betriebssystem C64OS mit Mausunterstützung

Version 1.0 ist ab 59 kanadische Dollar auf der c64os-Webseite erhältlich und beinhaltet neben einer vorinstallierten C64 OS Version auf einer SD-Karte, den App Launcher, File Manager, C64 Archiver und viele weitere Dienstprogramme.

Pandory500-Firmware für THEA500 Mini

Pandory500 ist ein WHDLOAD-Paket, dass die versteckte Funktion des integrierten Amiberry-Emulators ausnutzt, um nativen Code auszuführen. So können weitere Emulatoren und Programme dem THEA500 Mini einfach hinzugefügt werden.

So steht nach dem Starten der Software RetroArch mit vielen Retrosystemen zur Verfügung, darunter Mega Drive, SNES, PlayStation 1, PC-Engine, DOS-Box, Game Boy und ScummVM. Homebrew und einige Videos, da auch ein Videoplayer dabei ist, befinden sich bereits im Downloadpaket, für die passenden BIOS-Dateien und ROMs muss, wie immer, selbst gesorgt werden.

Das Programm ändert nichts an der Hardware und kann einfach wieder vom USB-Stick entfernt werden. Mit der Version 2 wird die aktuelle Firmware des THEA500 Mini unterstützt, wobei Pandory500 mehr freier Speicher zur Verfügung steht als dem Gerät selbst.

Alte Spiele neu veröffentlicht

Finale Tech-Demo von Street Fighter 2 für Amiga 1200 erschienen

Waren die Original-Veröffentlichungen von Street Fighter II Anfang 1994 für den Amiga doch eher durchschnittlich, obwohl Testberichte meistens 80+ waren, so zeigt die Scorpion Engine, was sowohl aus dem Spiel, als auch aus dem Amiga herauszuholen gewesen wäre.

Die jetzt auf itch.io von neeso games veröffentlichte Version für Amiga ist die letzte Tech-Demo-Version, die auch nicht mehr von ihm weiterentwickelt wird. Ziel dieser Version ist es, jemanden zu finden, der daraus ein echtes Spiel entwickelt. So ist der Quellcode im Scorpion Engine Unofficial Demos Repository auf Github verfügbar und darf für eine Weiterentwicklung genutzt werden.

Die Grafik-Assets stammen aus der SNES-Version, welche im Internet zur Verfügung stehen. Neu hinzugekommen ist die Shoryuken-Bewegung und -Sound von Ryu, Ken hat mehr Energie und ein paar Fehler beim Scrolling und Schlag- und Trittanimationen in der Luft wurden behoben.

Super Street Fighter II mit der Scorpion-Engine

Die Demo funktioniert auf jedem Amiga mit mindestens 1,5 MB RAM, empfohlen werden 1 MB Fast-RAM.

StarFox EX – ROM-Hack fügt SNES-Spiel 17 neue Level hinzu

Nach zwei Jahren Entwicklung fügt das ROM-Hack der US-Variante von Star Fox einige Neuerungen hinzu.

  • Eine neue vollständige Karte mit 17 neuen Level
  • 2-5-Spieler-Modus, der mit Multi-Tap funktioniert
  • KI-gesteuerte Teamkollegen oder Schiffe, die alle von Spieler 1 gesteuert werden
  • Pre-Game Menü, um das Erlebnis individuell anzupassen
  • Anpassbare Schiffe, Waffen und Fadenkreuze
  • Wireframe-Modus, Rasterlinien, Palettenwechsel und mehr
  • Volle Kamerasteuerung und alternative Ansichten
  • 30-60 FPS im Super FX-Modus
  • Neue Bosse und Feinde
  • Über 30 neue Musiktitel
  • BGM/ SFX-Testmenü
  • Super Scope, NNT Data Pad & Mausunterstützung
  • Modelltest-Viewer
  • Tonnenweise versteckte Geheimnisse
StarFox EX Startbildschirm

Die Handlung der neuen Karte könnte abgedrehter kaum sein. So haben sich die Mario Bros. dazu entschieden, dass das Star Fox-Franchise keinen Platz mehr im Nintendo-Universum haben soll. Dabei helfen soll das Star-Wolf-Team, eine rivalisierende Söldnerbande, die angeheuert wurde, um Star Fox abzulenken, während die Nintendo All-Stars das Lylat-System und alles, was mit dem Star Fox-Franchise zusammenhängt, zu vernichten versucht.

