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Review: Raptor

Spätestens seit dem Film Jurassic Park wissen wir, dass die Saurier-Spezies der Velociraptoren klüger, schneller und tödlicher ist als die meisten anderen Fleischfresser der späten Kreidezeit. Da es thematisch nur wenige Spiele zum Thema Dinosaurier gibt, ist es umso erfreulicher, dass die französische Firma Matagot Games ein Brettspiel entwickelt hat, in dem sich Menschen und Raptoren auf dem Spielbrett gegenüberstehen.

Auf einer einsamen Insel mitten im Pazifik gelingt es einer Gruppe von Forschern, eine Rapotorenmutter mit ihren fünf Jungen in den dichten Urwäldern ausfindig zu machen. Verängstigt von den schwer verletzten Rückkehrern voriger Missionen haben die Forscher nun einen couragierten Plan: Mindestens drei der jungen Raptoren für Forschungszwecke gefangen zu nehmen, koste es, was es wolle. Sollte das Muttertier bei der Aktion neutralisiert werden, so gilt die Mission ebenfalls als geglückt. Ein Spieler übernimmt bei Raptor die Kontrolle über den Raptoren und seine fünf Babies, der andere Spieler kontrolliert und steuert die Forscher und versucht, die Mission zum Erfolg bringen und dabei zu überleben. Denn wie man bereits annehmen darf, wird die Mutter ihre Kleinen nicht freiwillig hergeben und sie bei ihrem eigenen Leben beschützen. Schaffen drei Raptorenbabies die Flucht aus dem Urwald oder hat der Raptor alle Forscher getötet, gewinnt der Saurier-Spieler.
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Zu Beginn des Spiels entscheiden sich die Spieler für eine der zwei möglichen Umgebungen, auf denen gespielt werden kann. Entweder in den heißen und staubigen Steppen oder im immerfeuchten Dickicht des Urwaldes. Hat man seine Map gewählt, werden alle Tiles gemischt, zufällig zu einem Spielbrett von 3 x 2 Tiles aufgelegt und die Vegetation auf die dafür vorgesehenen Felder gestellt. Danach setzt der Raptor seine Mutter auf das Spielbrett und seine fünf Jungtiere auf die übrigen Felder. Die Forscher betreten das Spielfeld von den kurzen Enden des Spielbretts und sollten sich schon zu Beginn strategisch günstig positionieren.

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Jeder Spieler hat 9 Aktionskarten, die von 1-9 durchnummeriert sind. Am Anfang ziehen die Spieler jeweils 3 Karten von ihrem gemischten Deck und legen eine ihrer Karten verdeckt vor sich. Haben beide Spieler ihre Wahl getroffen, werden beide Karten aufgedeckt und die aufgedruckten Zahlen verglichen. Der Spieler mit der niedrigeren Zahl darf die auf der Karte aufgedruckte Aktion durchführen. Hat er seinen Zug beendet, hat der zweite Spieler eine Anzahl von Aktionspunkten zur Verfügung. Diese Zahl errechnet man durch die Differenz der beiden ausliegenden Aktionskarten. Spielt der erste Spieler also eine Aktionskarte mit dem Wert 1 und der zweite Spieler eine 9, darf der Startspieler zwar als erster seine Aktion abhandeln, der zweite Spieler hat dann aber 8 Aktionspunkte, die er je nach Belieben verteilen darf. Aktionskarten und Aktionen reichen von einfachen Bewegungen der Figuren über das Legen von Buschbränden bis hin zum Abfeuern von Betäubungspfeilen, die den ausgewachsenen Raptor in seiner Bewegung deutlich schwächen und ihn bei fünf Treffern sogar töten können.

Der eingebaute Poker-Mechanismus macht das Spiel extrem spannend und komplexer, als das auf den ersten Blick scheint. Will ich meine Spezialfähigkeiten einsetzen und nehme damit in Kauf, dass der Gegenspieler womöglich viele Aktionspunkte bekommt oder gehe ich auf Nummer Sicher und nehme eine der mittleren Karten, deren Effekt meist nicht so stark ist. Abwechslungsreiche, schnelle und spannende Runden sind bei Raptor vorprogrammiert, obwohl der Spieler, der die Raptoren steuert, ein wenig im Nachteil zu sein scheint. Die Mischung aus schnell erlernbaren Regeln und einem hohen Replay-Faktor machen extrem viel Spaß und Vorfreude auf hoffentlich erscheinende Erweiterungen.

Review Overview

Wertung - 8.5

8.5

Clever Girl

Die Limitierung der Handkarten, die immer wieder neuen Terrains, die spannende Thematik und die Schnelligkeit des Spiels machen Raptor zu einem der besten Zwei-Spieler-Brettspiele, die es derzeit zu finden gibt. Einzig das etwas unausgeglichene Kräfteverhältnis zwischen Raptor und Forschern können beim Raptor-Spieler unter Umständern zu Frustration führen. Ansonsten heißt es nur: Safarihut aufsetzen, Betäubungsgewehr laden und den Schritt in das Revier des Raptoren wagen.

Genre: Brettspiel | Zwei Spieler
Designers: Bruno Cathala, Bruno Faidutti
Erscheint: Erhältlich
Preis: ca. 30 Euro

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