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Brettspiel-Review: Monster Expedition

Amigo bleibt der Monsterhatz treu und schickt uns in Monster Expedition wieder als Monstrologen los um für die königliche monstrologische Gesellschaft diverse Ungetümer zu fangen. Im Gegensatz zum Vorgänger Carnival of Monsters (das SHOCK2 Review findet Ihr hier) das mit Karten gespielt wurde, handelt es sich bei Monster Expedition vornehmlich um ein Würfelspiel das in 30 Minuten runtergespielt werden kann und für 1-4 Spielende ab 12 Jahren, wobei das gemäß unseren Erfahrungen weit übertrieben ist, 8 Jahre reichen hier vollkommen aus, geeignet ist.

Ich bin dann mal Monster jagen

In Monster Expedition starten alle Spielenden mit drei Camps, genauer gesagt den Camps der Wolkenlande, der Tiefsee sowie des verwunschenen Waldes. In der ersten Ausbaustufe erlauben uns diese jeweils zwei schwarze und einen Würfel der Campfarbe zu werfen (gelb, blau, grün), wobei bei Ausbau der Camps die Anzahl der schwarzen Würfel kontinuierlich steigen.

die drei Camps zu Beginn

Zu Beginn eines Zuges entscheidet sich die spielende Person für eines der Camps, wirft die Anzahl der angegebenen Würfel plus etwaiger Boni und pickt sich nach jedem Wurf alle Würfel mit der gleichen Augenzahl heraus. Hat man nach einem weiteren Würfelwurf nur Augenzahlen zur Auswahl, die man bereits ausgewählt hat, zählt das als Fehlwurf und man muss einen Würfel mit der höchsten Augenzahl aus seinem Pool entfernen, darf dann aber trotzdem nochmal würfeln. Hat man keine Würfel mehr zur Verfügung oder möchte nicht mehr würfeln, weil das Riskiko eines Fehlwurfs zu hoch erscheint, kann man sich nun um die gesamt erwürfelte Augenzahl, die sogenannten Jagdpunkte, ein oder mehrere Monster aus der Auslage aussuchen, jedoch nur entsprechend der Farbe des gewählten Camps. Die Monster bieten dann auch noch spezielle Fertigkeiten, wobei man zum Beispiel bei einem Fehlwurf gleich ein Camp verbessern oder bei Zusammenstellen eines Sets aus drei verschiedenfarbigen Monstern einen zusätzlichen schwarzen Würfel verwenden darf.

Kann man sich einmal nicht das Monster seiner Träume nehmen weil die Gesamtaugenzahl nicht reicht, darf man sich auch einen Käfig nehmen, was nichts anderes bedeutet als eine Karte verdeckt vom Nachziehstapel abzuheben. Bis zum Spielende bleibt diese Karte auch verdeckt, wird zwar etwas anders gewertet, die Spezialfähigkeit darf aber nicht genutzt werden.

ein paar der netten Monsterlein

Danach darf man noch ein Camp verbessern, insofern mindestens ein Würfel mit der Augenzahl, welche am Camp aufgedruckt, ist gewertet wurde. Auf einem der Camps stehen sogar zwei Werte, was bedeutet, dass man dieses Camp sogar aufbessern darf wenn ein anderer Spieler diesen Würfel gewertet hat. Frei Plätze in der Monsterauflage werden vom Nachziehstapel aufgefüllt und schon beginnt würfelt der nächste Spielende. Ist der Nachziehstapel leer, endet das Spiel. Nun erhält man für jedes Monster die aufgedruckte Punktezahl und für jeden Käfig die darunter gedruckte Käfigzahl. Die meisten Punkte führen zum Sieg.

Nicht nur für Experten

Bin mir da nicht so sicher

Monster Expedition spielt sich für ein, zumindest am Papier, Expertenspiel wirklich sehr flott und locker runter. Die Anleitung ist gut geschrieben und nicht sehr lang, das Regelwerk nicht sehr komplex und auch die Spieldauer mit 20-30 Minuten sehr kompakt. Amigo gibt ebenso an, dass sich das Spiel eher an Strategen richtet und weniger vom Glück abhängig ist, auch hier gibt es von uns Einspruch: Da kann man noch so sehr Strategien austüfteln, wenn man die falsche Würfelzahl würfelt wird man nicht erfolgreich sein und kann auch nichts dagegen tun.

Das Thema ist wie beim Vorgänger Carnival of Monsters auch nur eine Randnotiz wert. Bei keiner meiner gespielten Partien hab ich darauf geachtet welche Monster ich fange, konzentriert hab ich mich nur auf die Farbe, den Preis sowie die Punkteanzahl der Karte und manchmal noch auf die Fertigkeit, die Monster waren mir wirklich vollkommen egal.

Und trotzdem hat mir Monster Expedition wesentlich besser gefallen als Carnival of Monsters, wobei ich Drafting Spiele sonst wirklich liebe. Der schnelle Mechanismus mit den Würfeln, das Verbessern der Camps, die Notlösung mit den Käfigen sowie die Spezialfertigkeiten der Monster gaben für mich eine wesentlich rundere Mischung als der Vorgänger ab. Das Sammeln der Länder und das damit verbundene Fangen der Monster, augenscheinlich verwandt mit dem großen Hit Magic: The Gathering des Vor-Autors Richard Garfield, ergaben für mich einfach kein stimmiges Bild. Das Sammeln von Jagdpunkten mittels Würfel bei Monster Expedition und das bei einer sehr knackigen Spieldauer, hat unseren Testrunden sehr gut gefallen. Für eine Bestnote fehlt zwar noch ein wenig Komplexität, wie sie bei Carnival of Monsters die Mitarbeiter brachten, nichts desto trotz ist Alexander Pfister mit Monster Expedition ein schöne Spiel gelungen.

Pros and Cons

+ einfacher Einstieg
+ hohes Spieltempo, kurze Wartezeiten
+ verbessern der Camps

– Thema nicht relevant
– ein bisschen zu simpel

Fazit

Wertung

Monsterhatz für Groß und Klein

Wer schnelle und einfache Würfelspiele mit netten Mechaniken mag, sich vielleicht noch an den sehr schönen Grafiken sowie dem Thema erfreut, das jedoch völlig irrelevant ist, der macht mit Monster Expedition sicher nichts falsch. Ein flotter Einstieg, noch flottere Runden, ein bisschen, aber auch nicht allzu viel, Spielerinteraktion runden das Erlebnis Monster Expedition dann noch ab.

Genre: 
Verlag: Amigo
Spieleranzahl: 1-4 Spielende
Alter: ab 12 Jahren (geht aber schon ab 8)
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Preis: ca. 25 Euro

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