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Special: 25 Jahre Commodore-Konkurs, doch Legenden sterben nie

Was bleibt heute vom Amiga?

Die Pleite mag noch immer schmerzen, doch es gibt noch immer eine lebendige Szene rund um Commodore. Zuerst eine kurze Zusammenfassung der letzten Tage von Commodore:

Am 29. April 1994 musste die Mutterfirma aus der USA, Commodore International Limited, nach jahrelanger Fehlplanung und Misswirtschaft Konkurs anmelden und wurde im Juli geschlossen. Dave Haynie veröffentlichte einen Film über die letzten Tage von Commodore USA namens „The Deathbed Vigil and other tales of digital angst“, beginnend mit einem Rundgang in der leeren Konzernzentrale in West Chester (Pennsylvania) und endend mit einer Konkurs- Party, mit der die verbliebenen Commodore-Mitarbeiter ihren eigenen Rauswurf feierten.

Die deutsche Niederlassung konnte durch den Ausverkauf von Produkten noch bis September 1994 durchhalten, bevor sie ebenfalls schließen musste. Die französische Niederlassung hielt mit Petro Tyschtschenko als Chef sogar bis Februar 1995 durch. Commodore UK, als einzig noch übrig gebliebene Niederlassung, konnte die Geschäfte noch bis zum 30. August 1995 aufrechterhalten. David John Pleasance, einer der Geschäftsführer, und weitere Angestellte versuchten alles, um die Marken Commodore und Amiga in ihren Besitz zu bekommen. Es gab einen seriösen Geschäftsplan und auch ein Geldgeber wurde gefunden. Durch Intrigen sprang allerdings der Geldgeber ab und ESCOM konnte die Überreste kaufen. Danach geschah durch häufige Pleiten und Rechtstreitereien nicht mehr viel mit der klassischen Amiga-Hardware. Aber warum schafften es Commodore und Amiga, bis heute in Erinnerung zu bleiben? Wieso kümmern sich bis heute Privatpersonen und kleinere Firmen um den Erhalt der Hardware?

Der Amiga hat 1985 viel Technik und Betriebssystemfunktionen eingeführt, welche bis heute noch zum Standard gehören. So hatte der Amiga (1000) als erster Computer eine farbige Benutzeroberfläche, welche Fotos in geringer Farbtiefe darstellen konnte, und mit Maus und Tastatur gesteuert werden konnte. Es ist bis heute auf keinem mir bekannten System möglich, das Betriebssystem allein mit der Tastatur zu steuern, wenn man nicht alle Tastaturbefehle kennt. Das Betriebssystem hatte präemptives Multitasking, sodass mehrere Programme gleichzeitig geöffnet und benutzt werden konnten und somit den Weg zum heutigen Multiprocessing ebnete. Auch die 32-Bit-Hard- und Softwarestruktur war zur damaligen Zeit in dieser Preisklasse etwas Besonderes. Zusätzliche Hardware konnte ohne Konfiguration an den Amiga-eigenen Zorro-Steckplätzen in Betrieb genommen werden. Dank intensiver Nutzung anderer Chips per Speicherdirektzugriff (DMA) (Paula für Sound und Interruptkontrolle, Denise für die Grafikausgabe und Agnus, der die 25 DMA-Kanäle kontrolliert), konnte die CPU wirkungsvoll entlastet werden, da diese Funktion nahtlos in das Betriebssystem integriert wurde und deutlich effizienter funktionierte, als der DMA-Controller in damaligen PCs. Auch die vier PCM-Stereokanäle waren zur damaligen Zeit sehr selten, die meisten IBM-kompatiblen PCs hatten nur monotonen Piepsound. Dank einer Auflösung von bis zu 1280 x 512 Punkten bei 64 Farben aus einer Palette von 4.096 Farben und der Fähigkeit zur Synchronisierung von Videosignalen fand der Amiga in der Videobearbeitung häufig Verwendung in Hollywood.

