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Comic-Review: Justice League Dark 1

Madame Xanadus Visionen zeigen keine rosige Zukunft: Sie sieht, wie der Hexe Enchantress ihre gute Seite, June Moon, entzogen wird, woraufhin diese völlig wahnsinnig wird und die Kontrolle verliert. Dieser Amoklauf von mystischem Ausmaß hat zur Folge, dass Millionen Menschen, mitunter auch Helden des DC-Universums, sterben. Nachdem selbst die Justice League daran scheitert, die Hexe aufzuhalten, kann nur noch ein Team helfen: die Justice League Dark. Madame Xanadu versammelt die besten Jäger und Kämpfer des Übernatürlichen um sich, obwohl nicht alle direkt teamfähig zu sein scheinen. Trotzdem muss dem Unheil die Stirn geboten werden, weshalb sich DeadmanShadeZatanna und John Constantine in den Kampf gegen die wahnsinnige Enchantress begeben.

 

Shade, der Wandler, bezieht seine Kräfte von seiner Meta-Weste , welche es ihm erlaubt, alle möglichen Gebilde aus Schatten zu konstruieren und somit die Realität zu ändern. Er hat mich nicht ganz überzeugen können, aber hatte auch Ansätze, die mir wiederum sehr gefallen haben. So kam er mir stellenweise wie Gambit (ein Mutant aus dem Marvel Universum, der im Kampf mit kinetischer Energie arbeitet) vor, und das sehe ich durchaus als Pluspunkt. Deadman hingegen, das 2. männliche Mitglied der Justice League Dark, hat ganz andere Fähigkeiten, für die er nicht etwa bestimmte Materialien oder Gegenstände braucht. Als Geist ist er immateriell, unsichtbar und kann Fliegen. Positiv anzumerken ist auch, dass die Beziehung zwischen ihm und Dove, welche während des Events „Brightest Day“ entstand, noch immer währt. Die beiden erleben während des Bandes eine Beziehungskrise, was dem ganzen Übernatürlichen eine gewisse Menschlichkeit gibt. Ihre Streitereien führen oft zu einem kleinen Schmunzeln.

Des weiteren bereichert noch der egoistische Kettenraucher John Constantine das Team. Auch wenn er durch seine Ignoranz auf den ersten Blick unsympathisch wirkt, schafft es Autor Peter Milligan doch, dass man nach kurzer Zeit mit dem Anti-Helden mitleidet und ihn sogar ins Herz schließt.
Den weiblichen Teil des Teams bilden die beiden Zauberinnen Madame Xanadu und Zatanna. Letztere kristallisiert sich als gute Seele der Gruppe, die ohnehin voll mit zynischen und kaputten Persönlichkeiten ist, heraus. Sie hatte gute Momente, so kann ich beispielsweise die Gespräche mit John Constantine (beide können auf eine gemeinsame Vergangenheit zurückblicken) als Pluspunkt werten. Trotzdem überzeugen die Damen nicht ganz, da bei beiden der Charakter nicht wirklich gut zur Geltung kam.

Am Ende gibt es sogar einen kleinen aber feinen Twist, der ganz gut und nicht vollkommen vorhersehbar war.

Das Artwork passt ganz klar zum Geschehen. Die Zeichnungen bestechen vor allem durch ihren Detailreichtum und ihre eigene Dynamik. Die Kolorierung perfektioniert das Ganze zusätzlich, da hier die metaphysischen Effekte (z.B. die diversen Angriffs-Aktionen von Enchantress) gut zur Geltung kommen. Zeichner Mikel Janin macht vieles richtig, wie die realistischen Hintergründe, rasante Kämpfe und klare Linien. Einzig die Gesichter der Damen sehen alle fast gleich aus. Aber im Gesamtpaket überzeugt Janin durch kraftvolle Zeichnungen, welche zusätzlich durch den Koloristen Ulises Arreola klarer wirken.

Die Story überzeugt durch ihre starken Momente und vielschichtigen Charaktere. So wird die gemeinsame Vergangenheit von Zatanna und John mehrmals Thema, sowie Streitereien zwischen Deadman und Dove, währendConstantine schlichtweg fast immer gelassen wirkt. So hat jede Figur super Szenen und die gesamte Geschichte ist spannend. Trotzdem muss man bedenken, dass dieser Band keine typische, lockere „Justice League“ Story erzählt, sondern in ihrem Aufbau auch fordernd wird. Wenn man sich jedoch darauf einlässt, kommt man in den Genuss einer spannenden aber untypischen Superhelden Serie, welche mit viel Magie und Zauberei zu überzeugen weiß.

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