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Brettspiel-Review: Roll Player

Wenn Ihr schon mal ein Rollenspiel, egal ob auf PC/Konsole oder zum Beispiel als Pen & Paper, gespielt habt, kennt ihr den Prozess der Charaktererstellung sicher zur Genüge, habt ihn vielleicht wie ich auch meist sehr genossen. Zuerst entscheidet man sich für eine Rasse und das Geschlecht, dann wählt man die zu spielende Klasse und weist dann die ersten Attributpunkte zu. Je nach Spiel kommt dann vielleicht noch eine Vorgeschichte, die Startausrüstung und andere Informationen hinzu und schon kann man ins erste Abenteuer starten. Pegasus hat schon vor einigen Jahren genau um diesen Prozess der Charaktererstellung Roll Player veröffentlicht, das wir uns nun genauer angesehen haben. Für Interessierte: Ebenso in der Welt von Roll Player ist Der Kartograph angesiedelt, dass wir uns ebenfalls schon für euch angesehen haben, hier gehts zum Review.

Spielplan plus Markt, es kann losgehen

Mehr Stärke oder doch lieber Charme?

In Roll Player beginnt ihr ebenso mit der Auswahl einer Rasse, Zwergin, Halbling oder Drachengeborene sowie deren männliche Gegenstücke sind nur einige Beispiele. Im nächsten Schritt zieht oder wählt ihr eine Klasse, von der Magierin, über die Kriegerin bis zur Waldläuferin und mehr ist hier alles geboten was im Fantasygenre Rang und Namen hat. Je nach Klasse müsst Ihr im Spielverlauf die Werte der Attribute auf klassenübliches Niveau heben. Benötigt die Klerikerin eher Weisheit, liegt der Fokus der Zauberin eher auf der Intelligenz und die Schurkin benötigt vor allem Geschick, was aber alles gut übersichtlich und leicht verständlich auf den Karten angegeben ist.

Im nächsten Schritt wählt Ihr noch die Vorgeschichte eurer Figur (z.B. Auserwählte, Verlorene Seele, Adlige,….), die im Spielverlauf Punkte liefert, sollten passende Würfel auf dem Tableau an deren vorgesehenem Ort liegen. Die Gesinnung ist ebenfalls ein Punktelieferant, der euren Charakter zwischen gut und böse oder chaotisch und ordentlich wechseln lässt. Optionen in diesem Bereich sind in etwa die Rebellin, Wächterin oder Narzisstin, wobei es auch hier noch wesentlich mehr Auswahl gibt. Als letzten Schritt der Vorbereitungen werden nun schon erste Würfel auf euren Spielplan gelegt und schon geht es los.

Im Spielverlauf werden reihum Würfel geworfen, die nach einem bestimmten System ausgelegt werden. Danach nimmt man sich reihum einen Würfel legt diesen so aus wie man es eben benötigt und kann je nach Attribut auf das man den Würfel gelegt hat eine Fähigkeit nutzen, ob man nun eine Würfel neu würfelt, Würfelt tauscht oder Gold bekommt, hier ist einiges möglich. Haben alle Spielerinnen ihre Würfel gelegt darf man am Markt einkaufen. Hier gibt es Ausrüstung wie Schwerter, Schilder oder Rüstungen, aber auch Spezialfähigkeiten oder Merkmale, die teilweise Vor- oder Nachteile direkt im Spiel bringen, manchmal aber auch zu Siegpunkten in der Endabrechnung führen.

Sind dann nach einigen Runden alle Felder mit Würfeln bedeckt geht es zur Endabrechnung und man erhält Punkte für die der Rasse entsprechenden Attributwerte, der Anzahl der ausliegenden Würfel in der Klassenfarbe, den Übereinstimmungen in der Vorgeschichte, den Bonus- bzw. Maluspunkten in der Ausrichtung sowie diversen Boni durch Ausrüstung. Die Abenteurerin mit den meisten Siegpunkten ist die Gewinnerin. Eine detaillierte Erklärung von Roll Player findet Ihr hier im Video von YouTuber Rodney Smith.

Sooooo viele Würfel

Eines vorweg, selten war die Erstellung eines Charakters so spaßig und vielseitig wie in Roll Player. Obwohl man rein mechanisch nur ein paar Würfel würfelt, auslegt und dann Karten für Pappgold kauft, alles in diesem Spiel erzählt eine kleine Geschichte. Allein schon die Zusammenstellung zu Beginn des Spiels formt die Figur, die sich dann in weiterer Folge in unvorstellbare Abenteuer stürzen würde, würde das Spiel nicht genau an diesem Punkt enden. Jeder gesetzte Würfel, jede gekaufte Waffe oder Ausrüstung verleihen unserer Figur noch mehr Tiefe, die am Ende eine einzigartige Heldin formt, die man so noch nie gesehen hat.

Die einzelnen Mechanismen sind dabei auch nicht sonderlich schwierig, das Planen und Taktieren hingegen schon. Man muss ständig die verlangten Werte der einzelnen Attribute, die Position der Würfel entsprechend der Vorgeschichte und vieles mehr im Auge behalten, was Roll Player zu einem ziemlichen Hirn-Schwurbler macht und sehr fordernd sein kann, vor allem wenn man wie ich immer gewinnen will.

Was mir in Roll Player besonders gut gefallen hat ist, dass man relativ kurz warten muss bis man wieder an der Reihe ist, da man ja eigentlich jeden Zug dran kommt, es somit keine sogenannte Downtime gibt. Auch das Material finde ich sehr gelungen, die Spielpläne und Karten sind grafisch sehr gelungen und übersichtlich, die wirklich vielen Würfel gut verarbeitet, also nicht von der billigsten Sorte.

Einziger Malus für mich ist die so gut wie gar nicht vorhandene Spielerinteraktion, mehr als das man sich einen Würfel oder einen Gegenstand vom Markt wegschnappt gibt es nicht. Insofern ist Roll Player aber sehr gut für Solospieler geeignet, wobei man hier an vor allem seinen Highscore in die Höhe treiben kann.

Und für Spielerinnen denen die reine Charaktererstellung nicht reicht, hat Pegasus mittlerweile zwei Erweiterungen veröffentlicht. In Monster & Minions könnt Ihr eure Heldin dann auch auf Abenteuer schicken und gegen Monster antreten, Fiends & Familiars stellt euch Vertraute und Gefährten an die Seite und schickt Euch gegen garstige Dämonen ins Feld.

Pros and Cons

+ Thema kommt gut rüber
+ kaum Downtime
+ hohe Wiederspielbarkeit

– kaum Interaktion zwischen Spielenden

Fazit

Wertung

Bau dir deine eigene Heldin!

Wenn euch die Erstellung eines Charakters immer schon viel Freude bereitet hat, ihr auf das Erzählen von Geschichten und Abenteuern vor allem im Kopf steht und euch ein wenig Rechner- und Planerei nicht abschrecken, dann ist Roll Player sicher ein Spiel für euch. Einfach drauf losbrazzen wie in einem Dungeon Crawler könnt ihr hier zumindest ohne Erweiterung nicht, auch auf viel Interaktion mit euren Mitspielerinnen müsst ihr verzichten, aber abgesehen davon bietet Roll Player viel Spielspaß, Knobbelei und eine neuartige und sehr interessante Spielidee.

Genre: 
Verlag: Pegasus Spiele
Spieleranzahl: 1-4 Spielende
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 60-90 Minuten
Preis: ca. 40 Euro

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