Lightwave und Deluxe Paint

Noch heute benutzte Profi-Programme zum Modellieren, Rendern und Animieren von Effekten wie Lightwave, haben ihren Ursprung auf klassischen Amiga-Systemen. Damals noch ein Teil des Video-Toasters von New Tek. Der Video-Toaster war ein Pionierprodukt im Bereich Desktop-Video und bot dem Anwender einen Produktionsumschalter, einen Zeichengenerator, 2D-Paint und 3D-Animationen und ein Effektsystem. Alles in einer Box, die zwischen zwei Super-VHS-Decks für eine vollständige Bearbeitung verbunden werden konnte. Die ersten Versionen von Lightwave liefen nur auf Amiga-Systemen, auf denen Toasters installiert waren, und verwendete den Toaster-RAM zum Speichern von Pufferinformationen während des Renderns. So wäre Jurassic Park ohne die vielen Amiga-Computer kaum umsetzbar gewesen. Deluxe Paint war früher das Zeichen- und Bildbearbeitungsprogramm, viele Spieleprogrammierer nutzten es, um Grafiken für alle möglichen 8- und 16-Bit Systemen zu erstellen und dann erst auf das passende System zu konvertieren.

Die Fortentwicklung der Klassik-Amiga-Reihe

Einige Firmen stellen noch immer Hardwarekomponenten für den klassischen Amiga her. So werden neue Turbokarten, aktualisierte Kickstart-ROMs mit Betriebssystem oder USB-Adapter für den Maus- und Joystickport, wie zum Beispiel der Ryś MKII Adapter von Retro 7-bit, hergestellt.

Amiga 4000-replica-project

Auch dank finanzieller Unterstützung der Community können Privatpersonen beim Erhalt der Hardware helfen. So hat zum Beispiel Paul Rezendes durch ausführliches Reverse Engineering das Motherboard des Amiga 4000 (Rev B) neu aufgelegt. So gibt es die Layoutdateien, Bestückungslisten und Gerberdateien zum Nachproduzieren kostenlos in einem Github-Repository oder für 85 $ so lange der Vorrat reicht bei ihm zu kaufen.

Auch für den Amiga 1200 gibt es ein ähnliches Project von John „Chucky“ Hertell, der auf seiner Webseite den kompletten Prozess ausführlich beschreibt.

Apollo-Accelerators

Ein riesiger Meilensprung für die klassischen Amigas sind zum Beispiel die Accelerator-Boards von Apollo. Die Vampire-Karten für Amiga 500 und 600 sind durch den Intel FPGA-Prozessor Code-kompatibel zu den Motorola 68060 Prozessoren, aber 3- bis 4-mal schneller als der schnellste 68060 mit 100Mhz und ist mit 128 MB Ram ausgestattet. Dank 32-Bit Digital Video HDMI Ausgang kann der Amiga an einen aktuellen LCD-Fernseher mit einer Auflösung bis 720p betrieben werden.

Individual Computers

Individual Computers (icomp.de) ist eine deutsche Firma, welche sich auf Retro-Hardware, insbesondere für Amiga und C64, spezialisiert hat. Vor allem selbst gefertigte Turbokarten für Amiga 500 und 1200 sind hier recht günstig zu erwerben. Auch einzelne Chips wie Paula, Lisa oder Alice sind noch erhältlich. Seit August 2016 ist icomp im Besitz einer weltweiten Lizenz für den Markenname Commodore. Dies wurde mit der Polabe Holding N.V. mit Sitz in Luxemburg vereinbart, die die Rechte 2014 von C=Holdings BV übernommen hatte. Als erstes Produkt wurde im Winter 2016 das neu produzierte c64c-Gehäuse inklusive original Commodore Schriftzug angeboten. Auch die C64 Reloaded MK2-Platine, in dem Schlüsselbauteile, wie CPU, Video- und Sound-Chip fehlen, allerdings käuflich zu erwerben sind, ziert den Schriftzug C=commodore.

Amiga Kit

Amiga Kit wurde im Juni 2004 unter der Prämisse gegründet, neue Hardware, Software und Peripheriegeräte ausschließlich für den Amiga-Computermarkt zu entwickeln, zu produzieren und zu liefern. Im Jahr 2005 übernahm Amiga Kit den Produktbestand und die Amiga-Kunden von Eyetech, welche unter dem Namen AmigaOne, ab 2002 den Versuch starteten, einen offiziellen Nachfolger Amiga mit PowerPC-Prozessoren und das auf AmigaOS 3.1 basierende AmigaOS 4.0 herzustellen. Eigenentwicklungen sind zum Beispiel der Kickstart ROM Switcher, um Kompatibilitätsprobleme ab Kickstart 2.0 mit älteren Programmen zu umgehen, und das Amiga KIT A600 1MB Memory Expansion Board. Heute gehört Amiga Kit zu den größten Onlinehändler rund um den Amiga.

