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Spiele, die ich vermisse #135: Kingdom Hearts II

Normalerweise vermisse ich ja eher Spiele aus einer Situation heraus, die mich an sie erinnert. „Oh, diese Idee/dieser Gedanke/diese Situation/dieses Gameplay/dieser Film/dieses Buch erinnert mich an ein Spiel, das ich vor Jahren gespielt habe“. Oft genug sind diese Titel dann schon derart veraltet, dass ein erneutes Anspielen den Erinnerungen nicht nachkommt – rühmliche Ausnahmen (ob mit oder ohne Retro-Brille) gibt es da natürlich auch. Heute mache ich das anders: Ich habe eine kurze Pause, die sich in meinem dichtgedrängten Terminplan ergeben hat, genutzt, um nicht etwa eine „Altlast“ von meinem stetig wachsenden „muss ich noch spielen“-Stapel zu holen, sondern ein mir liebgewonnenes Spiel, das ich schon Jahre lang nicht mehr gespielt und mir schon lang wieder vorgenommen hatte, noch einmal zu erleben (nicht, dass das für mich außergewöhnlich ist – scheinbar bin ich in einem Alter, wo „alte“ Spiele auf mich oft mehr Anziehung haben als jüngere…). Und beim Spielen habe ich es gleich vermisst, weil mir bewusst wurde, wie lange der Titel für mich schon wieder her ist (auch wenn er mich nie verlassen hat) und dass es wohl noch ein wenig dauern wird, bis ich so etwas in einem neuen Spiel erleben darf. Sein Name? Kingdom Hearts II.

(Achtung: In den beiden folgenden Absätzen sind naturgemäß einige Spoiler für Kingdom Hearts, Kingdom Hearts: Chain of Memories und KH II enthalten. Ich versuche sie aber dennoch, minimal zu halten). Bedenkt man die Reihenfolge, in der die Kingdom Hearts-Titel erschienen, beginnt KH II definitiv nicht so, wie man es als Spieler erwartet hat (spielt man die Spiele in chronologischer Story-Reihenfolge, macht es schon deutlich mehr Sinn, dazu aber mehr am Ende des Absatzes): Ihr übernehmt nämlich nicht die Rolle von Sora, der bislang der Protagonist der Reihe war, sondern von Roxas, einem Jungen in Twilight Town, der die letzten Tage seiner Sommerferien mit seinen Freunden verbringen will. Klingt komisch? Ist es auch. Diese ersten zwei Stunden im Spiel empfinde ich persönlich aus mehreren Gründen als Tiefpunkt bei jedem Durchlauf. Zwar gibt es natürlich einen guten Grund, warum wir Roxas spielen, und es ist auch so, dass er wichtig für die gesamte Serienstory ist, aber eigentlich wollen wir als Spieler nur wissen, was mit Sora seit dem Ende von Chain of Memories passiert ist, als er in Tiefschlaf versetzt wurde, um seine Erinnerungen zurückzuerhalten. Dazu kommt, dass sich die Episoden mit Roxas nur langsam in eine spannende Richtung entwickeln. Er hängt mit seinen Freunden ab, streitet mit einer rivalisierenden Gang (die immerhin Ceifer, Fuujin und Raijin aus FF VIII und Vivi aus FF IX beinhaltet), tritt in einem Turnier unter anderem gegen Setzer (aus FF VI) an, muss aber auch mit kleinen Jobs (=Minigames) Geld verdienen und Hausaufgaben machen (gut, zumindest letzteres ist jetzt nicht so langweilig, wie es sich anhört). Spannender wird es durch Auftritte seltsamer Figuren in Kapuzen (die CoM-Spieler sofort als Mitglieder der Organisation XIII identifizieren können, für andere lässt die Erklärung noch ein wenig auf sich warten), durch die Tatsache, dass Roxas offensichtlich das Schlüsselschwert nutzen kann, und neue Gegner namens „Nobodies“. Nach und nach entdeckt Roxas das Geheimnis, das sein Leben und seine Existenz umgibt. Zum Zeitpunkt des Releases von KH II war das noch neu und durchaus überraschend; heutzutage kennt man dieses natürlich, wenn man das (chronologisch davor spielende) KH 358/2 Days, das Roxas als Protagonisten hat, entweder selbst am DS gespielt hat oder sich die Videos des KH 1.5 Remix aus dem Spiel angesehen hat.