Final Fight erscheint am Mega Drive

Final Fight für das Mega Drive wird laut Chefentwickler, Marco Xavier, von Grund auf neu für das Mega Drive entwickelt. Den ursprünglichen Charakteren sollen mehrere neue Moves hinzugefügt und zusätzlich neue Charaktere aus dem Capcom-Universum spielbar gemacht werden.

Hinzu kommen neue Modi wie ein Boss Rush, Survival, Time Attack und ein drei Spieler Modus. Auch der gesamte Soundtrack wird im neuem Stil abgemischt werden, der besser zur Hardware passen soll.

Wann Mega Final Fight, so der Name für die Homebrew Version, veröffentlicht wird, ist noch unbekannt, angepeilt wird 2023. Die Videos, welche mit Retroarch und dem Genesis Plus GX Core mit 60% Filter und Nuked YM2612 Soundchip Emulation aufgenommen wurden, machen aber schon Lust auf mehr.

ST Karate erscheint für Apple IIgs

Brutal Deluxe Software hat eine Umsetzung des Atari Klassikers ST Karate von Paradox/ Eidersoft für Apple IIgs als Apple IIgs Karate veröffentlicht.

Im Gegensatz zur Atari ST-Version scheint der Spielablauf etwas langsamer zu sein. Dafür ist der Sound deutlich verbessert worden.

Apple IIgs Karate kann kostenlos von der französischen Brutal Deluxe Software Seite heruntergeladen werden. Als Mindestanforderung wird ein Apple IIgs ROM 01/3 mit 1,5 MB RAM, Festplatte und System 6.0.1 angegeben.

Review: Atari 50: The Anniversary Celebration

1972 veröffentlichte Atari mit Pong das erste Videospiel, das wohl weltweit zum Hit wurde und als Urvater der Videospiele gilt, auch wenn es bei weitem nicht das Erste war. 50 Jahre später gibt es zwar noch eine Firma namens Atari, die hat aber mit dem damaligen Unternehmen nicht mehr viel gemeinsam. Nun wurde eine Collection für alle Plattformen veröffentlicht, die 50 Jahre Spielehistorie vom Automaten, leider nur bis 1984 (25 Spiele), über Atari VCS/ 2600 (40, davon müssen fünf freigeschaltet werden), 5200 (5), 7800 (7), dem Heimcomputer Atari 800 (5), die letzte Konsole Atari Jaguar (9) und dem Handheld Atari Lynx (5) beinhaltet. Hinzukommen noch sieben überarbeitete Klassiker als Reimagined, wie Haunted Houses, Neo Breakout, VCTR-SCTR oder Yars‘ Revenge.

Asteroids mal drei (Arcade, 2600, 7800)

Die eigentliche Anzahl der Spiele ist dabei etwas geringer, da manche Spiele in verschiedenen Versionen mehrfach vorliegen. So ist zum Beispiel Asteroids und Centipede jeweils dreimal (Atari 2600, Atari 7800 und in der Arcade Version) oder Missile Command sogar viermal (Atari 2600, Atari 5200, Arcade und als Missile Command 3D für die Jaguar Konsole) vorhanden. Zuständig für die Emulation waren Digital Eclipse, die schon zuletzt mit der Teenage Mutant Ninja Turtles: The Cowabunga Collection oder mit der Disney Classic Games Collection eine sehr gute und saubere Emulation abgeliefert haben.

So sieht das Startmenü aus

Auch bei Atari 50: The Anniversary Celebration haben sie wieder ganze Arbeit geleistet. Jaguar Spiele galten bisher als schwer zu emulieren, sind aber in dieser Spielesammlung einwandfrei emuliert worden. Die Collection besteht aus fünf Abschnitten (Arcades Ursprünge, Arcade für zu Hause, Höhen und Tiefen, Die Geburt der PCs und Die 1990er und darüber hinaus) in denen die Geschichte von Atari erzählt wird. Die Zeitreise startet mit Arcades Ursprünge und beginnt sogar ein Jahr früher, 1971, als der erste Automat Computer Space der Firma Nutting Associates erschien. Damals firmierte Atari noch unter dem Namen Syzygy Co.. Da der Name aber bereits vergeben war, benannten die beiden Gründer, Dabney und Bushnell, die Firma in Atari um, welches aus dem japanischen Spiel Go stammt.