AmigaOS 4.x

Um den Amiga in die Zukunft zu führen wurde eine Vereinbarung zwischen Amiga Inc. und Hyperion geschlossen, die das Amiga Betriebssystem auf PowerPC-basierte Rechner ohne Altlasten portieren sollten. Das 2004 bzw. 2006 (für Endanwender) veröffentlichte Betriebssystem AmigaOS 4.0, welches nativ auf der PowerPC-Plattform läuft, basiert weiterhin auf Kickstart 3.1, welches im Betriebssystem aber nur noch als Datei, wie bei Emulatoren, vorhanden ist. Seit Ende 2014 gibt es die Version AmigaOS 4.1 Final Edition, welche auf alter Amiga-Hardware mit PowerPC-Turbokarte, AmigaOne XE & SE, MicroA1, AmigaOne 500, X1000 & X5000, Sam440/460, und Pegasos 2 Mainboard funktioniert.

Alternative zum AmigaOS

MorphOS

Bei MorphOS handelt es sich um ein gemischtes proprietäres und Open Source-Betriebssystem, welches für Pegasos PowerPC-Prozessor, Amiga-Computer mit PPC-Turbokarte und eine Reihe von Freescale-Entwicklungsboards mit Genesi-Firmware einschließlich Efika und mobileGT entwickelt wurde. Mittlerweile werden auch der alte Apple-Rechner mit PowerPC-Prozessoren, wie der Mac Mini G4 oder PowerMac G4/ G5 unterstützt. MorphOS kann jede systemfreundliche Amiga-Software ausführen, die auf Motorolas 68K-Prozessoren geschrieben wurde. Ebenso ist es möglich, 68k-Bibliotheken oder Datentypen in PPC-Anwendungen zu verwenden und umgekehrt.

AROS Research OS

AROS gehört zu den ältesten auf AmigaOS basierende Betriebssysteme. Bereits 1995 wurde auf Grund der Commodore Pleite und der unsicheren Zukunft mit der Entwicklung begonnen und auf viele verschiedene Plattformen portiert. Die Besonderheit von AROS liegt in den zwei Entwicklungslinien. Es gibt einmal die “native” und zweitens die “hosted” Portierung. In der nativen Version läuft das OS direkt auf der Hardware, während die “hosted” Version auf ein vorhandenes Betriebssystem aufsetzt. Seit 2011 gibt es auch eine Version für die klassische Amiga-Hardware.  Da auch bei AROS auf das Kickstart 3.1 zurückgegriffen wird, wurde mit dem Kickstart-ROM Replacement Projekt ein kompatibles und freies Kickstart-ROM geschaffen, wodurch es auch ohne Original-Kickstart-ROM möglich ist, Amiga-Demos zu starten. AROS-Programme werden immer für eine bestimmte CPU geschrieben. Dies bedeutet, dass alle Programme, welche z.B. für x86_64-CPUs geschrieben wurden, sowohl unter Windows, als auch unter Linux oder unter MacOS funktionieren. Über sogenannte Rückportierungen von AmigaOS 4 oder MorphOS wird die Funktionalität von AROS erweitert und wechselseitig getestet.

Commodore-Kickstart

Die letzte von Commodore entwickelte Kickstart Version lautete 3.1 und wurde für das CD32 und Amiga 4000T benötigt. Das Kickstart erfüllte alle Funktionen eines BIOS und enthält die wesentlichen Teile des Betriebssystems, den Kernel, das DOS und die Systembibliotheken für das Amiga-GUI. Die Lizenz für das klassische Kickstart und der Name Workbench für das AmigaOS lagen jahrelang bei Amiga Inc. Diese brachten in Zusammenarbeit mit Haage & Partner, basierend auf Kickstart 3.1, Amiga OS3.5 (1999) und AmigaOS 3.9 (2000) auf den Markt, welche neben höherer Hardwareanforderungen einige Verbesserungen, wie einfacher Internetnutzung, Festplatten größer 4GB nutzbar und PowerPC-Support, zu bieten hatten.

2016 brachte Hyperion nach über 20 Jahren ein kostenpflichtiges Update für Kickstart/ Workbench 3.1 mit einer Reihe von Verbesserungen und Fehlerbereinigungen, kompatibel mit echter Amiga-Hardware und Emulatoren, auf den Markt. Die neue Version wurde aus dem Original Quellcode übersetzt.

