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Review: X-Men: House of X & Powers of X (1)

Jonathan Hickman ist zurück.
Fünf Jahre nachdem er mit seinem Großprojekt Secret Wars das komplette Marvel-Universum (und alternative Universen) eingerissen hat, kehrt der Autor zum Haus der Ideen zurück – und ist drauf und dran, die Fangemeinde erneut zu spalten.

Die Mutanten um Professor Charles Xavier und Jean Grey haben ein neues Zuhause | © Panini Comics

Rückzug auf eine einsame Insel

Die Zeiten der friedlichen Koexistenz der Menschen und Mutanten ist vorbei. Die Missgunst, der Hass und die gegenseitige Verachtung könnten nicht größer sein. An ein verbindendes Element, an ein Friedenskonzept ist nicht zu denken. Es wird zu Auseinandersetzungen kommen, wenn nicht gehandelt wird. Das weiß auch Professor Charles Xavier. Aus diesem Grund hat er die geheimnisvolle, magische Insel Krakoa als idealen Rückzugsort für die Mutanten auserkoren.

Denn diese haben für sich eingesehen, dass sie den nächsten, logischen Schritt in der Evolution darstellen und die Zeit der Menschen schon bald abgelaufen sein wird.

Auch Magneto darf auf Krakoa nicht fehlen | © Panini Comics

Aufpassen, bitte!

Jonathan Hickman ist bekannt für seine komplexen Geschichten. Aus diesem Grund ist es ratsam, seine Storylines mehrfach zu lesen, um auch wirklich alles mitzubekommen. Zu schnell verliert sich andernfalls ein Detail, das aber später noch sehr bedeutend werden könnte.

So verhält es sich auch mit dem ersten Band von X-Men: House of X & Powers of X (als X-Men: House of X & Powers of „Ten“ zu lesen). Der Umstand, dass Panini die ersten beiden US-Heftausgaben in einem über 100-Seiten starken Sammelband vereinen kann, sollte als erstes Indiz für die komplexe Erzählweise des Autors gesehen werden. Der Band verlangt die stete Aufmerksamkeit seiner Leser und kann zuweilen mit dieser Herangehensweise überfordern. Als Beispiel dienen die vielen Info-Kästen und -Seiten, die zum einen Hintergrundinformationen liefern und das World Building vorantreiben und zum anderen von der Story ablenken und den Band etwas überfrachtet erscheinen lassen. Zudem spielen die beiden Geschichten auf unterschiedlichen Zeitebenen, die wohl am Ende der Storylines ineinander übergehen werden.

Infokästen/-Seiten sind keine Seltenheit bei Jonathan Hickman | © Panini Comics

Fazit

House of X & Powers of X sind die ambitioniertesten X-Men-Geschichten der letzten Jahre. Jonathan Hickmanns detailverliebter Zugang wird viele Fans (und vor allem Neueinsteiger) dennoch oder gerade deswegen überfordern. Mutantenfans der ersten Stunde werden sich hingegen über die vielen Anspielungen und Referenzen freuen. (Dieser Starautor spaltet nun einmal die Fanlager).

Der sehr saubere und etwas clean anmutende Zeichenstil von Pepe Larraz und R.B. Silva runden das Gesamtbild perfekt ab, wodurch ein vielversprechender Neustart der X-Men erstmal gelungen ist. Nun bleibt abzuwarten, ob das Kreativteam das Niveau halten und die Geschichte zu einem befriedigenden Ende führen kann.

Info
Seiten: 108 Seiten
Preis: 10,99 Euro
Autor: Jonathan Hickmann
Zeichner: Pepe Larraz und R.B. Silva 
Verlag:
Panini Comics/Marvel Comics

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