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Activision Blizzard wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung und toxischer Arbeitskultur verklagt

Der US-Bundesstaat Kalifornien hat den Videospiel-Giganten Activision Blizzard wegen Vorwürfen einer toxischen Arbeitskultur einhergehend mit sexueller Belästigung und Diskriminierung seiner Angestellten verklagt. Die Ermittlungen haben zwei Jahre in Anspruch genommen und zu Tage gefördert, dass weibliche Mitarbeiterinnen angeblich schlechter bezahlt würden als ihre männlichen Pendants und systematisch bei Beförderungen übergangen wurden.

Zudem seien regelmäßig geschmacklose Witze über Vergewaltigungsfantasien gegenüber der weiblichen Belegschaft gemacht oder diese gleich körperlich sexuell bedrängt worden. Es gehe gemäß den Ermittlungen und der Klageschrift bei Activision Blizzard wie in einer „männlichen Studentenverbindung“ zu – mitsamt einer toxischen „Bro-Culture“.

Besonders stark seien Minderheiten und Afroamerikanerinnen hiervon betroffen gewesen sein. Dieses Verhalten soll gegenüber Frauen auf beinahe allen Ebenen des Konzerns gezeigt worden sein. Darüber hinaus schockierend ist, dass die Personalabteilung über diese Vorwürfe informiert gewesen sein soll, aber nichts dagegen unternommen habe.

Die Klageschrift legt auch einen besonders tragischen Fall offen, bei dem eine Angestellte, die angeblich über längere Zeit Opfer sexueller Belästigung bei Activision Blizzard gewesen sei, während eines Arbeitsausflugs Selbstmord begangen habe, nachdem ihr Supervisor unangebrachtes Sex-Spielzeug hierzu mitgebracht habe.

Activision Blizzard Executive und früherer Homeland Security Berater von US-Präsident George W. Bush Jr. (2004-2007) Fran Townsend wies die Vorwürfe zunächst zurück. Wenig später äußerte sich Blizzard Präsident J. Allen Brack mit einem E-Mail an seine Mitarbeiter:innen.

Brack meinte, dass das genannte Verhalten „inakzeptabel“ und die Vorwürfe „extrem besorgniserregend“ seien. Zudem meinte er, dass es wichtig sei, dass sich Mitarbeiter:innen bei Blizzard sicher fühlen.

„Leute mit unterschiedlichen Backgrounds, Ansichten und Erfahrungen sind essentiell für Blizzard, für unsere Teams und unsere Spieler:innen-Community. (…) Ich verachte ‚Bro-Culture‘ und ich habe meine Karriere damit verbracht, diese zu bekämpfen.“

Der Blizzard Präsident meinte weiter, dass er und sein Leadership-Team sich mit Angestellten treffen werde, „um Fragen zu beantworten und um zu diskutieren, wie wir weitermachen können“. Abschließend sagte J. Allen Brack: „Ich fühle Wut, Trauer und eine Reihe anderer Emotionen, aber ich fühle mich auch geehrt mit einem Leadership-Team und tausenden Mitarbeiter:innen zusammen zu arbeiten, die mich bei meinem Commitment an stetiger Verbesserung begleiten. Vielen Dank, Blizzard.“

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