Ende September 2018 ist Hyperion noch einen Schritt weiter gegangen und veröffentlichte AmigaOS 3.1.4 sowohl als digitale Edition, als auch als Disketten und Kickstart-ROM-Version. „Das neue, aufgeräumte, auf Hochglanz gebrachte Amiga-Betriebssystem für Ihr 68k-Gerät behebt all die kleinen Lästigkeiten, die sich über die Jahre angesammelt haben. Ursprünglich als ein bloßes Update zur Fehlerbehebung gedacht, modernisiert es auch viele Systemkomponenten, die zuvor durch AmigaOS 3.9 überarbeitet wurden. Entgegen seiner bescheidenen Versionsnummer lässt sich von der 3.1.4 durchaus behaupten, dass es sich bei ihr um ein ebenso großes Update handele wie es die Betriebssystemversion 3.9 gewesen ist und es dieses an Stabilität und Robustheit sogar übertrifft.“ So der Pressetext von Hyperion.

Seit der Veröffentlichung dieser AmigaOS Version ist vieles im Hintergrund passiert. Cloanto, einer der Lizenznehmer für das Commodore Vermächtnis und Hyperion stehen seitdem vor Gericht, da sie sich gegenseitig Lizenzverletzungen vorwerfen. Im Rahmen des Rechtstreits hatte Hyperion nicht nur Cloanto, sondern alle Unternehmen, die seit 2000 im Besitz der Amiga-Rechte waren, verklagt, inklusive Amiga Inc, welche in Delaware, USA, seit Januar 2009 als inaktiv geführt wurden, und zuletzt auch keinerlei Anstrengungen unternommen hatten, die verbliebenen registrierten Marken zu verlängern, was auch mit Steuerschulden in Höhe von 540.000 US-$ zusammenhängen dürfte. So wollte Hyperion, die damals für das Programmieren von AmigaOS 4.x lizenzierten Rechte, einsacken. Aus Sicht von Amiga Inc., welche wieder als eingetragene Firma in der USA, nachdem die Steuerschulden beglichen wurden, existiert, hatte Hyperion nur Rechte erworben, die erforderlich für die Nutzung und Entwicklung an AmigaOS 4 erforderlich waren, und keinerlei Nutzungsrechte an Warenzeichen, AmigaOS 3.1 und 3.1.4, sowie Kickstart 1.2 und 1.3 und darf diese auch nicht an andere lizenzieren. Diese Rechte lägen bei Cloanto. Anfang 2018 erneuerte Amiga Inc. zudem die EU-Warenzeichen „Amiga“ und „powered by Amiga“ als aktive Marken des Unternehmens.

Softwareemulation

Cloanto

Cloanto bietet seit 1997 die Amiga Forever Sammlung an. Dieses Paket wird auf bis zu drei DVDs ausgeliefert und dient zum Erhalt, Emulation und Support von Amiga, mit dem Amiga-Software legal und ohne komplexe Konfiguration auf nicht Amiga-Hardware ausgeführt werden kann. Dazu hat Cloanto die Nutzungsrechte der Kickstart Versionen bis 3.1 lizenziert und unterstützt alle klassische Amiga inklusive CDTV und CD32. Es gibt drei Versionen dieser Software. Die Value Edition beinhaltet nur die Kickstart 1.3 ROM, die Workbench, 25+ Spiele und 25+ Demos. Ab der Plus Edition sind alle Kickstart-und Workbench-Versionen dabei, als auch 50+ Spiele und 100+ Demos. Bei den Spielen sind einige alte Klassiker dabei, zum Beispiel die Kick Off Serie, Arkanoid, Deluxe Galaga, Flight of the Amazon Queen, Lure of the Temptress oder Soccer Kid. Diese Spiele können ebenfalls direkt unter WunUAE und WinFellow gestartet werden. Als einzige physische Version gibt es die Premium Edition mit drei DVDs, auf der die Plus Edition Software vorhanden ist und mit reichlich Videos von 1985 – 2009 aufwarten kann. Unter anderem „The Deathbed Vigil“ von 1994, der amerikanische Launch von 1985, „History of Amiga“ von 1992 und Interviews mit Dave Haynie und Jay Miner sind dabei. Auch zusätzliche Spiele lassen sich relativ einfach in die Datenbank aufnehmen. Mit ein paar Klicks und den gewünschten Einstellungen zur Hardware ist das Spiel betriebsbereit und kann gestartet werden. Zusätzliche Hardware, wie schnellere Prozessoren, Grafikkarten oder mehr Speicher lassen sich im Auswahlmenü einschalten. Amiga Forever ist für Windows-Rechner ausgelegt und für Einsteiger gut geeignet, da man auf jeden Fall auf der legalen Seite ist. Die vorhandenen Kickstart-Roms und Spiele sind aber auch für alle anderen Betriebssysteme und Emulatoren zu gebrauchen. Zukünftig soll es auch eine Version für Macs geben. Auch für die Emulation des C64 ist diese Software unter dem Namen C64 Forever verfügbar.