Auf dem Zeitstrahl sind solche Infoschnipsel häufig zu finden

Wie auf einem Strahl können wichtige Ereignisse der Firma Atari durchgescrollt werden, die auf einzelnen Gitterpunkten abzweigen und wichtige Ereignisse mit neuen oder Archiv-Videos (über eine Stunde), Bildern oder Texte aufgezählt werden. Interessant sich auch die spannenden Zitate, die immer mal wieder in der Zeitleiste auftauchen und wichtige Aussagen wichtiger Personen der Spieleindustrie zusammenfassen.

Im Kapitel Arcade für zu Hause kommt dann die erste Heimkonsole, der Atari VCS und seine Spiele zur Geltung. Zwar wird Activision als erster Dritthersteller für Videospiele erwähnt, allerdings gibt es leider keine Spiele von Activision in der Collection.

Video mit Garry Kitchen und David Crane

Das dritte Kapitel Höhen und Tiefen dreht sich erst um den Aufstieg Ataris, bevor es dann 1983 zum Videospiel-Crash kam. Hier werden dann auch das Atari 5200 und Atari 7800 eingeführt.

Homecomputer werden leider viel zu kurz behandelt

Die Geburt der PCs beinhaltet Atari’s Heimcomputersparte. Angefangen 1979 mit dem Atari 400 und endend 1992 mit dem Atari Falcon, werden hier alte Werbevideos, Werbeplakate und leider nur fünf Atari 800 Spiele, wobei mit Yoomp! sogar eine Homebrew Version von 2007 mit dabei ist, vorgestellt. Da es sich bei der Compilation eher weniger um die Heimcomputer dreht, wird das Kapitel auch nur sehr stiefmütterlich behandelt. Zur Geschichte von Atari hätte es sicherlich einen etwas größeren Rahmen verdient gehabt.

Szene aus Cybermorph (Atari Jaguar 1993)

Zu guter Letzt wird mit Die 1990er und darüber hinaus noch der letzte Versuch mit einer neuen Konsole, Atari Jaguar, und einem Handheld, Atari Lynx, zurück auf Erfolgskurs zu kommen, erzählt. Da es bisher eigentlich keine gute Atari Jaguar Emulationen gab, ist es umso schöner, hier ein paar gut emulierte Spiele zu finden, da wahrscheinlich bisher nur wenige Leute mit einem Jaguar in Verbindung gekommen sind. Leider erkennt man an den Spielen, warum dem Jaguar kein großer Erfolg beschieden war. Nicht nur das die 3D-Grafik schlecht gealtert ist, so sind die ausgewählten Spiele doch eher uninteressant.

Von den neuen Spielen überzeugen VCTR-SCTR…

Die Spiele können entweder über die Zeitleiste oder über das Spielmenü, welches nur ein Knopfdruck entfernt ist, ausgewählt und gestartet werden. Im Spielmenü gibt es verschiedene Sortiermöglichkeiten, wie Erscheinungsdatum, Alphabetisch oder nach System sortiert. Die Steuerung funktioniert einwandfrei. Die Reimaged Spiele sind gut gelungen, vor allemVCTR-SCTR, eine Hommage an Vektorgrafik-Arcadespiele, wie Asteroids, Lunar Lander, Tempest und weitere, die mit jeweils einem Level vertreten sind. Ebenso wurde das letzte Kapitel von Swordquest von Digital Eclipse vollendet, welches komplett neu im damaligen Design programmiert wurde.

…und Neo Breakout am meisten
Fazit

Atari 50: The Anniversary Collection ist eine sehr schöne Zusammenstellung der Geschichte von Atari und kann getrost als Referenz für zukünftige Projekte dieser Art angesehen werden. Obwohl wahrscheinlich fast alle Spiele auch im Internet Archive zu finden sind, werden die Spiele hier in einem geschichtlichen Kontext gesetzt, der so bisher noch nirgends zu finden war. So kommen neben Nolan Bushnell, der auch mit neuem Videomaterial vertreten ist, Al Alcorn, der erste Ingenieur schon zu Syzygy-Zeiten, auch Howard Scott Warshaw, Programmierer von E.T. und der Yars-Serie, David Crane, Activision oder aktuelle Game Designer wie Cliff Bleszinski oder Tim Schafer, die alle interessanten Anekdoten zu erzählen haben, zu Wort. Alle Videos sind mit sehr guten deutschen Untertiteln versehen, wobei in seltenen Fällen Buchstaben vergessen wurden. Selbst die Texte können auf der Switch im Handheldmodus gut gelesen werden, da immer in die einzelnen Bilder und Infotexte hineingezoomt werden kann. Die Emulation bietet den mittlerweile gewohnten Standard, wie Save-Stände, allerdings nur einen pro Spiel, verschiedene Filter und die passende Anleitung mit Box Cover an.