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Hat man diesen ersten Teil überstanden, kommt endlich das „richtige“ Kingdom Hearts-Feeling auf. Sora, Donald und Goofy übernehmen wieder das Ruder und starten in eine neue Mission, die ihnen vom Magier Yensid (1) bekannt aus „Fantasia“, 2) lest das mal rückwärts) aufgetragen wird: Einerseits begeben sie sich auf die Suche nach Soras Freund Riku, den das Trio das letzte Mal gesehen hat, als er gemeinsam mit König Micky die Tür zu Kingdom Hearts geschlossen hat; da Micky wieder da ist, kann auch Riku nicht weit sein. Außerdem geht es auf die Jagd nach den Resten der Organisation XIII (einige Mitglieder sind wir ja schon in CoM „losgeworden“), die eine Gruppierung von Nobodies mit finsteren Plänen darstellt; und zu guter Letzt wäre da auch noch eine wieder auferstandene Malificent, die sich diesmal mit Kater Karlo zusammengetan hat und finstere Pläne mit den anderen Disney-Bösewichten schmiedet. Und so reist das Trio wieder von Disney-Welt zu Disney-Welt, erlebt Abenteuer und löst Probleme, die von den diversen Bösewichten der Reihe und der jeweiligen Filme verursacht wurden.

Damit will ich aber auch schon den kurzen Einblick (ja, ich habe mich tatsächlich kurz gefasst, auch wenn die Absätze lang waren) in die Anfänge der Story von Teil 2 beenden – zwei Dinge sollten wir allerdings daraus mitnehmen: Erstens behält Kingdom Hearts II die Formel des Vorgängers klar bei – Disney-Welten und –Charaktere, gemischt mit einigen Eigenkreationen und etlichen Gastauftritten aus der Final Fantasy-Welt. Zweitens: War Kingdom Hearts zu Beginn noch vorsichtig mit der Mythologie und packte die großen Zusammenhänge erst gegen Ende so richtig aus, ist Kingdom Hearts II schon ein ganz anderes Kaliber, das recht rasch verwirrend werden kann, wenn man die Handlung der Vorgänger nicht zumindest in Grundzügen kennt. Klar, mit den einzelnen Disney-Welten wird man kaum ein Problem haben, da diese im Großen und Ganzen „frische“ Geschichten erzählen, die noch dazu auf den passenden Filmen beruhen, aber die große Gesamthandlung profitiert von Vorwissen, ohne dass einem Begriffe, Konzepte und Ideen der Serie rasch um die Ohren fliegen. Das ist allerdings ein Problem, dass die KH-Reihe ohnehin mit sich bringt – Quereinsteiger haben es zunehmend schwer, in die Serie hineinzufinden, da alles miteinander verbunden ist. Das ist wohl auch der Grund, dass vor dem Release von Kingdom Hearts III alle Vorgängerspiele für die PS3 neu aufgelegt wurden – dazu aber später mehr.

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Lasst mich noch ganz kurz den Punkt „Welten“ aus dem vorigen Absatz aufgreifen und genauer betrachten: Bei der Anzahl der Welten hat Square Enix in diesem Teil ordentlich nachgelegt. Neben aus den Vorgängern altbekannten Disney-Welten (wie z.B. Agrabah, der Nightmare-Before-Christmas-Welt oder Arielles Wasserreich) gibt es neue und alte eigens für das Spiel erschaffene Gegenden (z.B. Hollow Bastion, The World that never was und Twilight Town); aber genauso gibt es jede Menge neue Welten, die auf Disney-Klassikern beruhen – so kann man zum Beispiel Mulan begegnen, mit Simba durch die Pridelands wandern, im Timeless River eine Episode im Steamboat-Willie-Stil erleben oder das Schloss des Biests erkunden. Besonders herausstechend sind aber diesmal vor allem jene Welten, die nicht auf Animationsklassikern basieren, sondern auf Realfilmen. Wer hätte jemals erwartet, Donald und Goofy neben Captain Jack Sparrow zu sehen? Oder sie in den Computerwelten von „Tron“ zu erleben? In KH II gibt es das – und zu jenem Zeitpunkt im Spiel, in dem man diese Welten besucht, hat man den verrückten Mix, der das Spiel ausmacht, schon soweit akzeptiert, dass es zwar ungewöhnlich wirkt, das Trio neben den realistischeren Figuren zu erleben, es aber keinen groben Bruch im Gesamtkonzept darstellt. Anders als im Vorgänger wird man auch öfter gezwungen, die spielbaren Charaktere aus diesen Welten in die Party aufzunehmen – was allerdings nicht so schwer ins Gewicht fällt, da jetzt endlich auch jene Figuren, die man nicht dabei hat, mitleveln und man jederzeit den Charakter auf der Bank einwechseln kann.