UAE/ Fellow

UAE stand früher für Unix Amiga Emulator, hat mittlerweile jede Bedeutung verloren, und ist ein kompletter Software-Emulator für alle Modelle der von Commodore angebotenen Amiga-Serie inklusive Festplattenemulation. Unter Windows gibt es eine spezielle Version namens WinUAE, die unter dem Namen PUAE für Linux und Mac OS X portiert wird.
FSUAE, welcher einen gesonderten Launcher und einen Arcade-Modus enthält, richtet sich hauptsächlich an Spielern. Der Launcher ist ähnlich des Amiga Forever Menüs und bietet ebenso eine übersichtliche Verwaltung von spielspezifischen Konfigurationen mit Anbindung an die Onlinedatenbank openretro.org. Dank des Arcade-Modus, dieser beinhaltet ein aufbereitetes User Interface, kann der Emulator auch an einem Fernseher betrieben werden.

Fellow ist ein Softwareemulator, in der zusätzliche Hardware, wie Turbokarten oder Festplatten, des Amiga 500 konfiguriert werden können. Da Fellow im Vergleich zu UAE recht schnell ist, läuft der Emulator auch problemlos auf ältere Windows-Systeme.

UAE und Fellow enthalten keine Betriebssystem-ROMs oder Dateien, die zum Ausführen eines Amiga-Systems erforderlich sind. Legal erhält man diese Dateien unter anderem bei Cloanto in Amiga Forever oder zumindest Kickstart 3.1 bei Hyperion und in der AmigaOS4 für PowerPC Version.

Neue Amiga Modelle

A-EON Technology

A-EON Technology wurde 2010 von Amiga-Enthusiasten, die das Erbe und die Tradition des Amiga-Computers fortsetzen wollen, in Cardiff, UK, gegründet. Das erste Produkt war ein auf PowerPC basierender Rechner, namens AmigaONE X1000, ein Nachfolger des von Eyetech produzierten AmigaOne.

Aktuell wird der X5000 über AmiKit vertrieben. Dieser besteht weiterhin aus einem PowerPC Prozessor mit zwei Kernen bei 2GHz, einer RadeonHD R7 250 und AmigaOS 4.1 als Betriebssystem.

Im Laufe dieses Jahres soll ein AmigaONE A1222 auf den Markt gebracht werden. Er soll wie der Name bereits implizieren lässt, der kleine Bruder vom X5000 und damit ein günstiger Einsteiger in die PowerPC-Amiga-Welt werden. Auch dieser wird mit AmigaOS 4.1 ausgeliefert werden.

Tabor-Board des AmigaOne A1222

ACube Systems

ACube Systems ging 2007 aus drei italienischen Firmen hervor. Sie haben sich gemeinsam an der Realisierung der Sam440-Plattform beteiligt und dank AmigaOS 4 Unterstützung zur Alternative für aktuelle Amiga-Hardware entwickelt. Seit November 2007 vertreiben sie im Auftrag von Hyperion AmigaOS 4 für Amiga mit PowerPC-CPU Karten. Auch der Minimig, der erste Hardware-Emulator eines Amiga 500-Systems, stammt von ACube Systems. Der ursprüngliche Amiga-Chipsatz (OCS und ECS) wurde in FPGA neu implementiert, um eine hohe Kompatibilität zu erreichen, wurde eine original Motorola 68SEC000-CPU mit 16 MHz verbaut.

Hardware mit Software-Emulation

Armiga Project

2014 als Indiegogo-Kampagne gestartet, ist das Projekt sehr erfolgreich gewesen. Sogar so erfolgreich, das Anfang 2018 die Entscheidung gefällt wurde, die Produktion der Hardware aufzugeben, da es nicht mehr als Projekt geführt werden konnte, aufgrund von Nachfragespitzen und das Erreichen der Produktionskapazitäten vielmehr Zeit investiert werden musste, als erwartet. Dies ist jedoch nicht das Ende des Projekts, die Software und der Support werden weitergeführt. Darüber hinaus werden Einzelpersonen oder Unternehmen gesucht, die sich dem Projekt anschließen und sich der Produktion und den Vertrieb annehmen.

