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Spiele, die ich vermisse: Der 7. Jahresrückblick (2018)

Der schon siebente Jahresrückblick? Kann das sein? Als ich diese Reihe 2012 gestartet habe, hätte ich nicht gedacht, dass ich Ende 2018 noch immer mit ihr beschäftigt wäre. Gut, vielleicht hätte ich es gehofft, aber in dem damaligen Tempo wären mir wohl irgendwann die Spiele ausgegangen. Heute hingegen sind die Vorzeichen völlig anders. Aus der Kolumne, die ein persönliches Zusatzangebot für unsere Leser war, aber dennoch beruflich geschrieben wurde, wurde vor ungefähr hundert Ausgaben mein Privatvergnügen, das mir noch immer sehr viel Spaß macht, aber zunehmend hinter anderen Projekten hintanstehen muss. Das sage ich auch deshalb, weil 2018 mein schwächstes Jahr in dieser Reihe war – gerade mal sieben Einträge gingen sich aus. Daran „schuld“ ist mein momentanes Berufsleben, weshalb ich zumindest für das erste Halbjahr 2019 auch nur wenig Besserung sehe – momentan laufen die Vorbereitungen für mein Musical „Maximilian – ein wahrer Ritter“, das am 11. Mai Welturaufführung feiern wird und neben meiner Tochter momentan einen Großteil meiner Zeit auffrisst.

Bevor ich jetzt gleich zur üblichen Zusammenfassung meiner Artikel dieses Jahr komme, noch ein paar persönliche Gedanken zum nicht-nur-Retro-Jahr 2018 und darüber hinaus. Denn tatsächlich habe ich im vergangenen Jahr fast mehr Titel der Vergangenheit gespielt als Spiele aus der Gegenwart (und hätte Dragon Quest XI, mein persönliches GOTY 2018, mich nicht so gefesselt, wäre die Statistik noch mehr gekippt). Auch deshalb dachte ich, dass 2018 ein besseres Jahr für diese Reihe wird, denn neben neuen Ideen habe ich auch einiges an Videomaterial gesammelt, das für eventuelle Specials gedacht ist, aber momentan einfach nur ungenutzt auf meiner Festplatte sitzt. Dass ich eher ein Mann der Vergangenheit bin, merkt man auch daran, dass sogar neue Konsolen bei mir nicht ohne diesen Faktor auskommen: Zwar habe ich mir endlich eine Xbox One gekauft, aber tatsächlich noch kein einziges aktuelles Spiel eingelegt. Stattdessen ist die Festplatte bereits wohl gefüllt mit alten Spielen (danke Microsoft, die Abwärtskompatibilität habt ihr toll gelöst, auch wenn gerade ein paar jener Titel, die ich unbedingt nachholen wollte, natürlich (noch?) nicht funktionieren). Auch für 2019 stehen die Zeichen also auf „Retro“ – hoffentlich dann auch wieder mehr in dieser Reihe.

Und damit kommen wir auch schon zu den Retro-Titeln 2019:

#154: Das Schwarze Auge: Sternenschweif (PC, 1994)

Winterzeit ist Schifahrzeit, Schifahrzeit ist Rollenspielzeit – so funktioniert das in meinem Familien- und Freundeskreis in den letzten Jahren. Kein Wunder, dass mir Anfang des Jahres der zweite Teil der DSA-Nordlandtrilogie einfiel. Das deutlich verbesserte Rollenspielerlebnis aus deutschen Landen punktet mit einer umfassenden Umsetzung der Pen & Paper-Regeln und der beliebten Welt Aventurien, mit tollen Überlandreisen und einer interessanten Story mit einigen überraschenden Wendungen, in der sogar die titelgebende Axt vielleicht mehr roter Hering ist, als man denkt. Ein interessantes Rollenspielerlebnis abseits der damals klassischen, amerikanischen D&D-Pfade.

#155: Super Pipeline II (C64, CPC, ZX Spectrum, 1985)

Sogar eingefrorene Rohrleitungen können mich an Spiele erinnern. Der Beweis heißt Super Pipeline II und gehört zu meinen Lieblingserinnerungen an den C64. Mit simplen Mitteln entstand aus der Aufgabe, Fässer mit einer Flüssigkeit zu füllen, ein interessantes kleines Action-Game, das sich in seiner zweiten Auflage deutlich anders spielte als sein Vorgänger, ohne seine Grundprinzipien völlig zu vergessen. Bis heute eine meiner liebsten, lang vermissten Gaming-Erinnerungen!

#156: Commodore Basic (C64 und andere, ab 1977)

Keine Spielerfahrung, aber die Möglichkeit, zahlreiche Spiele zu programmieren: Ausgabe #156 widme ich meiner ersten Programmiersprache Basic in ihrer Commodore-Variante. Neben dem spielerischen Lernen der Computerprogrammierung, verschiedenen Dialekten und der Geschichte, warum Microsoft fast am C64 gescheitert wäre, warten hier viele, viele persönliche Erinnerungen auf euch, die mich privat und beruflich stark prägen sollten.