Generell hat das Team rund um Serienerfinder Tetsuya Nomura gameplaytechnisch einige unangenehme Ecken und Kanten abgeschliffen – die Kamera agiert jetzt „vernünftiger“ und kann mit dem rechten Analogstick gesteuert werden (im Vorgänger lief das bis zum Remix noch weniger intuitiv über die Schultertasten), die Summons fühlen sich zumindest ein wenig sinnvoller an, das Magiesystem wurde ein wenig angepasst und die neuen Drive-Formen sorgen für jede Menge Angriffspower, wenn ihr sie gerade braucht (und die Drive-Leiste voll ist). Generell bleibt das Feeling des Titels dem des Vorgängers allerdings sehr ähnlich und präsentiert sich als (Großteils) verhältnismäßig simples Action-RPG, bei dem die meisten normalen Gegner mit X-Button-Mashing ausgeschaltet werden können – eine Kritik, die damals wie heute gern genannt wird. Gerade KH II gelingt es aber, immer wieder diese Linie zu durchbrechen. Seien es die Piraten in Port Royal, die man nur im Mondlicht besiegen kann oder Bosse, die dann doch spezielle Taktiken – oder zumindest die neuen kontextsensitiven Kommandos – benötigen. Ein Spiel für großartige Strategen, die jeden Zug genau überlegen, wird der Titel aber dennoch nicht. Hier herrscht auf dem Schlachtfeld doch eher das Chaos, vor allem im Kampf gegen viele Gegner.

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Genauso wie im Vorgänger waren auch die Production-Values großartig. Das zeigt sich nicht nur im liebevollen Grafikstil, der die Disney-Welten und –Charaktere wirklich wiedererkennbar macht, sondern auch in der Verwendung von Original-Themen – z.B. erklingt in einem Kampf in Port Royale natürlich das berühmte Piraten-Thema aus „Fluch der Karibik“. Aber auch bei den Sprechern wurde nicht gespart. In der englischen Version (die ich der deutschen vorziehe) hört man neben Haley Joel Osment (Sora), David Gallagher (Riku) und Hayden Panettiere (Kairi), die ihre Rollen aus dem ersten Teil wiederholen, über weite Strecken Disney-Originalstimmen für die jeweiligen Figuren (z.B. Ming-na Wen („Agents of S.H.I.E.L.D.“) als Mulan oder Bruce Boxleitner als Tron). Dennoch wurden einige Sprecher im Vergleich ausgetauscht – zum Teil, weil die Originalsprecher nicht zur Verfügung standen (z.B. spricht sich der Cast von Fluch der Karibik nicht selbst), aber auch, weil sich die Umstände geändert haben. Das trifft insbesondere auf die Final Fantasy VII-Charaktere zu, da zwischen dem Release von Kingdom Hearts und Teil II Advent Children erschienen war und man nun dessen Synchronsprecher verwendete. Auch in der deutschen Version (die interessanterweise nicht in der HD-Fassung zu finden ist) wurden zumindest zum Teil Originalsprecher eingesetzt. Spannend finde ich persönlich die Synchronfassung von Jack Sparrow: Hier ist im englischen Original, wie schon erwähnt, leider nicht Johnny Depp zu hören, sondern James Arnold Taylor (der auch Tidus in Final Fantasy X sprach); im Deutschen wird er von David Nathan gesprochen, der Johnny Depp eigentlich fast immer in den Filmen synchronisiert, aber ausgerechnet bei den ersten drei Pirates-Teilen ausgetauscht wurde (im vierten spricht er ihn wieder).

Die Kritiken für das hierzulande 2006 erschienene Spiel gaben den Bemühungen Recht. Zwar gab es einige harte Worte über das Gameplay, aber die Story und die Präsentation wurden konstant gelobt. Auch von den Spielern gab es etliche positive Meldungen und Auszeichnungen von Presse und Publikum – und auch die Verkaufszahlen waren durchaus gut. 2007 folgte dann noch die sogenannte Final Mix-Version (nur in Japan), die zusätzliche Inhalte ins Spiel brachte und (wie in Japan in solchen Fassungen üblich) soweit vorhanden auf die englische Synchro setzte. Wir bekamen diese Zusätze erst mit dem Kingdom Hearts 2.5 HD Remix zu sehen, der 2014 für PS3 erschien und neben KH II auch das chronologisch erste Spiel der Reihe (Birth by Sleep) und die Videosequenzen aus dem danach spielenden KH Re:coded enthielt.