Die Armiga-Hardware ist eine Emulationskonsole, die den ursprünglichen Amiga 500, und seit einem Software Update auch den Amiga 1200, emuliert. Er ist mit einer Dual Core ARM-CPU ausgestattet und gibt das Bild in 720p mit Stereo-Sound aus. Das Kickstart 1.3 und 3.1 sind von Cloanto lizenziert.

Wer mehr wissen möchte, kann hier den Erfahrungsbericht im SHOCK2-Forum nachlesen.

Amiga Mini

Nachdem der C64 Mini von Retro Games Ltd mittlerweile dank einiger Firmware-Aktualisierungen und angepasster Spiele recht brauchbar ist, wird nun mit Hochdruck am Amiga Mini gearbeitet. Zu diesem Zweck wurde ein exklusives Abkommen mit dem Unternehmen Cloanto geschlossen, um rechtlich abgesichert zu sein. Das gezeigte Bild ist nur eine Illustration, wann der Amiga Mini und mit welcher Ausstattung er erscheinen wird, ist leider noch nicht bekannt.

Amiga-Retro-Treffen

Retrotreffen gibt es schon sehr lange. Doch seit der Amiga 2015 dreißig Jahre alt wurde, treffen sich ehemalige Commodore und Amiga-Angestellte, oft als Ehrengäste eingeladen, Aussteller und Retrointeressierte auf der ganzen Welt. Egal ob auf der AmiWest in Sacramento, Amiga: 30 years in Amsterdam oder auf der Amiga30 in Neuss wurden Geburtstagsparties mit Riesenerfolg abgehalten. Während die Amiga30 in Neuss schon sehr gut besucht wurde, waren es 2017 zur Amiga32 schon über 500 Besucher. Die Amiga34 am 12. und 13. Oktober 2019 wird zum ersten Mal über zwei Tage gehen und noch mehr von allem bieten. Wer mehr über die Amiga32 in Neuss erfahren möchte kann dies hier im Forum nachlesen.

Neue Spiele C64/ Amiga

Auch heuer werden noch neue Spiele für Amiga und C64 veröffentlich, häufig als Download im passenden Format, manchmal aber auch noch als Box-Version. Für Amiga haben sich einige Publisher herauskristallisiert. So werden für Amiga Spiele häufig auf folgenden Webseiten veröffentlicht:

Für Amiga:

https://amiga.net.pl/index.php?kwt=4191&lng=eng
http://www.amiworx.de/
https://www.amigashop.org/index.php?cPath=2_35

Für C64:

https://itch.io/games/tag-commodore-64
https://www.protovision.games/games/gamesstart.php?language=de

Legale Downloadseite für Amiga-Spiele:

https://www.amigafuture.de/downloads.php

Interessante Webseiten und Dokus

Alles Wichtige rund um den Amiga

From Bedrooms to Billions – The Amiga Years

The Commodore Story – Changing the world in 8-bits at a time

8 Bit Generation: The Commodore Wars

Autor: Dirk Ziegert

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Notable Replies

  1. Cloanto scheint mittlerweile alle Rechte von Amiga Inc. übernommen zu haben. Dazu gibt es ein englisches Interview auf Youtube von Stephen Jones mit Cloanto Inhaber Mike Battilana.


    Auf Amigaworld.net - The Amiga Computer Community Portal Website stellt Jones auch eine Übersicht zu welchem Zeitpunkt des Interviews welche Themen diskutiert werden zur Verfügung.
  2. Danke für den tollen Bericht über die Amiga. Waren alles tolle Rechner, leider hat es C= auch da professionell vermasselt indem sie den Amiga viel zu spät und zu wenig weiterentwickelt haben. Selbiges wie beim C64.
    Habe noch immer einen A1200 und A600 hier, die regelmäßig zum Zocken verwendet werden. Vorallem der A600 mit der Vampire Karte macht richtig Spaß.

  3. Hatte ATARI ST/ STE später dann den Falcon 030.
    Unser EGO hatte es nicht erlaubt sich einen AMIGA zu holen. :wink:
    Im Nachhinein lacht man drüber. War ne tolle Kiste.

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