Wertung:sehr gut

Genre: Compilation
Entwickler: Digital Eclipse, Atari
System: PS5, PS4, Switch, Xbox One, Xbox Series, PC
Erscheint : Bereits erhältlich
Preis: 33,99€-39,99€

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Hardware

Amiga 500 Core für Analogue Pocket in Entwicklung

Seitdem das Analogue Pocket, dank dem FPGA-Core, ein offenes Hardwaresystem anbietet, können zu dem bereits von Analogue unterstützten original Modulen, unter anderem vom Game Boy, Master System, PC Engine oder Atari Lynx, auch eigene Cores hinzugefügt werden.

Jetzt hat UltraFP64 die Arbeiten am Amiga-Core so weit abgeschlossen, dass er auf GitHub eine erstes Alphaversion zur Verfügung gestellt hat. Diese bietet bisher nur Joystick-Unterstützung für das Menü und basiert auf dem Amiga Mist-Projekt.

Unterstützt werden:

  • 68K- und 68020-CPUs
  • Chip-RAM 512KB, 1MB, 1,5MB und 2 MB
  • Slow Memory ohne, 512 KB, 1MB, 1,5MB
  • Fast RAM ohne, 2/4/8 MB für die 68000 CPU
  • Fast RAM 16/ 32 MB für 68020 CPU, noch experimentell
  • AGA-Chipsatz
  • ADF-Image Unterstützung
  • Maus und Tastatur Unterstützung am Analogue Dock

Mehr Infos gibt es auf der Github-Seite.

Lesestoff

Die Geheimnisse von Monkey Island ™

Auf der Amiga37 ist mit Die Geheimnisse von Monkey Island ™ das erste Buch von Look Behind erschienen. Dabei handelt es sich um eine Übersetzung aus dem französischen Buch Les mystères de Monkey Island™. À l‘abordage des pirates! von Nicolas Deneschau von 2019. Zeitgleich zur deutschen Veröffentlichung gab es auch eine Kickstarter Kampagne für eine englische Version, welche nächstes Jahr erscheinen soll.

Das Buch ist in vier Abschnitten unterteilt und beginnt mit einer kurzen Biografie zu George Lucas und dem Star Wars – Franchise, das vieles im Filmbusiness verändert hat. Der Vorgänger zu Lucasfilm Games war die Computer Division, die für Spezialeffekte für Spielfilme und audiovisuelle Produktionen zuständig war und mit dem „Genesis Effekt“ bei Star Trek II erste Erfolge feiern konnte. Dank einer „großzügigen Spende“ von Atari über eine Millionen Dollar konnte 1982 ein Programmierteam von zwanzig Leuten eingestellt werden. So wurden die ersten Spiele für das Atari VCS-System finanziert.

Das Buch führt einen gut durch die Geschichte der Computerspiele und Adventures, bis es endlich zum eigentlichen Thema Monkey Island™ kommt. Auch die von Ron Gilbert erstellten zehn Gebote zum Entwickeln von Point and Click Adventures werden ausführlich besprochen an denen sich bis heute noch Unternehmen, wie Telltale Games oder Quantic Dream, halten.

Zwischen den einzelnen historischen Ereignissen werden die Spiele aus der Sicht von Guybrush Threepwood nacherzählt, wobei sich der Autor ab und zu eine Bemerkung erlaubt, wenn Guybrush sich etwas zu weit aus dem Fenster lehnt. Auch der Totenkopf Murray™ kommt öfters Mal zu Wort und hat einen bissigen Kommentar auf Lager.

Die beiden Fortsetzungen werden ebenfalls ausführlich behandelt und wissenswertes in den Vordergrund gestellt. Wer zum Beispiel wissen möchte, was Monkey Island und Flucht der Karibik gemeinsam haben, wird im Buch fündig. Auch ein erstes Manuskript zum angedachten Curse of Monkey Island™ Film kann hier nachgelesen werden. Zum Ende des Buches gibt es dann noch ein Trivia über das Beleidigungsduell™ mit Auswertung, eine kurze Biografie über alle Monkey Island™-Entwickler und den englischen und deutschen Songtext zu „Plank of Love“.