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Der Remix ist – gemeinsam mit seinem Gegenstück Kingdom Hearts 1.5 HD Remix – auch „schuld“ daran, dass die Reihe nicht eine ganze Konsolengeneration übersprang. Denn auch wenn es nach dem Release von KH II hieß, dass man schon Ideen für einen dritten Teil sammelt, hatte das Team rund um Director Tetsuya Nomura bald schon eine ganz andere Aufgabe, die sie voll und ganz einnahm: Final Fantasy Versus XIII, das ursprünglich als ein Teil der Final Fantasy XIII-Reihe Fabula Nova Crystallis herauskommen hätte sollen, mittlerweile aber – wie ihr ziemlich sicher wisst – nach vielen Verzögerungen endlich Ende September (und damit zehn Jahre nach seiner Ankündigung) als Final Fantasy XV aufschlagen wird. Ganz still wurde es um Kingdom Hearts in dieser Zeit allerdings nicht: Erstens wurde die Serie sukzessive mit Spielen auf diversen Handhelds erweitert – aber das waren natürlich gegenüber einem großen Konsolentitel kleinere Projekte mit schwankender Qualität. Zweitens zog sich Nomura, der immer wieder betont hatte, nicht gleichzeitig an beiden Spielen arbeiten zu können, 2014 von seinem Posten als Director von FF XV zurück, um sich anderen Projekten – inklusive KH III – zu widmen. Abgesehen von einigen Trailern haben wir allerdings noch wenig von diesem Projekt gesehen. Wir warten also noch immer.

Gewartet habe ich auch 2006 darauf, dass Kingdom Hearts II endlich in mein Laufwerk wandern kann. Damals war es ja noch wesentlich üblicher, dass einiges an Zeit vergeht, bis Spiele international released wurden, sodass KH II zwar schon Ende 2005 in Japan, aber erst März 2006 in den USA und im Herbst 2006 in Europa erhältlich war (man darf nicht vergessen, dass man hierfür nicht nur weitere Synchros aufnehmen musste, sondern es damals auch noch notwendig war, die berüchtigte PAL-Anpassung durchzuführen). So lange habe ich aber gar nicht gewartet, sondern mir dank US-PS2 gleich die amerikanische Fassung geholt – ich hatte ja sowieso vor, die englische Fassung zu spielen. Und meine Vorfreude wurde nicht enttäuscht. Anders als bei CoM, das bei mir deutlich länger zum Zünden brauchte, war es bei KH II eigentlich „nur“ der Prolog mit Roxas, der sich seltsam anfühlte. Danach war es wieder genau das Kingdom Hearts, das ich kennen und lieben gelernt habe. Nur besser und größer.

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Viele Kritikpunkte, die ich am Vorgänger hatte, wurden hier überarbeitet – das Spiel war flüssiger, die diversen Welten knackiger, die Gesamtstory kommt schneller in Fluss und beschränkt sich nicht über weite Strecken auf „nächste Disneywelt, ohne den Meta-Plot voranzubringen“. Auch die Gummi-Schiff-Missionen wurden deutlich überarbeitet und machten nun sogar Spaß. Sie blieben zwar weiterhin nicht völlig optimal (beim ersten Reisen zu einer neuen Welt MUSSTE man den Abschnitt durchfliegen, was auch nicht immer leicht war), aber ein verbessertes Gameplay, höhere Schwierigkeitsgrade und zusätzliche Missionen machten die Einsätze deutlich abwechslungsreicher. Generell wurde der Anteil an optionalen Abschnitten gesteigert: Wer nicht möchte, kann die Pride Lands auslassen (verliert dann allerdings einen Teil der Story dabei), Arielles Wasserwelt, die im Vorgänger noch eine „normale“ Sequenz war, ist nun eine Welt rund um ein musikalisches Minispiel, die man ebenfalls nicht spielen muss, und der Wald von Winnie The Pooh ist ebenfalls nicht notwendig, um das Ende zu sehen. Sehr wohl können diese Inhalte (das hängt vom gewählten Schwierigkeitsgrad ab)  aber notwendig sein, um das geheime Ende zu sehen, das zum Release viele für einen Vorgriff auf Kingdom Hearts III hielten, aber in Wahrheit eine Szene aus dem Prequel Birth by Sleep (PSP, heute als Teil des 2.5 HD Remix auch auf der PS3 spielbar) ist. Einen weiteren Einblick in BbS gibt es als zweites geheimes Ende im Final Mix, das allerdings noch schwieriger zu erreichen ist – da muss man sich schon an den höchsten Schwierigkeitsgrad heranwagen oder bereit sein, etliche Bonusaufgaben und –Bosse zu besiegen.