#157: Zero Escape: Virtue’s Last Reward (DS, Vita, PC, PS4, ab 2012)

Neun Leute, gefangen in einem tödlichen Spiel – Zero ist zurück! Im zweiten Teil der Zero Escape-Reihe ist erneut eine bunte Gruppe an Personen an einem mysteriösen Ort gefangen – und ob es ihnen gelingt, lebend von dort zu entkommen, habt ihr in der Hand. Eine Visual Novel gemischt mit Escape Rooms und etlichen Entscheidungen, die eine wirklich komplexe, verzweigende Geschichte erzählen und nur langsam ein großes Ganzes ergeben, das die Antworten gibt, die ihr sucht, und gleichzeitig einen gelungenen Mittelteil einer Trilogie darstell.

#158: Tennis (NES, GameBoy, ab 1985)

Spiel, Satz und zumindest virtueller Sieg? Auf dem GameBoy lernte ich die Regeln von Tennis kennen und den Sport lieben. Deshalb widme ich Eintrag #158 der Nintendo-Fassung von „Tennis“. Das Resultat ist eine Geschichte von virtuellen Matches mit Linkkabeln, eine kurze History der frühen Tennis-Spiele, aber auch ein Bericht darüber, wie unterschiedlich NES- und GameBoy-Fassung waren. Das vermutlich einzige Tennis-Spiel, mit dem ich mich wirklich lange beschäftigt habe.

#159: Shadowrun Chronicles/Online (PC, 2015)

Ich hatte mir immer vorgenommen, eines Tages ein Videospiel zu entwickeln. Nun, ich war zumindest einmal dabei, als ein Spiel entwickelt wurde – und jetzt ist es schon wieder Geschichte. Die Story von Shadowrun Chronicles, das auf Kickstarter als Shadowrun Online begann und bei dem ich erleben durfte, wie es aus einer frühen Version zum Release weiterentwickelt wurde. Eine Geschichte von mysteriösen Vorgängen in Boston, aber auch von der Schwierigkeit, ein Spiel für Backer zu entwickeln. Ein Rückblick in drei Blickwinkeln – als Redakteur, als Product Manager und als Spieler!

#160: Sokoban/Boxxle (viele Plattformen, ab 1984)

Verflixtes Verschieben! Zum Jahresausklang lande ich wieder bei einem Spiel, das ich auf dem C64 kennengelernt habe: Sokoban, bei uns besser bekannt als Boxxle, ist ein vertracktes Puzzlespiel, bei dem ihr als Lagerarbeiter Kisten auf die Zielfelder verschieben müsst. Wenn nur die Levels das nicht so schwer machen würden! Ein echter Klassiker, der sogar die Computer-Logik vor große Herausforderungen stellt!

Und das waren sie schon – die sieben Spiele, die ich dieses Jahr vermisst habe. Ich verabschiede mich – Schönes neues Jahr, wir lesen uns!

 

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Florian Scherz

Bereits früh entwickelte Florian zwei große Leidenschaften: Videospiele und Theater. Ersteres brachte ihn zu einem Informatikstudium und zu Jobs bei consol.MEDIA und Cliffhanger Productions; zweiteres lässt ihn heute (unter anderem) als Schauspieler, Regisseur, Komponist und Lichtdesigner arbeiten. Wenn er gerade keine Musicals inszeniert, spielt oder schreibt, vermisst er auf Shock2 Videospiele von anno dazumal in seiner Blog-Reihe "Spiele, die ich vermisse".

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Notable Replies

  1. Wünsche dir auch einen guten Start ins Jahr 2019! Hab die Reihe auch heuer genossen, wenn ich auch kaum Erfahrung mit den besprochenen Titeln habe. :slight_smile:

    Alles Gute für dein Musical, finds cool, dass du da so dahinter bist, sowas ist gerade im kreativen Bereich ohnehin das Um und Auf! Freu mich auch auf die Posts im nächsten Jahr (egal ob es einer oder zwanzig sind ;)) und werde da, wo ich etwas dazu sagen kann, gerne kommentieren :smiley:

  2. Jokus says:

    Danke schön!

    @Musical: Ja, dahinter muss man schon sein, aber das war ich zum Glück schon vorher, als es nur ein Hobby war (das hat da schon genug Zeit gefressen, neben dem Job), mittlerweile hab ich ja das Glück, davon leben zu können. Aber das letzte Jahr war in künstlerischer Sicht echt Schwerarbeit, jetzt kommt eine ganz neue Phase - mal sehen, wie sich das auswirkt. Momentan hoffe ich doch noch darauf, zumindest jedes Monat hier einen neuen Eintrag hinzubekommen - mal sehen, ob sich das auch ausgeht … Ich versprech lieber nichts. Aber mehr als einen - ich glaub, das kann ich versprechen :wink:

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