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Brettspiel-Review: KeyForge

Richard Garfield, Designer von Magic: The Gathering, kann es scheinbar nicht lassen und hat mit KeyForge eine weitere, sehr spezielle Franchise geschaffen. Ist ein großer Anteil an Magic das Bauen eines möglichst schlagfertigen Decks, fällt diese Komponente bei KeyForge komplett weg. Je nachdem welches Set man spielt, umfassen diese Sets (aktuell gibt es vier) in etwa 400 Karten, welche sich aus mehreren Fraktionen zusammensetzen. Um zu spielen, braucht man nun ein Deck, dass sich aus 37 Karten zusammensetzt, die wiederum genau drei verschiedene Fraktionen und daraus genau 12 Karten enthalten. Die 37. Karte enthält den einzigartigen Namen des Decks sowie die Liste der Karten, wobei die Decks nicht verändert werden dürfen. Durch die Kombination der ca. 400 Karten pro Set, drei Fraktionen pro Deck und jeweils 12 Karten aus diesen drei Fraktionen ergeben sich Billiarden einzigartiger Kombinationen und dadurch einmaliger Decks, wobei es jede Kombination auch wirklich nur ein einziges Mal gibt. Deshalb wurde mit KeyForge auch das Genre der Unique Deck Games erschaffen.

Einfach loslegen

In KeyForge geht es darum die Ressource Æmber zu generieren und mit jeweils sechs davon am Beginn seines Zuges einen der drei Schlüssel zu schmieden. Aber wie kommt man an das begehrte Æmber. Am Beginn seines Zuges entscheidet man sich für eine seiner drei Fraktionen und darf dann ausschließlich Karten dieser Fraktion ausspielen beziehungsweise aktivieren. Dabei handelt es sich etwa um Kreaturen die Æmber generieren oder andere Kreaturen angreifen können, Aktionskarten die einmalig verwendet dürfen oder Artefakte und Aufwertungen, die verschiedene Verbesserungen bieten können. Und so spielt man abwechselnd Karten aus, sammelt Æmber, behindert den Gegner das gleiche zu tun und schmiedet so Schlüssel um Schlüssel, hat man drei davon geschmiedet hat man gewonnen.

Und da die Decks aufgrund der Unzahl an Kombinationen teilweise nicht ausbalanciert sind, gibt es auch eine Art Handicap-System, mit dem dieses Ungleichgewicht ausgeglichen werden kann. Mittels Kettenanzeiger wird dann die Differenz ermittelt und über ein Handkartenlimit ein Ausgleich zwischen stärkeren und schwächeren Decks hergestellt, was aber bei freundschaftlichen Partien für zwischendurch nicht notwendig ist, lediglich bei Turnieren Anwendung findet.

Neue Idee

Spielerisch bietet KeyForge nicht unbedingt neue Kost, hat man schon Magic oder ähnliche Spiele gespielt, kommt man schnell rein. Für Neulinge bietet eher die Masse an Karten und deren unterschiedlichste Funktionen eine gewisse Hürde dar, die aber schnell überwunden ist. Das Regelwerk selbst ist nicht allzu umfangreich oder komplex, jedoch liegt der Starterbox nur ein Schnelleinstieg bei, die gesamten Regeln findet man nur online.

Das eigentliche Novum liegt in dem Umstand, dass es nicht ein Deck wie das andere gibt, wobei die Unterschiede manchmal klein, manchmal massiv sind. Ständig muss die Spielweise angepasst und adaptiert werden, was natürlich auch einen Reiz ausmacht. Mittlerweile gibt es im organisierten Spiel verschiedenste Spielweisen, ob man nun sein bestes oder schlechtestes Deck mitbringt, oder sich die Teilnehmer*innen jeweils ein neues Deck kaufen und damit gegeneinander antreten. Was natürlich auch augenscheinlich ist, ist dass man kein Deck bauen muss oder dieses verändern darf, was einerseits Spieler anlocken oder Fans von Deckbau abschrecken könnte. Von Nachteil könnte hier sein, dass man sich aufgrund des fehlenden Deckbaus ein Deck am Drittmarkt kaufen muss, wenn man bestimmte Fraktionen oder Karten spielen möchte.

Auf Grund der Fülle von Karten, Fraktionen, Charakteren und vielem mehr hat sich um die Welt von KeyForge natürlich auch eine umfangreiche Lore entwickelt, Geschichten sind entstanden und mit jedem Set werden es mehr. Als alter Zwischensequenzenüberspringer kann ich leider nicht darauf eingehen, da ich mich tatsächlich nur mit dem Spiel selbst beschäftigt habe. Ebenso reichhaltig ist die grafische Gestaltung, bei mehreren hundert Karten gibt es für Fans farbengewaltiger Kreationen viel zu entdecken.

Pros and Cons

+ kein Deckbuilding
+ schneller und einfacher Einstieg
+ kostengünstig neue Decks erleben

– kein Deckbuilding
– Kauf-/Tauschzwang will man bestimmte Fraktion/Karte

Fazit

Wertung

Decks ohne Ende

Wer gerne Magic-ähnliche Kartenspiele spielen möchte, aber nicht viel vom teils komplizierten Deckbau hält, kann sich ja mal eine Startbox von KeyForge holen. Das Regelwerk einfach, der Zugang schnell möglich, bietet KeyForge genug taktische Tiefe für viele spannende Partien. Und der Umstand, dass jedes Deck einzigartig ist und so den Spielern ein hohes Mass an Anpassung abverlangt, ist gleich nochmal Motivation genug sich diese Neuheit einmal anzusehen.

Genre: Einzigartiges Deckspiel
Verlag: Asmodee
Spieleranzahl: 2 Spielende
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: ab 45 Minuten
Preis: Starterset ab EUR 23, Decks ab EUR 8

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