Alles im allem bietet Die Geheimnisse von Monkey Island ™ einen ausführlichen Rundumblick der Teile bei Lucasfilm Games/ Lucas Arts mit tiefen Einblicken in die Entwicklung und über den beteiligten Personen, wobei viele Zeitzeugen zu Wort kommen. Der Fokus liegt zwar auf Monkey Island™, aber es wird auch immer wieder über den Tellerrand geschaut. Auch die weiteren Monkey Island™ Spiele von Telltale Games bis zur Entstehung des neuen Spiels „Return to Monkey Island™“ von Ron Gilbert werden besprochen. Ein muss für alle, die sich nicht nur für die Spiele, sondern sich auch für die geschichtliche Einordnung in der Zeit der Spiele interessieren. Auf Bildmaterial wird dabei komplett verzichtet.

Das 280 Seiten umfassende Hardcover im Format 16 x 24 cm wiegt knapp 750 Gramm und kostet 24,90 € bei Look behind you oder im Buchhandel erworben werden.

Musik

D4XX mit neuem Turrican-Remix

Bert Brüggemann, besser bekannt als D4XX, veröffentlicht immer mal wieder Remixe von ganzen Alben auf Bandcamp. Einzelne Stücke landen oftmals auch auf YouTube, so wie das neue Turrican II – Freedom-Remix.

Auf dem YouTube-Kanal von D4XX Music sind ebenfalls Stücke vom Pinball Illusions – Intro oder Heimdall – Main Theme zu finden. Wer allte C64 und/ oder Amiga Soundtracks mag, sollte sich den Kanal von D4XX mal anhören.

Neue Dokumentation

Die kurze Geschichte des Commodore Logos

Commodore History hat ein weiteres Video auf YouTube online gestellt, indem es um das Logo der Firma Commodore geht. Dabei werden die Logos von der Gründung im Jahr 1958 bis zum Untergang 1994 nicht nur kurz gezeigt, sondern auch Bezüge zu den jeweiligen Umbenennungen gezeigt, inklusive einer Erklärung wie das berühmte Chicken C-Logo zustande kam.

Auch für Atari gibt es ein Video der einzelnen Firmen-Logos, allerdings ohne großartige Erläuterungen.

Hardware

Entwickler nutzt Commodore SX-64 für Zwei-Faktor-Authentifizierung

Da mittlerweile kaum noch eine Anmeldung aus Sicherheit ohne Zwei-Faktor-Authentifizierung funktioniert, hat sich der US-Entwickler Cameron Kaiser eine neue Methode zur Authentifizierung ausgedacht, die vielleicht nicht ganz so einfach gestohlen werden kann, wie ein Smartphone oder das Abfangen einer SMS. Er schrieb ein Programm, das mit einem Commodore SX-64, welches noch mit einem MOS 6510 Prozessor bei maximal 1MHz ausgestattet ist, Einmal-Passwörter für eine 2FA generiert.

Der Bildschirm des Commodore SX-64 in Aktion

Für die Erstellung der Einmal-Passwörter zur Authentifizierung an einem Dienst, werden die zuvor ausgetauschten kryptografische Schlüssel benötigt. Diese werden entweder manuell als Hexadezimalwert in das System eingegeben oder auf einer Diskette, die für jeden Dienst ausgetauscht wird, abgespeichert und eingelesen. Das selbst geschriebene Programm errechnet die Anmelde-Codes auf Basis eines RFC-6238-Standards, der auch in anderen Authenticator-Apps implementiert ist.

Für jeden Dienst eine eigene Diskette

Der 1983 erschienene und als tragbarer Computer beworbene Commodore SX-64 wiegt knapp 10 kg und ist daher für Einbrecher eher uninteressant. Falls dieser doch einmal gestohlen wird, muss die Funktionsweise des Geräts erstmal herausgefunden werden, was dank des Alters nicht mehr so einfach ist, so Cameron Kaiser. Obwohl das Projekt nicht ganz ernst gemeint ist, das Programm funktioniert auch an einem C64, zeigt es aber das auch mit Retro-Hardware immer noch einiges herauszuholen ist. Mehr Informationen zur Software und Funktionalität auf der Webseite von Cameron Kaiser.