Warum vermisse ich also Kingdom Hearts II? Weil es ein grandioses Spiel war und zumindest bei mir der Mix mit Disney-meets-Final Fantasy-meets eigene Geschichte voll und ganz aufgegangen ist. Dazu kommt, dass für mich vor allem die Konsolentitel die Highlights der Reihe sind (auch wenn Birth By Sleep dann sehr nahe rankommt) und sich hier schon jahrelang nichts mehr getan hat. Wie schon erwähnt wurde die (immerhin recht lange!) PS3/Xbox 360-Generation von der Serie (jetzt mal abgesehen von den Remixes) vollständig übersprungen, was bei einer Reihe, die eine zusammenhängende Geschichte erzählen will, schon eine ganze Weile ist. Die Handheld-Titel sind zwar natürlich willkommenes Futter für nach Nachschub dürstende Spieler, sind aber erstens von eher schwankender Qualität (vor allem Re:Coded und 358/2 Days stechen hier eher ungut hervor) und (gut, auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel) erklären eher Hintergründe und Zusammenhänge als dass sie die Story wirklich voranbringen. Aber ein richtig großer Brocken a la Kingdom Hearts III lässt eben noch auf sich warten. Klar, das ist zum Teil auch gut so (KH III soll ja der Abschluss der bisherigen Storyline sein, weshalb ich dem Release mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegensehe), aber langsam wird mir das Warten einfach zu doof …

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Zum Abschluss lasst mich noch einen Gedanken aufgreifen: Kingdom Hearts II hat sich rasch zu einem Titel entwickelt, den ich großartig fand – und dennoch habe ich ihn jetzt schon fast zehn Jahre nicht mehr angegriffen. Warum eigentlich? Gerade hier zeigt sich, wie sehr ich mich als Spieler in den letzten Jahren verändert habe. 2006 einmal durch KH II durch? Kein Problem, sind ja nur 40 Stunden (oder mehr, mit Bonusinhalten), das ist schnell zu schaffen, sagte der Student in mir. Aber dann knapp darauf nochmal? Naja, sagte ich mir, da würde ich schon vorher gerne Teil 1 nochmal spielen. Und endlich mit Re:CoM die Lücke füllen, die mir in der Serie noch fehlt. Und genau dieses Projekt hat dann plötzlich ewig gedauert (wer den Artikel zu CoM noch im Kopf hat, weiß vielleicht, dass ich erwähnt habe, dass ich unter anderem wegen WoW gut drei Jahre allein für dieses Spiel gebraucht habe, aber auch Faktoren wie Beruf, Beziehung, Hausbau und andere Hobbies spielten hier massiv mit). Und als es dann endlich soweit gewesen wäre, dass ich den zweiten Teil angehen hätte können, kam mir die Ankündigung des 2.5 HD Remixes dazwischen – man will ja schließlich nicht unbedingt in niedriger Auflösung spielen, wenn man das ein wenig später auch in HD haben kann. Also habe ich andere Spiele auf meinem ohnehin immer größer werdenden Stapel von „Spiele, die ich noch spielen muss“ vorgezogen. Und schon sind zehn Jahre vergangen, bis ein Spiel, das ich gerne bald wieder spielen wollte, wieder in die Konsole gewandert ist. Irgendwie traurig, oder?

Okay, einen hab ich noch: Sammler der alten consol.AT-Ausgaben können also kleinen Bonus sowohl die Ausgabe 39 (Mai 2006) als auch Nr. 42 (Oktober 2006) aufschlagen – im ersten findet sich das Import-Review, im zweiten das PAL-Review zu KH II. Beide wurden zwar nicht von mir geschrieben, aber immerhin findet ihr meine zweite Meinung dort UND ich hatte auch ein bisschen Einfluss auf den Text. So könnte ihr diesmal „damals“ und „heute“ vergleichen.

 

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