Skurriles

Nicht einmal Betrüger wollen AmigaOS unterstützen

Auf YouTube ist ein lustiges Video über den Versuch jemanden durch Schadsoftware zu betrügen, online gestellt worden. Obwohl der Angerufene alle Anweisungen befolgen möchte, haben die Anrufer Probleme, ihren normalen Ablauf durchzuführen. Am Ende legen die Betrüger genervt auf, da die weder das Betriebssystem, AmigaOS, noch den Rechner, Commodore Amiga 1200, geschweige denn ein altes Erricson Handy kennen.

Wie aus zwei C64 ein Akkordeon gebaut werden kann

Nach dreieinhalb Jahre Entwicklung hat der schwedische Tüftler Linus Akesson sein Commodordion vorgestellt. Es ähnelt einem Akkordeon, besteht aber aus zwei funktionierenden C64, die jeweils ein Programm zum Erzeugen der Musik besitzen, einigen defekten 5,25 Zoll Disketten als Balg, die mit Hilfe von Luft und einem Mikrofon die Lautstärke regulieren, und viel Gaffer-Band. Da die C64 keinen Monitor besitzen, werden die Programme über einen Datasetten-Emulator und einen Knopf an der Oberseite des Commodordion geladen.

Der Aufbau des Commodordion

Ähnlich wie bei einem Akkordeon werden auf der linken Seite die Melodien gespielt und auf der rechten Seite die Bässe und Akkorde. Dabei kommen die jeweiligen SID-Chips zum Einsatz. Dank der Programmierbarkeit der Programme, können Spieler des Commodordions Begleit-Tracks programmieren, die beim Rhythmus unterstützen und unterschiedlich schnell abgespielt werden können.

Wer mehr über das Commodordion erfahren möchte, kann dies am besten auf der englischsprachigen Webseite von Linus Akesson tun, dort werden all seine Arbeitsschritte genauestens erklärt, inklusive des Erzeugens eines analogen Ausgangssignal mit Hilfe eines Microkontrollers und einem 12-Bit-DAC-Wandlers für den letztendlichen Sound.

Nachruf

Oliver Frey bereits im August verstorben

Bereits am 21. August ist einer der bekanntesten britischen Zeichner aus der Videospielindustrie, Oliver Frey, verstorben. Er war einer der Gründer vom Newsfield Verlag, der maßgeblich für die Verbreitung von Spiele-Magazinen in den frühen 1980er Jahren in Großbritannien, als es sonst keine Möglichkeit gab sich über Spiele zu informieren, war. Das Unternehmen begann mit der Veröffentlichung eines ZX Spectrum Spielekatalogs für den Versandhandel, woraus sich das Crash Magazin entwickelte, welches heute wieder als Heft bei Fusion Retro Books erhältlich ist. Später kamen dann noch das Commodore Magazin Zzap! 64 und das Amstrad-Magazin Amtix hinzu, welche ebenfalls bei Fusion Retro Books weitergeführt werden.

1948 in der Schweiz geboren, verbrachte Oliver Frey seine Kindheit in Großbritannien und kehrte dorthin in den 1970er Jahren zurück. Er erstellte das Comicbuch in der Eröffnungssequenz von Richard Donner’s Superman von 1978 und illustrierte auch Strips für Planet der Affen. Zwischen 1983 und 1991 brachte Newsfield hunderte von Magazinen heraus, die fast alle mit Oliver Freys Airbrush-Kunst auf dem Cover ausgestattet waren. So zeichnete er zu fast allen großen Multimedia-Franchises, wie James Bond, Batman, RoboCop oder Jason Voorhees, die Cover für die Magazine. Auch für diskussionswürdige Cover, wie das zum Spiel Barbarian von Palace Software, war er verantwortlich. So zeichnete er einen fast nackten jungen Krieger, der blutverschmiert seinen am Boden liegenden Gegner ruhig in die Brust stach.

Auch im deutschsprachigen Raum war er bekannt. So zeichnete er unter anderem auch viele Portraitzeichnungen von deutschen Journalisten, wie von der Retro Gamer oder das Cover zu Sam’s Journey.

So, nun hat auch diese Ausgabe doch noch ein Ende gefunden. Es bleibt mir nur noch vielen Dank für das Lesen bis zum Ende zu sagen. Ich hoffe, ihr habt ein paar schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr, wo es auch wieder viele neue Themen aus dem Retrobereich zu besprechen geben wird. Genau wie letztes Jahr möchte ich mit den Worten von Gerry Streberg enden: Alles Gute, auch Beruflich!

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